Mitten in den Hochzeitsvorbereitungen von Maikes Schwester Inka schwelt noch immer der Ehestreit zwischen Sören (Oliver Wnuk) und Maike (Anneke Kim Sarnau), weil sie fremd gegangen ist. In der Komödie „Rosen und Reis“, das am 22. Mai ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, dreht sich alles um die Irrungen und Wirrungen einer Ehe. Die beiden Hauptdarsteller äußern sich im prisma-Interview zu der turbulenten Komödie.
Warum sollte man sich „Rosen und Reis“ anschauen? Was unterscheidet diese Beziehungskomödie von anderen?
Anneke Kim Sarnau: „Rosen und Reis“ ist eine liebevolle, humorvolle und verrückte Komödie – und ich denke, man kann sich an vielen Punkten selbst wiederfinden. Die Figuren biegen ständig falsch ab, es gibt unglückliche Zufälle – eine einzige Eskalationsspirale: Ungewollte Selbstjustiz durch ständige Fehlentscheidungen.
Oliver Wnuk: Ich finde, hier kommt ein tolles Ensemble zusammen. Im besten Sinne heterogen: mit unterschiedlichen Spielweisen, aber herrlich gemeinsamem Groove, Spielfreude und Lust an der Komödie. Ehrlich gesagt, eine Seltenheit.
Was war für Euch der Kick, Eure Figur zu spielen?
Anneke Kim Sarnau: Mit Maike auf lustige Art in diese sehr persönliche, verrückte und auch völlig absurde Hölle zu gehen. Eine überspitzte Figur in ihrem Drama zu zeigen, das war wirklich toll.
Oliver: Die Gage. Scherz. Nee, auch…. Ich liebe es, Annekes Mann zu sein. Eine verrückte und sinnliche Spielerin.
Was spielt ihr lieber – Komödie oder Drama?
Anneke Kim Sarnau: Also, wenn ich zwischen Komödie oder Drama entscheiden müsste, würde ich das Drama nehmen. Aber diese Art von Komödie könnte ich jede Woche drehen! Das liegt aber auch an den tollen Spielpartnern, die ich hatte.
Oliver Wnuk: Komödie, wenn sie behandelt wird wie ein Drama und ein Drama, wenn so sauber gearbeitet wird, wie es eine gute Komödie verlangt.
Welches Problem haben Sören und Maike als Paar?
Anneke Kim Sarnau: Maike ist ein einziges Mal fremdgegangen und bereut es danach. Sie hat sich wohl nicht mehr gesehen gefühlt und musste sich damit aus der eingeschlafenen Ehe befreien, aus der Selbstverständlichkeit. Sören kommt nicht drüber weg. Damit sie quitt sind, darf er das Gleiche auch einmal tun, schlägt sie vor.
Oliver Wnuk: Maike ist fremdgegangen - Maike ist fremdgegangen - Maike ist fremdgegangen
Was hättet Ihr Eurer Figur geraten, wenn Ihr die beste Freundin, der beste Freund gewesen wäret?
Anneke Kim Sarnau: Schwierig, was rät man denn da, wenn es schon passiert ist? Erster Impuls: Sag es nicht! Zweiter Impuls: Mach dich anders rar, kündige an, dass du dich auch gern demnächst anders umschaust. Mach was für dich. Aber: Es gibt ja auch Handys. Wenn du also „kurz vor dem Fremdgang“ in der einen Hand den Drink hältst und in der anderen dein Handy, dann ruf deine beste Freundin VORHER an und hol‘ dir von ihr ein ‚No‘ oder ‚Go‘.
Oliver Wnuk: Trenn dich.
Ist eine Lüge berechtigt, um die Liebe zu retten?
Anneke Kim Sarnau: Um eine Ehe wertvoll zu machen, muss man sich die Wahrheit zumuten, denke ich. Auch um zu wissen, ob die Ehe das aushält, denn es heißt ja ‚in guten wie in schlechten Zeiten‘. Den ganzen Ballast allein zu tragen, stell ich mir schwer vor, zudem herrscht dann ein Ungleichgewicht.
Oliver Wnuk: Auf gar keinen Fall. Lügen ist der Anfang vom Ende. Wer lügt, nimmt dem anderen die Handlungsfreiheit und das ist respektlos.
Was war für Euch der lustigste und der berührendste Moment im Film?
Anneke Kim Sarnau: Als der Kollege Holger Stockhaus die Lieder zur Auswahl präsentiert hat, die bei der Hochzeit gesungen werden sollen: Das Ehepaar Dirk und Doris musiziert nämlich sehr gern. Das ganze Ensemble saß also zusammen und beide haben das so lustig gespielt, dass wir uns alle zusammenreißen mussten, denn einer hatte immer einen Lachkrampf. Die berührendsten Momente waren die in der Kirche mit Oliver Wnuk als meinem Ehemann.
Oliver Wnuk: Ohhh. Danke. Das kann ich so nur zurückgeben.
Haben wir verlernt, um Hilfe zu bitten, zuzuhören und zu verzeihen?
Anneke Kim Sarnau: Wir haben es nicht verlernt, hoffe ich, aber wir unterdrücken es und überlagern es mit Glaubensmustern, die das eher als Schwäche, denn als Stärke definieren. Dabei erfordert es eher Mut z.B. um Hilfe zu bitten. Unsere Zeiten zeigen aber ja, dass wir darauf zurückkommen sollten, dann wären die Menschen weniger allein. Wirkliches Zuhören ist sicher eine Kunst, das muss man wahrscheinlich üben.
Oliver Wnuk: Ich hoffe nicht, da es u.a. die Fähigkeiten sind, die uns vom Tier unterscheiden. Aber wenn man rausguckt, könnte man tatsächlich oft annehmen, man sei im Zoo. Zuhören ist doch der Ausgangspunkt der zwischenmenschlichen Kommunikation. Nicht immer schon über die Antwort nachdenken, wenn der andere spricht. Nicht die eigene Biografie mit der des anderen vergleichen. Zuhören statt Hinhören. Ego ausschalten. Nicht immer gleich recht haben wollen, um sich auf der sicheren Seite zu währen. Nicht versuchen, das Gehörte in die Schubladen des eigenen Wertesystems packen wollen. So schwer ist das eigentlich nicht.
Was sollten Paare jeden Tag 20 Minuten tun?
Anneke Kim Sarnau: Fußmassage! Und, hat ein Kollege mal von irgendwo zitiert: In dem Moment, wo man sich streitet: Nackt ausziehen, alle beide.
Oliver Wnuk: Liebe.
Was ist der schlechteste Anmachspruch, von dem Ihr je gehört habt?
Anneke Kim Sarnau: „Na, auch hier?!“
Oliver Wnuk: Mich hat leider noch nie jemand angemacht. Vielleicht habe ich es aber auch nicht gemerkt.
Was hättet Ihr gern schon mit 18 Jahren über Beziehungen gewusst?
Anneke Kim Sarnau: Dass Nerds der Knüller sind und die hippen Typen nach hinten raus eher langweilig. Dass irgendwann alle knitterig werden, das Gegenüber genauso wie man selbst. Und dass der Erste, den man mit 16 Jahren kennenlernt, im Rückblick sehr gut abschneidet. Und schön, dass einige sich einfach schon in der Schule finden, das soll dann evtl. so sein.
Oliver Wnuk: Du kannst nur das Maß an Liebe schenken, das du dir auch selbst zu schenken bereit bist.
„Rosen und Reis“
Freitag, 22. Mai im Ersten, vorab in der Mediathek