Versuchter Raubmord an einem jungen Mädchen - der Anruf mit dieser Nachricht erreicht die Kommissarin einen Tag vor dem ersehnten Urlaub. Ein Trost, dass der Täter bereits gestellt werden konnte. Als Tanja Voigt den Tatort erreicht, steht sie ihrem Sohn Robert gegenüber. Er ist 17, Gymnasiast, Hobbymusiker - und unter Tatverdacht?! Der Junge schweigt, die Indizien sprechen gegen ihn. Der Fall wird Tanja Voigt entzogen und einem Kollegen übertragen. Eine Mutter darf nicht gegen ihren Sohn ermitteln, das versteht sie, aber leben kann sie mit der Entscheidung ihres Chefs nicht. Sie beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren, nicht als Polizistin, sondern als Mutter. Sie hintergeht ihre Kollegen, riskiert ihren Job und findet die Wahrheit heraus, die einen außergewöhnlichen Fall offenlegt.

Ein gut gespielter und routiniert inszenierter Fall um die Ermittlerin Tanja Voigt, die dieses Mal privat mit dem Verbrechen konfrontiert wird. Einmal mehr gibt hier Katrin Sass eine Paradevorstellung in der Rolle der Kommissarin, die sie von 1993 bis 1998 verkörperte. Selbst in die Nebenrollen hervorragend besetzt - witzig: Herbert Feuerstein als Heiratsschwindler und Witwentröster - gelang Regisseur Jan Ruzicka nach dem Buch von Stefan Kolditz ("Dresden") einer der besseren Fälle der Reihe.

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