Was ist ein guter Wein? Welche Trinktemperatur ist die richtige? Und passt Käse immer zu Rotwein? prisma gibt Tipps für Genießer.

Was macht einen "guten" Wein aus? Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) meint, Anhaltspunkte dafür liefere in erster Linie der eigene Gusto: "Es gibt kein Richtig oder Falsch." Er empfiehlt Unentschlossenen, zwei oder drei unterschiedlich teure Flaschen eines Typs oder einer Rebsorte zu kaufen. "Die Unterschiede schmeckt man am besten im direkten Vergleich. Womöglich schmeckt einem ein preisgünstiger Wein sogar besser." Teurer macht einen Wein zum Beispiel, dass Winzer weniger Trauben pro Stock aus ihrem Weinberg ernten. Dadurch sind die Inhaltsstoffe in den Trauben konzentrierter.

Enge Beziehung: Käse – Wein

Die beste Trinktemperatur für Weißwein liegt zwischen neun und 13 Grad Celsius. Rotwein bei Zimmertemperatur zu servieren, gilt als überholt. Verändertes Heizverhalten macht Haushalte nämlich wärmer als früher, die Idealtemperatur für reife Rotweine liegt aber bei 16 bis 18 Grad Celsius. Ebenfalls ein Mythos ist, dass jeder Käse zu Rotwein passt. Dazu ein Tipp der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft: Käse und Wein sollten sich im Geschmack ergänzen, nie dominieren. Milde Käse passen zu milden Weinen, junge Sorten zu spritzigen und fruchtigen Rebsäften. Ist der Käse pikant, trinkt man dazu edelsüßen oder säurestarken Wein.

Jo Wessels, Sommelier in einem Mannheimer Spitzenrestaurant, blickt mit prisma ins Weinglas.

Herr Wessels, welche Aroma- und Anbautrends gibt es aktuell?

Wir bewegen uns beim Wein weg von schweren Aromen. Der Fokus liegt immer stärker auf Frische, Regionalität und natürlichen Anbaumethoden. Viele Winzer sind innovativ und gestalten ganz neue Weine.

Der Klassiker: Welchen Wein zu welchem Essen?

Speisen mit intensiven Aromen wie Grillgut vertragen auch schwerere Weine. Säurehaltige Weine passen gut zu fettigeren Speisen, weiche Weine dagegen können die Cremigkeit von Essenskomponenten betonen. Grundsätzlich gibt es keine allzu starren Regeln – manchmal ist auch Experimentieren gefragt.

Welchen Wein nimmt man zum Kochen?

Es tut mir immer ein bisschen weh, wenn bei der Zubereitung hochwertigen Essens minderwertige Weine zum Einsatz kommen. Es muss kein teurer, sollte aber doch ein ordentlicher Wein sein und sich auch zum Trinken während des Kochens eignen – das ist mein persönlicher Maßstab. Ich empfehle, den Wein als weitere Zutat zu sehen. Braucht das Rezept Säure, etwa Zitronensaft, kann ein frischer Riesling genutzt werden.