Im Interview

Abenteuer im Regenwald: Lina Larissa Strahl über "Jazzy"

07.04.2026, 02.00 Uhr
Sängerin, Schauspielerin und Synchronsprecherin Lina Larissa Strahl spricht im Film „Jazzy – Chaos im Regenwald“ das Orang-Utan-Mädchen Jazzy, das nach einem Waldbrand von seinen Eltern getrennt wurde und sich auf die Suche nach seiner Familie macht.

prisma: Was ist für dich die Kernbotschaft von „Jazzy – Chaos im Regenwald“?

Lina Larissa Strahl: Sie ist sehr vielschichtig. Wie in so gut wie jedem animierten Familienfilm geht es um Freundschaft und Beziehungen. Außerdem spielt das Thema Artenschutz eine wichtige Rolle. Unser Film ist im Regenwald angesiedelt, eine tolle Welt, die wirklich schützenswert ist. Jazzy scheint ihre Eltern verloren zu haben und macht sich auf die Suche nach ihnen. In der US-amerikanischen Fassung spielt dabei Social Media noch eine größere Rolle, in der deutschen Version wurde das deutlich herausgekürzt. Das finde ich aber gut, denn so dreht sich alles viel mehr um den Mut, für sich und seine Liebsten einzustehen und zu kämpfen.

Wieso wolltest du bei dem Film als Sprecherin mitmachen?

Zum einen finde ich die Handlung einfach total süß. Zum anderen bin ich wahnsinnig gern Synchronsprecherin und freue mich, wenn mir so tolle Rollen angeboten werden.

Was macht für dich Jazzy so besonders?

Sie ist nicht menschlich, sondern ein Äffchen. Zwar sind uns Affen sehr ähnlich, aber es gibt dennoch Unterschiede. Das wird auch in dem Film deutlich, als Jazzy erfährt, dass ihre Eltern bei dem Waldbrand wohl doch nicht ums Leben gekommen sind. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer richtigen Familie und erkennt, dass ihre Ziehmutter eben doch nicht ihre echte Mutter ist. Ich mag auch, dass Jazzy ein bisschen frech ist. Es ist für mich als Sprecherin immer schön, wenn eine Figur nicht so ganz glattgeschliffen ist.

Was war die größte Herausforderung beim Einsprechen?

Wichtig war, dass man beim Einsprechen nicht vergessen durfte, dass Jazzy eben menschliche Züge aufweist, aber am Ende immer noch ein Äffchen ist. Man muss so einer Rolle durch die Stimme einen eigenen Charakter geben. Auf technischer Ebene war herausfordernd, dass wir nicht allzu viel Zeit für die Produktion hatten und ich teils sehr lange Takes hatte. Das gibt dem Ganzen aber einen guten Fluss.

An wen richtet sich der Film?

Es ist schon ein Film für Kinder, wobei auch Eltern ihren Spaß haben. Kinovergnügen für die ganze Familie ist wichtig. Es ist schön, dass solche Filme weiterhin gemacht werden.

Dennoch werden auch ernste Themen angesprochen – Waldbrände, Brandrodung…

Absolut. Mich hat das im ersten Moment auch ein wenig geschockt, weil ich noch genau weiß, wie ich damals als Kind auf „Bambi“ reagiert habe. Ich kann den Film bis heute nicht wirklich gucken und finde es ganz schlimm, was da passiert. Aber auch diese Themen müssen erzählt werden. „Jazzy“ macht das sehr kindgerecht. Auch wenn Kinder vielleicht nicht immer die ganze Tragweite von so etwas verstehen, bietet der Film eine gute Ausgangslage für Gespräche.  

Was tust du für den Artenschutz?

Ich habe manchmal schon beim täglichen Einkauf das Gefühl, das ich versage. Ich achte auf Bioprodukte und darauf, dass nicht von wer weiß wo importiert wird. Aber dann entscheide ich mich manchmal doch für die Khaki oder so. Man muss sich einfach eingestehen, dass man nicht allumfassend alles perfekt machen kann. Das kann keiner. Mir liegt Tierwohl aber sehr am Herzen. Ich unterstütze zum Beispiel seit zwölf Jahren den WWF. Bei mir läuft vieles über Spenden. Ich würde aber auch mit einer Organisation zusammenarbeiten, wenn passende Anfragen kämen.

Am Ende ist es wohl am wichtigsten, dass man überhaupt etwas in diese Richtung unternimmt.

Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Man kann nicht alles perfekt machen, darum geht es nicht. Aber mich ärgert es total, wenn mir jemand erzählt, er macht nichts, weil andere sich ja auch nicht ändern würden… 

Der Film ist von Leonardo DiCaprio produziert. Hast du ihn bereits getroffen oder wirst du ihn im Rahmen der Promo treffen?

Das wäre schön, aber nein. 

Würdest du dich mit ihm über Umweltthemen unterhalten oder doch eher übers Filmische?

Womöglich über beides. Einen Hollywood Star zu treffen, ist wohl für die meisten ein Traum. Wenn man selbst in der Branche tätig ist, ist das nochmal was ganz anderes. Ich würde es richtig feiern, jemandem dieser Größe zu begegnen.

Was schaust du privat gerne?

Ich schaue aktuell „The Marvelous Mrs. Maisel“. Die Serie ist zwar schon ein bisschen älter, aber richtig gut. Auch „Mad Men“ habe ich gerne angesehen. Als Film hat mich zuletzt „Für immer hier“ beeindruckt. Der Film wird langsam erzählt und ist sehr schwer. Er spielt während der brasilianischen Militärdiktatur in den Siebzigern und Achtzigern. Er ist sehr politisch, zeigt aber auch, wie eine Familie auseinandergerissen wird. Sehr sehenswert.

„Jazzy – Chaos im Regenwald“
ab Donnerstag, 16. April, im Kino