Max Giermann hat die zweite Staffel des Erfolgsformats „Last One Laughing“ (LOL) bei Amazon Prime gewonnen. Jetzt ist er zum vierten Mal als Teilnehmer bei der Show dabei, in der sechs Stunden lang nicht gelacht werden darf. Am 14. Mai startet die siebte Staffel.
Du bist zum vierten Mal als Teilnehmer dabei. Wieso tust du dir das Ganze überhaupt nochmal an?
Max Giermann: Das frage ich mich jedes Mal, wenn die Leuchte angeht und die Sendung beginnt. Dieses Mal bin ich wieder dabei, weil der Cast einfach großartig ist und ich es mir nicht verkneifen konnte. Ich muss aber zugeben, dass es zunehmend herausfordernder wird, sich Sachen einfallen zu lassen. Mein Anspruch war es ja immer, da auch möglichst kreativ zu sein und unterschiedliche Dinge zu präsentieren. Mit dem Material dieser vier Staffeln könnte ich bereits Abende füllen. Langsam wird die Luft ein bisschen dünn.
Wer würdest du sagen, ist dieses Jahr für dich die stärkste Konkurrenz?
Schwer zu sagen. Ich sehe mich nicht unbedingt als Favoriten. Teddy ist immer gefährlich, weil er einfach so unberechenbar ist und im Grunde die ganze Zeit durchperformt. Martina Hill ist eine Person, über die ich auch im Privaten sehr viel lache.
Gibt es einen Witz, mit dem du jeden kriegst?
Also ich gehe davon aus, dass garantiert keiner und keine lacht – damit fahre ich besser. Wenn es dann doch mal gelingt, dann feiere ich innerlich Geburtstag und Weihnachten zugleich. Aber das ist mir im Laufe dieser Staffeln wirklich sehr, sehr selten gelungen. Die größere Gefahr ist, dass man selber lachen muss, aufgrund der grotesken Situation, in der man da steckt. Man spielt sich einen Wolf und alle gucken einen mit versteinerten Mienen an. Das ist eigentlich das Besondere an diesem Format: Dass man da Dinge durchlebt, die einem sonst in diesem Beruf einfach nicht passieren würden.
Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten?
Also man könnte das vielleicht irgendwie trainieren, aber so verbissen bin ich dann doch nicht. Man will ja lachen müssen. Ich will ja selber auch gut unterhalten werden. Es ist nicht so, dass ich mich darüber freuen würde, wenn eine Nummer langweilig wäre, natürlich will man auch den Spaß haben. Man darf ihn halt nur nicht zeigen. Ich habe aber auch noch nicht herausgefunden, wie das funktioniert. Dafür brauche ich nochmal vier, fünf Staffeln vielleicht.
Es ist im Vorfeld immer die Rede von Angstgegnern. Hast du welche?
Also bei der Besetzung in dieser Staffel ist das Niveau so hoch, da kann man sich nie ausruhen. Und tatsächlich sind ja die vermeintlich ungefährlichen Situationen oft die prekärsten, weil man eben nicht darauf vorbereitet ist.
Würdest du sagen, dass die leichteren „Opfer“ diejenigen sind, die keine Comedians sind?
Gute Frage. Darüber habe ich mir tatsächlich noch gar keine Gedanken gemacht, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es vielleicht so ist. Wir Comedians neigen ja dazu, zu denken, wir kennen alles. Man würde vielleicht auch in dem Comedy-Programm von Kolleginnen und Kollegen gar nicht so herzhaft lachen, wie andere, weil man es einfach immer aus diesem professionellen Blickwinkel betrachtet. Nicht, weil man es nicht lustig findet, sondern weil man es anders anschaut. Andererseits habe ich gelernt, es gibt keine Gesetzmäßigkeiten bei dieser Show. Die ist einfach Anarchie pur und man kann von nichts sicher ausgehen.
Würdest du, wenn du könntest, etwas an dem Format ändern?
Nein. Ich finde das Erfolgsrezept dieses Formates ist, dass es von Anfang an die Prämisse wirklich ernst genommen hat. Dass man nicht versucht hat, irgendwas zu faken oder vielleicht die Aufzeichnung auf drei Tage zu verteilen. Es ist halt wirklich so, wie gezeigt: Da werden zehn Kollegen, die sich gegenseitig schätzen, gemeinsam für sechs Stunden in den Raum gesperrt, und jeder darf machen, was er will. An diesem Erfolgsrezept sollte man besser nichts ändern.
Aber würdest du dir vielleicht doch mal wünschen, dass Bully mitmacht und ihr euch endlich mal ein wenig fürs Buzzern rächen könnt?
Grundsätzlich ist es ja Bullys Show. Das ist sein Ding und sein Platz im Kontrollraum. Den will ich ihm jetzt nicht verbal streitig machen. Aber klar, mal gegen Bully anzutreten oder mal zu sehen, wie er sich in so einer Situation schlägt, das wäre schon interessant.
Und was das Teilnehmerfeld angeht: Hättest du einen Wunschkandidaten?
Bei „LOL“ war ja schon die Crème de la Crème der deutschen Comedy-Szene. Ich würde es zum Beispiel feiern, wenn Jim Carrey da mal einen Gastauftritt hätte. Dann würde ich einfach schon aus Prinzip sagen, nee, also wenn der da hinkommt, dann lache ich. Und wenn es in der dritten Minute passiert, da lache ich einfach
Kannst du dir vorstellen, nochmal bei „LOL“ mitzumachen?
Ich glaube schon, aber ich brauche jetzt wahrscheinlich eine längere Pause, um wieder Ideen zu sammeln.
„Last One Laughing“ ab Donnerstag, 14. Mai auf primevideo