Auch wenig Raum bietet viel Platz für Pflanzenfreude – das zeigen unsere Tipps: mal klassisch, mal kreativ. Lassen Sie sich für den Frühling inspirieren.

Hochbeet

Klassische Hochbeete messen 150 x 200 Zentimeter, kleinere Varianten beispielsweise 30 x 60 Zentimeter. "Das Gute daran ist: Man kann sie überall aufstellen – im Garten, im Hinterhof, auf der Dachterrasse", sagt Kurt Scherdi, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Einzelhandelsgärtner und Inhaber der Gärtnerei Scherdi im bayerischen Hofstetten. Die hohe Position ermögliche eine angenehme Bearbeitung ohne Bücken und schone den Bewuchs vor Schädlingen wie etwa Schnecken.

Tipp: Duo aus Kräutern und Gemüse

Für das erste Hochbeet empfiehlt der Fachmann Schnittlauch sowie Petersilie, in krauser Variante zum Dekorieren und in glatter zum Kochen. "Dazu lassen sich italienische Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Thymian und Bohnenkraut pflanzen. Auch sie bereichern die Küche. Hinzugesellen würde ich Minzen wie Ananas-, Hugo- und Zitronenminze. Ihre Wurzeln sollte man von den restlichen Kräutern abgrenzen, da sie starke Ausleger produzieren." Nicht nur optisch überzeuge solch eine Bepflanzung, sondern auch praktisch, sagt Scherdi: „So hat man alle benötigten Küchenaromen greifbar." Für das Nachbar-Hochbeet eignen sich Kopf- und Pflücksalat, Rettich und eingesäte Radieschen.

Blumenkasten

Viele Single- und Stadthaushalte werten ihr Wohnambiente mit Blumenkästen auf, wie der Gärtnermeister schildert. "Bepflanzen kann man sie zum Beispiel mit Blumen, Gemüse oder einer Mischung daraus", sagt Scherdi. Beliebt seien etwa Pflücksalat (Ende März pflanzen), Kirsch-, Trilly-, Pepe- und Cookie-Tomaten (ab Mai pflanzen) – die grün-rot gestreiften Früchte der Letzteren seien besonders dekorativ, ebenso wie Kapuzinerkresse, deren essbare Blüten hübsch am Kasten herunterhängen. "Beliebt ist auch Stängelbasilikum. Diese spezifische, hoch aromatische Sorte hält sich auch im Blumenkasten. Man bekommt ihn in Gärtnereien." Handelsüblicher Basilikum aus Super- oder Baumärkten eigne sich dagegen eher für den Topf auf dem Fensterbrett.

Tipp: bunte Blütenpracht

Sehr beliebt bei Pflanzenfreunden sind dem Gärtnermeister zufolge Surfinias, eine Petunien-Art, die in allen Farben und sogar gestreift blüht. Klassiker: Trios aus drei Farben, kombiniert mit dem weiß blühenden Diamond Frost (Zauberschnee). Bunte Zauberglöckchen oder Heliotrope hübschen das Bild zusätzlich auf. "Auch Geranien kommen jetzt wieder – mit neuen, sogar wetterfesten Sorten. Sie sind besonders pflegeleicht."

Mini-Gewächshaus

Vor allem junge Menschen wollen immer öfter von Grund auf gärtnern – zum Beispiel im Gewächshaus, wie Scherdi berichtet. Eine kleine Variante, eine Art Hochbeet mit Kunststoffhaube, misst circa zwei mal drei Meter, schützt den Bewuchs vor extremen Temperaturen und bewahrt ein pflanzenfreundliches Klima. Die Häuschen dienen jedoch nur zur Aufzucht, danach muss verpflanzt werden.

Verbreitet ist die Bepflanzung von Gewächshäusern mit Gurken und Kürbis (Nordseite). Pfiffige Alternative: Brotzeitgurken, Ende April gepflanzt. "Die werden nur sieben bis zehn Zentimeter groß", sagt Scherdi. "Pflanzt man sie hängend, kommen ihre Triebe auf 50 bis 80 Zentimeter herunter. An den Früchten kann man sich im Vorbeigehen bedienen." Stark im Gewächshaus-Trend liegen zudem Paprikasorten und Chili (Südseite). Für den Hintergrund eignen sich Cocktail- und Partytomaten, an Spiralen hochgebunden (Seitentriebe herausbrechen).

Alles, was hängt

Ob einzelne Töpfe oder gleich ein vertikaler Garten: Hängende Pflanz-Gefäße sparen Platz – direkt an der Wand, dekorativen (Holz-)Balken oder beispielsweise an senkrecht stehenden Europa-Paletten oder Gittern befestigt. Am besten eignen sich dem Gärtnermeister zufolge klassische Blumentöpfe. "Es gibt natürlich den Trend, Einweg-Kunststoffflaschen, Einmachgläser oder andere Dinge als Gefäß zu nutzen", sagt Scherdi. Der Nachteil: Um eine Drainage gegen Wasserstau zu schaffen, müssen die Behälter angebohrt werden.

Tipp: Schönes mit Nutzwert

Schön nach unten wachsen Kurt Scherdi zufolge unter anderem Fächerblumen (Scaevola), Geranien-Ampeln, Hänge-Fuchsien (an schattigen Plätzen) und die weißblütige Schneeflockenblume (Bacopa). Duftgeranien, kombiniert mit Weihrauch, vertreiben Ungeziefer, Bidens zum Hängen riecht nach Honig und lockt fleißige Bienen an.

Extra-Tipp:

Die Kräutertreppe ist eine besonders kreative und schöne vertikale Variante des platzsparenden Pflanzens. Sie ist im Gartencenter erhältlich, kann aber auch selbst gebaut werden. Dafür eignen sich ebenfalls Gitter, Euro-Paletten – oder eine Leiter. Jede Gewürzpflanze bekommt ihr eigenes Gefäß, das je nach Konstruktion aufgehängt oder abgestellt wird. Je mehr Sonnenlicht die Kräuter vertragen, desto weiter oben werden sie platziert. Nach unten kommen Pflanzen, die lieber im Schatten gedeihen. Um Sonnenlicht für die oberen Pflanzen sicherzustellen, sollte die Treppe möglichst gen Süden aufgestellt werden.

Gefäßbepflanzung

Blumenkübel, Pflanzschalen und Keramiktöpfe sind flexibel einsetzbar. Pflanzenfreunde können sie je nach Form und Größe in Szene setzen. "Das ist derzeit beliebt", sagt Scherdi. Mit Blick auf die Bepflanzung auf engem Raum sollte man darauf achten, keine zu buschig wachsenden Pflanzen zu wählen.

Tipp: schmal, hübsch, pflegeleicht

Bewährt hat sich Scherdi zufolge das Wandelröschen (Lantana), besonders in Gelb, GelbLila und Orange. "Sonderfarben eignen sich weniger, sie haben einen ungleichen Wuchs." Als Unterbepflanzung macht sich Aztekengold (Husarenknopf) gut. Die flachen, gelben Blütenkissen sind pflegeleicht. Einen Kontrast in Blau bildet hängende Männertreu (Lobelia richardii). Vergleichsweise neu auf dem Markt seien Gerbera als stabile Kübelpflanzen von rund zehn Zentimeter Durchmesser.