Im Interview

Hochzeitsprofi Froonck: "Eine perfekte Hochzeit ist keine Frage des Budgets"

31.08.2026, 02.00 Uhr
In der ZDF-Sendung „Duell der Hochzeitsprofis“ treten Hochzeitsplaner gegeneinander an. Frank „Froonck“ Matthée gibt Einblicke in seine Erfahrungen und die Herausforderungen der Hochzeitsplanung.

In der neuen ZDF-Sendung „Duell der Hochzeitsprofis“ treten zwei Experten gegeneinander an und präsentieren Brautpaaren ihre Visionen. Frank „Froonck“ Matthée ist einer der fünf teilnehmenden Hochzeitsplaner. prisma sprach mit ihm über seine Vorstellung einer perfekten Hochzeit.

Du blickst auf jahrelange Erfahrung im Business zurück und hast bereits 2002 deine eigene Hochzeitsagentur gegründet. Inwiefern hat sich das Geschäft seitdem verändert?

Es hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Also natürlich ist die Nachfrage nach Hochzeitsplanern größer geworden. Als ich anfing, steckte das ja wirklich absolut in den Kinderschuhen und durch meine verschiedenen Sendungen bekam es dann auch hierzulande mehr Bekanntheit, sodass heutzutage eine professionelle Hochzeitsplanung in Deutschland etabliert ist. Aber wir sind leider immer noch nicht so weit wie beispielsweise in den USA. Dort ist es quasi ein Automatismus, einen Hochzeitsplaner hinzuzuziehen, wenn man heiratet. Die Deutschen sind leider nach wie vor eher ein Do-it-yourself-Volk, sie legen gerne selber Hand an und achten auch stark auf das Geld. Es stellt sich letztendlich einfach die Frage, was einem eine Hochzeit beziehungsweise die perfekte Planung wert sind.

Aufs Geld zu achten und einen Hochzeitsplaner beauftragen – schließt sich das aus?

Ein Hochzeitsplaner ist natürlich immer ein Extraposten. Das sind Kosten, die nochmal obendrauf kommen. Aber man muss dazu sagen, dass das Brautpaar durch unsere Tätigkeit auch einiges spart. Wir sind die Profis. Wir wissen, worauf man achten muss, auf was man vielleicht auch verzichten kann und an welchen Stellen man Geld einsparen kann. So reinvestiert sich das und lohnt sich für das Paar. Es ist vor allem bei größeren Hochzeiten – sprich viele Personen und höheres Budget – oder gerade auch bei Festen im Ausland, absolut sinnvoll. Die Planung ist da viel komplexer,  und anspruchsvoller. Man feiert über mehrere Tage hinweg, braucht Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste, Transfers und viel Unterhaltungsprogramm. Bei hochbudgetierten Hochzeiten kommen viele weitere Aspekte hinzu. Und je ferner die Hochzeit vom Wohnort stattfindet, so umfangreicher wird sie ist und je größer die Gästeliste, desto anstrengender und schwieriger wird auch die Planung. 

Würdest du sagen, dass die meisten Paare eine realistische Vorstellung von den Kosten haben? 

Das ist eine sehr gute Frage! Nein! Weil ich im ersten Gespräch ganz oft merke, dass Paare ihre Vorstellungen überhaupt nicht beziffern, also kein Preisschild dransetzen können. Das macht es dann manchmal etwas schwierig, weil man auch mal kleine Träume zerstören und den Realitätscheck machen muss. Das Leben ist unglaublich teuer geworden, das gilt auch für Hochzeiten. Die einzelnen Teilbereiche wie Gastronomie, die Location, Live Entertainment und so weiter haben sich preislich alle erhöht. Und die Paare sehen oft auch gar nicht die vielen Details, die dahinterstecken und welche Nebenkosten anfallen können. Blumen sind ein gutes Beispiel: Sie wissen vielleicht, wie teuer ein Strauß Rosen ist, aber dass man durch die ganze Manpower, den Transport, Auf- und Abbau plötzlich bei 4000 Euro für den Schmuck landen kann, lässt sie dann sprichwörtlich vom Stuhl fallen.  

Wie teuer ist eine Hochzeit im Schnitt oder lässt sich das schwer sagen?

Es gibt natürlich verschiedene Preiskategorien entsprechend unserer Gesellschaftsschichten. Laut Statistik kostet die durchschnittliche Hochzeit in Deutschland aktuell meine ich zwischen 15.000 und 20.000 Euro. 

Gibt es auch Aufträge, die du ablehnst – beispielsweise weil du mit dem Budget nicht arbeiten kannst?

Für mich sind in allererster Linie die Persönlichkeiten der zwei Menschen, die vor mir sitzen, wichtig. Hochzeitsplanung ist für mich nicht nur ein administrativer, organisatorischer Prozess, sondern zuvorderst auch ein menschlicher. Die Planung der eigenen Hochzeit ist eine sehr sensible, sehr emotionale Phase im Leben von Paaren – vor allem von Bräuten. Es spielen hohe Erwartungen an den sprichwörtlich schönsten Tag des Lebens eine große Rolle, man will sich für immer an diesen Moment erinnern. Es geht mir deshalb vor allem darum, dass Paar mit auf eine wunderschöne Reise zu nehmen; dass wir gemeinsam eine tolle Zeit haben und nicht nur die Hochzeit als Produkt am Ende perfekt ist. Um die Frage zu beantworten: Ich bin sehr selektiv, weil ich weiß, wie wichtig eine gute, harmonische Zusammenarbeit ist. Ich bin ja mindestens ein Jahr lang der Best Buddy der Braut. Da muss die Chemie schon stimmen!

Was sind aktuell die größten Trendthemen in Sachen Heiraten?

Ich muss dich da leider direkt enttäuschen, da ich gar kein Fan mehr von Trends bin. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung habe ich gefühlt alles schon gesehen. Es kommt Vintage, es kommt Glamour. Es kommen cleane Farben, wir gehen wieder zurück zu weiß, ganz schlicht. Es kam Grün, es kamen bold colors… Ich habe mich ziemlich von den Trends abgekehrt, weil für mich wirklich das Brautpaar im Mittelpunkt steht. Und ich möchte dem Paar keinen Trend aufdrängen. Wenn mir die Braut Beispielbilder zeigt, dann frage ich immer nach: Passt das eigentlich zu euch? Passt es zu dem Stil eurer Hochzeit, zur Location? Und oft ergibt das leider keinen Sinn. Außerdem gibt es bei mir generell kein „Copy-Paste“, ich kreiere immer etwas Neues für die zwei – abhängig vom Budget, vom Lifestyle des Paares und von der Location. Daran muss man alles festmachen und nur dann wird es am Ende auch perfekt. Wenn man sich nur auf Trends verlässt, merken die Gäste ganz schnell, dass das nicht wirklich vom jeweiligen Brautpaar kommt.

Jetzt ist gerade dieses kleine Wörtchen „perfekt“ gefallen. Was macht für dich eine perfekte Hochzeit aus? 

Eine perfekte Hochzeit ist – ganz einfach gesagt – wenn sich Braut und Bräutigam amüsieren, wenn sie einen unglaublich wundervollen Tag oder ein einmaliges, mehrtägiges Event mit ihren Gästen feiern. Wenn man diese Energie spürt, die sich während des Festes entwickelt, wenn alle zusammen die Liebe und das Leben feiern. Das ist das Allerschönste, dann ist es perfekt. Es ist egal, wie viel Unterhaltungsprogramm man hat, wie viele Live-Acts, wie viel Essen, welches Essen. Es muss einfach passen, stimmig und harmonisch sein und sich gut anfühlen. Es ist nicht in erster Linie kleine Design-Detail, wie zum Beispiel das ausgefallene Besteck oder ähnliches. In solchen Details kann man sich schnell verlieren und die Gesamt-Atmosphäre aus den Augen verlieren. Zumal das auch eine Budgetfrage wäre. Das würde bedeuten, dass günstigere Hochzeiten nie perfekt sein können. Aber das stimmt eben nicht. Also auch die kleinste Hochzeit, wenn man zum Beispiel im Garten zu Hause feiert, kann eine super Hochzeit für ein Paar sein, weil es sich richtig anfühlt und authentisch ist.

Um den Bogen zur neuen ZDF-Sendung „Duell der Hochzeitsprofis“ zu schlagen: Du trittst dort gegen andere Hochzeitsplaner an und willst das perfekte Konzept fürs Paar abliefern. Wie war das für dich?

Das war super spannend! Zum ersten Mal musste ich mich mit Kolleginnen und Kollegen messen und mich dem Urteil des Brautpaares stellen. Es war natürlich interessant zu sehen, was die Wettbewerber bieten und welche Ideen sie haben. Ich war auch jedes Mal sehr aufgeregt vor den Präsentationen, weil man eben nicht weiß, was der andre in petto hat und auf wen die Wahl fällt. Und in dieser neuen Sendung gibt es eben auch kleinere Budgets, die dem eben erwähnten Durchschnitt in Deutschland entsprechen. Das war dann zusätzlich eine Herausforderung.

Wie war der Austausch mit den Kollegen?

Ich bin mit gemischten Gefühlen zum Set gefahren, weil ich vorher nicht wusste, wie kompetitiv es sein wird. Aber ich muss sagen, auch wenn es total kitschig klingt, wir waren wirklich ein Herz und eine Seele, weil wir alle schon einige Jahre im Business sind. Ich glaube, man ist dann nicht mehr so ellbogenmäßig unterwegs wie vielleicht jemand, der am Anfang steht. Es war daher ein ganz lockerer, freundschaftlicher Austausch.

Ist so ein Wettstreit im Fernsehen wirklich nötig, wenn man der Hochzeitsbranche doch eh schon vorwirft, dass alles immer teurer und üppiger werden muss?

Nein, also so habe ich das noch nie gesehen. Den Vorwurf muss man eher den sozialen Medien machen. Dort gibt es Optimierung in allen Lebenslagen, das betrifft auch Hochzeiten. Es werden fast nur sehr pompöse, sehr extravagante, ausgefallene Hochzeiten gepostet und die vermeintlich perfekten. Das regt bei Paaren natürlich den Appetit an und dann muss erstmal wieder der Realitätscheck her. Als Planer können wir keine Luftschlösser bauen, die nachher in sich zusammenfallen. Und was die Sendung betrifft: Da treten zwei Planer gegeneinander an, beide haben die gleichen Rahmenbedingungen. Also wir haben das gleiche Budget und das gleiche Paar vor uns. Da geht es weniger um höher, schneller, weiter, wer macht mehr, sondern darum, was kann ich und wie kann ich das Budget bestmöglich nutzen, sodass es für das Brautpaar am Ende passt. Das Spannende und Neue an diesem Format ist, dass man als Zuschauer sieht, was alles möglich und wie groß das Spektrum ist. Ich denke, es wird ein riesiger Fächer an Inspiration und Ideen geboten, und angehende Brautpaare können viel für sich mitnehmen. Der Wettkampf tritt da fast schon in den Hintergrund.

„Duell der Hochzeitsprofis“
ab Freitag, 4. September, in der ZDF-Mediathek
ab Sonntag, 6. September, 14 Uhr, wöchentlich im ZDF