Da schaute Horst Lichter für einen Moment etwa verdutzt: Einen wunderschönen Goldring brachte Thorsten Meyer, Sterilisationsassistent aus Oer-Erkenschwick, mit in die ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". "Mächtiger Ring. Erbstück?", wollte Lichter wissen. Tatsächlich hatte Meyer das Unikat von seiner im vergangenen Jahr verstorbenen Mutter vererbt bekommen ...

Warum er dieses Andenken denn abgeben wolle, fragte Lichter, sichtlich erstaunt. Der 39-jährige Verkäufer hatte indes eine Antwort bereit: "Meine Mutter hat keine Ringe getragen", erklärte er, und erzählte dann, was er mit dem Geld, das der Ring bringen würde, vorhabe: Seine Mutter hätte zu Lebzeiten gerne mehr Städtereisen unternommen – das wolle er nun für sie machen. Die bewegende Idee von Thorsten Meyer: Er wolle kleine Schlösser mit den Namen seiner Mutter anfertigen lassen und diese in den Städten, die er besuchen werde, zurücklassen.

"Ich glaube, meine Mutter wäre auch zufrieden"

Der Ring selbst, erklärte Expertin Wendela Horz, sei "eine wirklich schöne Goldschmiedearbeit" – die Steine aber seien "nicht ganz lupenrein". 250 bis 300 Euro wollte Meyer für den Ring haben – eine Einschätzung, die die Expertin teilte. "Keine wahnsinniche Überraschung, aber eine Bestätijung", urteilte der Rheinländer Lichter. "Und davon kaufst du jetzt Vorhängeschlösser!"

Mit dem Händlerkärtchen in der Hand ging es für Thorsten Meyer zu den potenziellen Käufern. Händlerin Susanne Steiger wartete dort mit einer zunächst weniger erfreulichen Einschätzung auf: Der Verkauf solcher Ringe ginge nur schleppend, außerdem sei das Stück zu groß für feine Damenhände. Nach ein bisschen Werbung für das gute Stück ("schon außergewöhnlich") konnte Meyer den Ring schließlich doch für 330 Euro an die Händlerin bringen. Da diese keinen Zehner zur Hand hatte, konnte Meyer dann gar mit 340 Euro nach Hause gehen. "Ich glaube, meine Mutter wäre auch zufrieden."

Kamera gekauft – Freundin weg

Eine sehr private Geschichte verband auch Verkäufer Manfred Bruer mit seinem Verkaufsgegenstand: Er hatte eine Hasselblad-Kamera im Angebot – "die erste war glaub ich am Mond", wusste Lichter über den legendären Hersteller zu berichten. Gekauft hatte sich der 69-Jährige die Kamera in den 80ern, um von seiner Freundin Fotos zu machen wie einst Helmut Newton (Lichter: "Sehr, sehr schöne Mädchen hat der fotografiert!"), nur: "Als ich die Hasselblad hatte, war die Freundin weg!" Zum Schluss lag das Höchstgebot bei 300 Euro – weniger, als sich der frischgebackene Vater Manfred erhofft hatte. Folglich werde er die Kamera "20 Jahre liegenlassen" – oder an seine Kinder vererben.

Der Mann ohne Ohr? Nicht ganz!

Einen echten Van Gogh hatte dann Carmen Pawellek aus Oberhausen im Angebot. Nun ja, einen fast echten. Immerhin aber stammte ihr Aquarell, das einen Schäfer mit seinen Tieren zeigt, von Anton Mauve, seines Zeichens angeheirateter Cousin des großen Van Gogh ("der ohne Ohr", wusste Lichter). Auch Mauve war laut Expertise von Albert Maier "ein ganz Großer" und das Bild selbst auch nicht von schlechten Eltern: "So watt jefällt meiner Frau gut", verriet Lichter.

Auf 1200 bis 1500 Euro schätze Maier das Aquarell. Käuferin Esther Ollik eröffnete die Bieterrunde mit mageren 200 Euro, schnell aber überschlugen sich die Preise: Sie wolle 60 Euro pro Schaf zahlen, also 600 Euro, verkündete Händlerin Susanne Steiger – und als sie dezent darauf hingewiesen wurde, dass da gar 13 Schafe auf dem Bild zu sehen seien, ging das Gebot weiter nach oben. Schließlich konnte sich die 53-jährige Besitzerin des Bildes gar über satte 1000 Euro freuen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst