Deutschland 2002: Der hessische Hotelier Konrad Huberty kam einst im sächsischen Müglitztal zur Welt und verließ sein Geburtshaus mit den Eltern Richtung Westen. Zwölf Jahre nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten will er das Haus zurück haben und es seinem Sohn übergeben. Allerdings hat der Sachse Thomas Stille (Wolfgang Stumph, Foto r.) die Ruine des zerfallenen Bauernhofs in mühsamer Arbeit wieder hergerichtet und betreibt seitdem das Ausflugslokal "Stilles Tal" im malerischen Tal des sächsischen Flüsschens Müglitz, das ihm, seiner Frau Barbara und der schwangeren Tochter Dixie einen bescheidenen Wohlstand sichert. Der Rückgabeprozess des Lokals ging durch alle Instanzen, die letzte gab Huberty recht. Stille weigert sich, das Urteil anzunehmen, das ihm sein säumiger Anwalt eingebracht hat. Doch die Gefahr droht von anderer Seite: Seit zwei Tagen regnet es unentwegt, die Flusspegel steigen bedrohlich an, Dämme brechen ...

In diesem nicht durchgehend überzeugenden, weil konstruierten Mix aus Heimatfilm und Flut-Drama mit guter Besetzung greift Regisseur Marcus O. Rosenmüller noch einmal einen typischen deutsch-deutscher Konflikt auf, denn hier wird mit Vehemenz um Haus und Hof in Sachsen gestritten. Allein dieses Thema hätte schon für einen interessanten wie vielschichtigen Fernsehabend gereicht, doch der Kampf des im Westen zu Wohlstand gekommenen Hoteliers und Republik-Flüchtlings gegen den in der DDR verbliebenen sächsischen Selfmademan war dem Autorenduo Michael Illner und Alfred Rösler-Kleint, das Wolfgang Stumph schon die Tragikomödie "Stürmische Zeiten" und die Komödie "Das Schwalbennest") auf den Leib schrieb, nicht genug. Denn natürlich werden die Kontrahenten nebst Familien von den Wassermassen, die 2002 in Ostdeutschland für eine Jahrhundertflut sorgten, eingeschlossen und müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen.

Foto: MDR/Conny Klein