Mit Beginn der "dunklen Jahreszeit" steigen die Einbruchszahlen. Wer sein Zuhause noch nicht ausreichend gesichert hat, sollte dies schnell nachholen. Doch was für Maßnahmen sind wichtig?

Um unter anderem diese Frage zu klären, konnten Leser bei der prisma-Telefonaktion mitmachen. Zahlreiche Anrufer meldeten sich bei unseren drei Experten. Besonders beliebt waren praktische Tipps zum Thema Einbruchschutz. Hier ein Blick auf die zentralen Themen:

Alarmanlagen Vor allem Besitzer von Einfamilienhäusern versuchen, ihr Zuhause mit Einbruchmeldeanlagen (EMA) zu schützen. Allerdings melden diese lediglich Einbrüche und erhöhen das Entdeckungsrisiko für Einbrecher. "EMA sind in der Regel nur dann sinnvoll, wenn das Eindringen der Täter in das Objekt durch mechanische Sicherungen erschwert wird", sagt Silvia Sage, Sachbearbeiterin im Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Tipps für Unternehmen, die eine fachgerechte Alarmanlage installieren wollen, gibt es bei der Polizei NRW: www.polizei.nrw.de

Sicherungen Die Wohnungstür kann zum Beispiel mit einem Querriegelschloss mit Sperrbügel und gegebenenfalls zusätzlich mit einem elektronischen Warnsystem gesichert werden. Auch eine Anwesenheitssimulation durch ein eingeschaltetes Radio und Lampen mit Zeitschaltuhr sind empfehlenswert. Bei Terrassentüren und -fenstern ist laut Markus Schettke, technischer Fachberater der Kreispolizeibehörde Dortmund, eine Nachrüstung mit Aufsatzschlössern oder Zusatzschlössern sinnvoll. Auch denkbar: eine umlaufende Pilzkopfverriegelung und abschließbare Fenstergriffe (VdS-anerkannt). "Besonders für schlecht einsehbare Bereiche ist zudem eine einbruchhemmende Verglasung P4A nach DIN 356 eine Lösung", sagt Schettke. Bei älteren Fenstern und Türen (vor Baujahr 1990) empfiehlt er zudem, diese gegen neue Elemente nach DIN EN 1627 (WK/RC 2) auszutauschen.

Wer glaubt, Rollläden seien für Einbrecher ein ausreichendes Hindernis, der irrt. Diese können in der Regel einfach überwunden werden. Die Experten raten sogar, Rollläden zur Tageszeit nicht herunterzulassen. Das signalisiere Tätern im Zweifel lediglich, dass die Bewohner nicht zu Hause sind.

Fördermöglichkeiten Immobilienbesitzer, die beim Einbruchschutz nachrüsten wollen, sollten sich über KfW-Fördermöglichkeiten informieren. "Dem Vernehmen nach wird der Fördertopf im kommenden Jahr möglicherweise mit rund 50 Millionen Euro gefüllt", erklärt Sebastian Brose, stv. Abteilungsleiter der VdS Schadenverhütung GmbH. Zudem soll die Mindestinvestitionssumme von 2000 Euro auf 1000 Euro gesenkt werden. Daneben fördert das Land NRW bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch mit zinsgünstigen Darlehen. Informationen dazu gibt es auf www.riegelvor.nrw.de