Dating-Abenteuer

Palina Rojinski: "Ich habe keine Erfahrung mit Online-Dating"

20.04.2026, 12.27 Uhr
Bei einer Tarot-Lesung eines hippen Großstadtorakels erhält Ivy in der Serie „My Ex“ eine überraschende Prophezeiung: Ihre große Liebe ist jemand aus ihrer Vergangenheit. Und zu allem Übel hat sie nur drei Monate Zeit, diese Person ausfindig zu machen. Im Interview spricht Palina Rojinski über ihre Rolle in der ZDFneo-Serie und verrät, was für sie ein gutes und ein schlechtes Date ausmacht.
Palina Rojinski mit Karten in der Hand vor glitzernem Hintergrund.
Ivy (Palina Rojinski) sucht in "My Ex" die große Liebe. Fotoquelle: ZDF/EYECANDY Berlin/Maximilian Baier

prisma: Warum wollten Sie Ivy unbedingt spielen?

Palina Rojinski: Ich mag Ivy. Ivy ist locker und easy, aber irgendwie dann doch nicht so locker und easy, wie sie es gerne hätte. Sie hat einen großen Traum. Sie möchte Familie, die große Liebe und Romantik. Dafür traut sie sich viel zu geben und sich auf eine mutige Reise zu begeben. Sie merkt, dass ihre langjährige Beziehung mit Chris doch nicht das Gelbe vom Ei ist, weil er sich nicht committen will, narzisstische Züge hat, Probleme hat, mit denen er sich nicht auseinandersetzen und nicht in Therapie gehen will. Diese Fassade bröckelt und sie entscheidet sich, sich von ihm zu trennen mit Mitte 30. Und das, obwohl in ihrem Freundeskreis alle in einer festen Beziehung sind, geheiratet haben, verlobt sind, schwanger sind oder ein Kind bekommen haben. Sie ist die Einzige, die mit Mitte 30 alleine dasteht und wirklich um ihre Zukunft Angst hat und die Uhr ticken hört.

Können Sie einen kleinen Einblick in Ivys Dates geben: z. B. ein, zwei Beispiele zu den verrücktesten Begegnungen mit ihren Ex-Freunden?

Da ist wirklich jede Begegnung ein Abenteuer. Wir hatten manchmal am Set Probleme, Sachen zu drehen, weil wir uns alle so totgelacht haben. Da gibt es einmal das Mama-Söhnchen Paul. Die Beziehung war eigentlich total super und Ivy und er waren voll auf einer Wellenlänge, aber leider hat sich die Mutter extrem in alles eingemischt und stand zwischen ihnen. Ivy traut sich dann bei Paul zu klingeln und erfährt, dass seine Mutter gerade verstorben ist. Das tut ihr leid, aber irgendwie freut sie sich auch darüber. Plötzlich sind die Karten neu gemischt und Paul ist vermeintlich der absolute Traummann. Bis dann das passiert, was passiert... Dann gibt es noch einen absoluten Softie, der es irgendwie auch faustdick hinter den Ohren hat. Also wir haben ein ganz schön buntes Bouquet an verschiedenen absurden, sehr lustigen Situationen.

Gibt es Eigenschaften Ihrer Rolle, in denen Sie sich selbst wiedererkennen?

Ich glaube, dass sich jedes Mädel in der Rolle wiedererkennt. Da ist für alle etwas dabei. Ivy merkt durch die Reflexion und Reise, den „Summer of Love“ wie Medium Boris, gespielt von Daniel Zillmann, es nennt, wie sehr sie sich jedes Mal an den Mann oder die Frau angepasst hat, wie sehr sie in die Welt der Person eingetaucht ist. Und das alles nur, um ihren Traum zu leben. Sie hat sich selbst immer ein Stückchen verloren. Das ist auch eine große Selbstfindungsreise.

Gibt es etwas, das Sie von Ivy gelernt haben?

Weitermachen, Augen und Ohren aufhalten und dem Herzen folgen. Aber das habe ich eigentlich schon immer so gemacht.

Welche Botschaft hoffen Sie, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer aus Ihrer Rolle mitnehmen?

Sie sollen einfach gute Laune haben. Mir geht es darum, dass die Serie einen mitnimmt, aus dem Alltag entführt und dass man zusammen lachen kann. Es ist eine Serie, die man zusammen mit Freunden gucken kann oder natürlich auch alleine. Ich glaube, sie regt auch zum Nachdenken an, wie es bei einem selbst läuft: Wie war das eigentlich bei mir? Was ist der Status quo? Wo habe ich meine unbearbeiteten, kleinen Dämonen? An welche Themen traue ich mich noch nicht ran? Welchem Drachen muss ich noch begegnen, um bei mir selbst anzukommen oder meine große Liebe zu finden?

Was sagt „My Ex“ aus über Erwartungen, die wir an Beziehungen haben?

Dass wir schon auch scheitern an den Erwartungen, dass es oft Illusionen sind. Aber natürlich geht man in jede Beziehung, auch in eine Arbeitsbeziehung oder in eine Freundschaft, mit Erwartungen und auch Wünschen rein. Das ist ja so, das kann man nicht ändern.

Es ist gut, sich dessen bewusst zu sein, damit man versuchen kann, trotzdem offen zu bleiben. Und gleichzeitig bei sich und seinen Werten zu bleiben, sich nicht zu sehr zu verstellen, um den Erwartungen der anderen zu entsprechen. 

Was macht Dating heute so herausfordernd? Oder würden Sie dem widersprechen?

Ich weiß nicht. Es gibt so viele Datingportale. Ich habe aber noch nie Erfahrung mit Datingportalen oder Online Dating gemacht. Ich habe das Gefühl, dass es gerade zwei Entwicklungen gibt. Entweder man gründet früh eine Familie, hat viele Kinder, lebt einen ganz klassischen Lebensentwurf oder man versucht das Optimum zu finden, also man hat immer etwas anderes und will sich nicht festlegen. Es gibt ja auch so viele neue Beziehungsformen. Es ist sehr viel freiheitsliebender geworden, habe ich das Gefühl. Vielleicht ist es auch nur sichtbarer geworden oder wird nur mehr zum Thema gemacht.

Wie realistisch finden Sie die Dating-Idee der Serie? Ist das eine gute Idee?

Für die Serie finde ich es eine total gute Idee, es ist mega lustig. Ich persönlich halte es aber eher so: Das, was in der Vergangenheit ist, das soll da auch bleiben.  

Wie sieht für Sie das perfekte Date aus?

Dass man einander Platz lässt und sich kennenlernt. Dass man Fragen gestellt bekommt, dass man selbst Fragen stellt, dass man einfach Spaß miteinander hat.

Was wäre für Sie ein absolutes Dating-Disaster?

Wenn die andere Person nur über sich redet. Ich glaube, beim ersten Date finde ich es auch wichtig, dass der Mann die Rechnung übernimmt. Da bin ich sehr klassisch.

Was sind Ihre Dating-Tipps?

Ob ich für Dating-Tipps die Richtige bin, weiß ich nicht. Aber ich glaube, es ist wichtig, bei sich zu bleiben und nicht zu aufgeregt zu sein. Wenn einem etwas auffällt im Gespräch, was einem nicht gefällt, sollte man das nicht sofort unter den Teppich kehren, sondern sich merken.

Ivy beginnt ihre Ex-Partner zu daten, nachdem ihr ein Orakel prophezeit hat, dass sie ihren Traummann schon kennengelernt hat. Glauben Sie selbst auch an Schicksal?

Ich glaube schon, dass wir irgendwie geführt werden. Und ich glaube auch, dass wir in unserem Leben Entwicklungen machen können, auf so ein gewisses, neues Level aufsteigen können, uns eigentlich alle Türen offenstehen und man vieles erreichen kann, was man sich erträumt. Es ist wichtig, groß zu träumen.

 In der Serie spielt Astrologie eine zentrale Rolle – etwas, das Sie auch privat sehr interessiert. Wie sehr konnten Sie das in die Figur einfließen lassen? Wie viel von Ihrem eigenen Wissen konnten Sie selbst einbringen?

Ich fand es wichtig, dass Ivy keine Astrologie-Expertin und keine Tarotkarten-Expertin ist, weil das einfach eine andere Geschichte wäre, die man dann erzählen würde. Mir war es wichtig, dass man als Zuschauerin und Zuschauer mit auf diese Reise genommen wird und kein Vorwissen braucht. Man wird mitgenommen durch Boris, das Orakel und auch durch Freundin Flo, gespielt von Caro Cult. Ivys Freunde ermuntern sie ja auch an diese Prophezeiung zu glauben und dieses Abenteuer auf sich zu nehmen. Mir war es aber wichtig, dass alle Tarotkarten oder horoskopischen Deutungen Hand und Fuß haben, ohne dass die Serie zu überladen ist.

„My Ex“
ab Montag, 27. April, 10 Uhr, alle Folgen in der ZDF-Mediathek
ab Mittwoch, 6. Mai, 21.45 Uhr, wöchentlich in Doppelfolge in ZDFneo