Neve Campbell

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Sonniges Gemüt: Neve Campbell
Fotoquelle: RoidRanger/shutterstock.com
Neve Adrianne Campbell
Geboren: 03.10.1973 in Guelph, Ontario, Kanada

Neve Campbell zählt zu den erfolgreichen Aushängeschildern des Teenie-Horrorfilms, der seit dem sensationellen Erfolg von "Scream - Schrei des Todes" (1996) wieder voll in Mode ist. Mit diesem typischen Slasher-Movie kam die kanadische Schauspielerin jedenfalls ganz groß raus. Neves Vater Gerry war Schauspiellehrer, ihre Mutter Marnie eine Psychologin aus Amsterdam. Als Neve zwei Jahre alt war, ließen sich die Eltern scheiden. Mit ihrem Vater zog Neve nach Toronto. Dort wuchsen sie und ihr anderthalb Jahre älterer Bruder Christian auf. Auch der ist übrigens Schauspieler und war in der kurzlebigen Serie "Malibu Shores" zu sehen.

Im Alter von sechs Jahren besuchte Neve mit ihrem Vater eine Aufführung von Tschaikowskys Ballett "Der Nussknacker", und das war ein entscheidendes Erlebnis: Nun begann Neve mit dem Tanzen. Das machte sie so gut, dass sie mit neun Jahren ein Stipendium für eine professionelle Ausbildung an der National Ballet School of Canada bekam. Dort machte man sie fit für nicht weniger als sechs verschiedene Tanzformen, unter anderem Jazz, Flamenco, Moderne, Hiphop und klassisches Ballett. Sie blieb auch Tschaikowsky treu, denn man sah sie in Aufführungen von "Dornröschen" und "Der Nussknacker" am National Ballet of Canada.

Tanzen war es am Ende dann aber doch nicht, denn der Job war extrem hart und brachte diverse Verletzungen an Leib und Seele mit sich. Mit 15 Jahren war Neve den ständigen Ellbogenkrieg unter den Tänzerinnen leid und hörte mit dem Tanzen auf. Ein Talent-Sucher entdeckte Neve als Model, was sie aber nur zwei Monate lang blieb, denn den Job fand sie unbefriedigend und nichtssagend. Also versuchte sie es als Schauspielerin. Ihr erster Job war noch nicht sonderlich aufregend: eine Werbung für eine Einkaufsmeile in Kanada. Schon interessanter war ihr Theater-Debüt als das Degas-Mädchen in "Phantom der Oper" am Pantages Theater in Toronto. Dort stand sie in über 800 Shows auf der Bühne. Dabei lernte sie auch ihren späteren Ehemann Jeff Colt kennen, der abends an der Bar des Theaters arbeitete und tagsüber Lehrer in einer Kindertagesstätte war. Die beiden zogen 1990 zusammen, heirateten aber erst 1995. Doch im Sommer 1997 war Schluss mit lustig: Das Paar gab offiziell die Trennung bekannt. Inzwischen sind sie geschieden.

Ihre TV- und Filmkarriere begann mit der Serie "Catwalk", in der sie 1992/93 die Rolle der Daisy McKenzie spielte. Doch erst die Serie "Party of Five" (1994) machte sie wirklich bekannt. Die Serie verlangte von den Schauspielern echte Knochenarbeit: 14 Stunden täglich, sechs Tage pro Woche, zehn Monate pro Jahr wurde gefilmt. Im Kino war sie dagegen von Anfang an auf das Horror-Genre festgelegt. "The Dark - Mörderische Nacht" (1994) von Craig Price war ein kanadischer Billigfilm über ein Urzeitmonster, das auf einem Friedhof sein Unwesen treibt. Neben Fairuza Balk sah man Neve Campbell in "Der Hexenclub" (1996) über Highschool-Schülerinnen, die sich mit ihrer schwarzen Magie zu weit aus dem Fenster lehnen.

Zum Star wurde Neve Campbell mit Wes Cravens Schlitzer-Schocker "Scream" (1996), der zumindest teilweise das Horror-Genre noch intelligent reflektierte (Buch: Kevin Williamson). Mit ihrem Schauspieler-Kollegen Matthew Lillard, der hier wie sonst einen abgedrehten Widerling spielt, wird Neve Campbell ein gelegentliches Techtelmechtel nachgesagt. "Scream" war der erste Slasher-Horrorfilm, der an den amerikanischen Kinokassen die magische 100-Millionen-Dollar-Grenze sprengte. Damit richtete er freilich nur Unheil an, denn nun war der Weg frei für Nachzieher wie "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" oder "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" oder "Düstere Legenden" oder - natürlich - "Scream 2" (1997) und "Scream 3" (1999).

Doch nicht alles bei Neve Campbell ist Horror: Zusammen mit ihrer Newcomer-Kollegin Denise Richards lieferte sie sich in John McNaughtons Thriller "Wild Things" (1998) einige scharfe Sex-Szenen. Anschließend sah man Neve Campbell in der weitgehend erfolglosen 70er-Jahre-Disco-Hommage "Studio 54" (1998). In "Hairshirt" (1998) von Dean Paras stand sie zusammen mit ihrem Bruder Christian und der "Melrose Place"-Darstellerin Katie Wright vor der Kamera. Hier fungierte Neve Campbell auch als Koproduzentin. Zusammen mit ihrem Bruder und Horror-Mitstreiter Matthew Lillard gründete sie die Blue Sphere Alliance Production Company am The Lex Theater in Hollywood. Leiter ist Christian, und Neve leistet sich wegen ihres übervollen Terminkalenders nur gelegentlich einen öffentlichen Auftritt.

Die viele Horrorfilmerei ist übrigens nicht ohne Spuren geblieben. Neve Campbell glaubt an Geister und sagt, dass es in ihrem Haus in Laurel Canyon spukt. Dort wurde 1991 - lange bevor Neve es kaufte - eine Frau ermordet, und Neve behauptet steif und fest, dass sowohl sie selbst als auch Besucher in ihrem Haus eine geheimnisvolle Frau haben herumlaufen sehen. Vielleicht sollte sie weniger Horrorfilme drehen.

Weitere Filme mit Neve Campbell: "Im Netz des Wahnsinns" (1993), "Das Gespenst von Canterville" (1994), "Ein Date zu Dritt" (1999), "Panic - Der Tod hat Tradition" (1999), "Der Fall Mona", "The Company - Das Ensemble" (2003), "Kifferwahn" (2004), "Relative Strangers" (2006), "Partition", "I Really Hate My Job", "Medium - Nichts bleibt verborgen" (Serie), "Closing the Ring - Geheimnis der Vergangenheit" (alle 2007), "Der Seewolf" (2008), "Scream 4" (2011).


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