Kochen zur Primetime: Zwölf Profiköche wollen "Top Chef Germany" werden und stellen sich der Kritik der Jury um Eckart Witzigmann. "Top Chef" hat in anderen Ländern schon große Erfolge gefeiert.

In den USA läuft "Top Chef" schon seit 2006 und wurde mehrfach mit einem Prime-Time-Emmy ausgezeichnet. In Frankreich brachte das Format reihenweise Sterneköche hervor. In Deutschland läuft die Show unter dem Namen "Top Chef Germany". Zwölf Kandidaten, allesamt absolute Profis, wollen immer mittwochs um 20.15 Uhr bei SAT.1 die Jury begeistern. 

Wer ist raus? Wer ist weiter?

Diese Frage stellt sich Woche für Woche bei "Top Chef Germany", denn auch hier muss nach jeder Folge ein oder mehrere Kandidaten die Show verlassen. "Bitte pack' deine Messer und geh", heißt es dann. Ganz geplatzt ist der Traum vom Finale für die Ausgeschiedenen aber noch nicht. In einem reinen Online-Spezial, bei dem nur einer der Juroren (Peter Maria Schnurr) enscheidet, kann sich ein eigentlich ausgeschiedener Kandidat doch noch einen Platz im Finale sichern. Dem Gewinner von "Top Chef Germany" winken 50.000 Euro und ein Porträt in der Zeitschrift "Feinschmecker". Folge für Folge erfahren Sie hier, wer es in die nächste Runde geschafft hat und wer ausgeschieden ist.

Folge 3

Die erste Aufgabe lautet diesmal "Salat". Erneut überzeugt Franz-Josef Unterlechner die Jury am meisten und sichert sich so vorzeitig den Einzug in Woche 4. Die anderen acht Kandidaten müssen zur zweiten Challenge antreten. Im Berliner Olympiastadion heißt es ausnahmsweise Backen statt Kochen. Jede Menge süße Köstlichkeiten fahren die Kandidaten auf - und die Jury wird erweitert durch einen Haufen Kinder. Den Sieg trägt Team Orange davon, dadurch sind alle vier Teammitglieder weiter. Teamchef Christian Grundl darf aus dem anderen Team einen Kandidaten vor der abschließenden Witzigmann-Challenge bewahren. Er entscheidet sich für Tom Götter. Annette Glücklich, Hou Hua und Sven Wesholek müssen ins Ausscheidungskochen, wo sie ein Risotto mit Frühlingsgemüse zaubern sollen. Annette gibt sich die Schuld für die Niederlage des Teams und ist nur halbherzig bei der Sache, liefert aber trotzdem ab, genauso wie Sven. Gehen muss stattdessen ihre Kollegin Hou Hua. Damit ist von drei gestarteten Frauen nur noch eine im Wettbewerb.

Folge 2

Nach der ersten Aufgabe, bei der die Köche so viele Gerichte aus einem Maishähnchen kochen müssen, wie möglich (Franz-Josef Unterlechner macht diese nach Meinung der Jury am besten), müssen die Kandidaten fünf Zweierteams bilden. Die Aufgabe: zwei Gerichte des chinesischen Küchenchefs "Afon" ohne Zutatenliste so getreu wie möglich nachkochen. Sven Wesholek und Hou Hua gewinnen diese Challenge und qualifizieren sich so direkt für die nächste Folge. Die anderen vier Zweierteams müssen je einen Kandidaten in die abschließende "Witzigmann-Challenge" schicken, in der es ums Ausscheiden geht. Wer ins Entscheidungskochen muss, dürfen die Duos unter sich selbst ausmachen.

Aus dem Team Franz-Josef Unterlechner/Tom Götter trifft es Tom, bei Christian Grundl/Steffen Disch ist es Steffen, bei Bernhard Reiser/Johannes Sommer fällt die Wahl auf Johannes. Im Team Serkan Güzelcoban/Annette Glücklich nominiert sich Teamchef Serkan selbst. Die Aufgabe: das perfekte Canapé zum Champagner von Eckart Witzigmann. Das Canapé von Johannes Sommer überzeugt die Jury am wenigsten, er scheidet aus. Bei dem jungen Koch, der an einer Nervenkrankheit leidet und sich selbst beweisen wollte, dass er nicht eingeschränkt ist, fließen ein paar Tränen. Und auch die anderen Kandidaten sind traurig. "Mir zerreißt es das Herz", sagt Serkan. 

Folge 1

Die erste Sendung unterteilt sich in drei Koch-Challenges. Zum Start sollen die Kandidaten ihr "kulinarisches Ich" präsentieren, dürfen also ein Gericht ihre Wahl kochen. Bei dieser Aufgabe überzeugt Sven Wesholek die Jury am meisten. Als Belohung für seinen Sieg darf er sich für Aufgabe zwei, eine Team-Challenge, seine fünf Mitstreiter für das Team Orange selbst aussuchen. Die sechs anderen Kandidaten bilden das andere Team Grau. In der Arminiusmarkthallte in Berlin müssen die zwei Teams die klassischen Gerichte Eisbein und Pfannkuchen neu interpretieren. Neben den drei Juroren werden die Gerichte auch von Pate Arne Anker und 15 Berlinern bewertet. Team Grau mit Teamchef Bernhard Reiser setzt sich durch.

Der Teamchef der Verlierer, Sven Wesholek, muss nun vier Kandidaten aus seinem Team in die finale Challenge schicken. Er stiehlt sich aus der Verantwortung und nominiert sich nicht selbst, was ihm bei den Kollegen natürlich keine Sympathiepunkte einbringt. Stattdessen müssen Sonja Baumann, Christian Grundl, Serkan Güzelcoban und Christopher Knippschild zum Thema "Aubergine" um ihr Überleben in der Show kochen. Zwei von ihnen kommen weiter, zwei scheiden aus. Es trifft Christopher Knippschild und Sonja Baumann, sie müssen ihre Messer einpacken.

Die Kandidaten von "Top Chef Germany"

Steffen Disch (47), Freiburg: Im "Raben Horben" (ein Stern) ist er seit 2013 Inhaber und Küchenchef, zudem ist der Breisgauer Mitglied der "Jeunes Restaurateurs", einer Elite-Vereinigung junger Spitzenköche. Zuschauer von "Abenteuer Leben" (kabel eins) kennen ihn aus der Rubrik "aufgeDischt". 

Annette Glücklich (34), Worms: Sie entschied sich nach ihrer Ausbildung als Hotelfachfrau dafür, sich auf die Küche zu spezialisieren. Sie war Souschefin im "Hämmerle's Restaurant" (ein Stern), mittlerweile ist die dreifache Mutter als Privatköchin mit eigener Event-Catering-Firma tätig. "Mein Küchenstil ist stark von der französischen Küche geprägt, hat aber auch deutsche und italienische Einflüsse", sagt sie. "Meine Küche ist authentisch, geradlinig regional und international mit den besten Produkten!", sagt er.

Tom Götter (31), Selzen: Er lernte im "Hyatt Regency" und im "Hugos" (ein Stern) in Berlin. Er kochte mehrere Jahre im Ausland, u.a. in Spanien, Österreich, Australien und auf Bali.  Seit mehr als einem Jahr ist er Executive Chef bei "Scenic Luxury Cruises & Tours" und betreut aktuell die Küchen-Planung des neuen Kreuzfahrtschiffs "Scenic Eclipse". "Meine ,Küche', mein Stil ist rebellisch, aber immer strukturiert. Ich kombiniere gerne Dinge und erfinde Dinge neu, aber immer mit dem Leitfaden, den Grundgedanken nicht zu verlieren", sagt er.

Christian Grundl (33), Amtzell: Zum Koch wurde er im "Golfhotel Bodensee" ausgebildet, Heute ist er Küchenchef im "Schattbuch" (ein Stern, 15 Punkte Gault & Millau). "Ich habe das Privileg, ein Restaurant mit Freunden zu führen. Wir haben uns auf den Hut geschrieben, das kulinarische Niveau des Allgäus zu heben und etwas zu modernisieren", sagt Christian über seine Küche.

Serkan Güzelcoban (34), Öhringen: Er hat sich im Restaurant "Handicap" innerhalb von zwei Jahren einen Michelin-Stern erkocht, dem weltweit ersten Restaurant mit einem besonderen Inklusionskonzept. Der Vater von vier Töchtern ist heute Küchenchef im "Kleinod" in Öhringen. "Meine Küche steht für Orient trifft Okzident", so Serkan.

Bernhard Reiser (53), Würzburg: Er ist Inhaber des Gourmetrestaurants "Der Reiser" (ein Stern) und Inhaber von "Reisers Genussmanufaktur" mit eigenem Restaurant, Kochschule und einer Feinkostproduktion. 1996 wurde er nur ein Jahr nach der Eröffnung seines ehemaligen Restaurants "Louvre" mit einem Stern im Guide Michelin ausgezeichnet. "Meine Küche ist absolut produkt- und herkunftsbezogen und steht für Authentizität und richtiges Handwerk."

Franz-Josef Unterlechner (33), Ebersberg: Er kochte u.a. im Restaurant "Überfahrt" (drei Sterne, 19,5 Punkte Gault & Millau) unter Christian Jürgens und im "Königshof" (ein Stern, 18 Punkte Gault & Millau) unter Martin Fauster. Aktuell ist Küchendirektor die Gäste im 5-Sterne-Hotel "Bachmair Weissach". "Meine Küche steht für einen sehr bodenständigen Geschmack, mit dem jeder etwas verbindet, und strahlt Feinsinnigkeit aus", sagt er.

Sven Wesholek (26), Dortmund: Bis vor Kurzem war er Küchenchef im "Schote" (ein Stern), das von Star-Koch Nelson Müller betrieben wird, zuvor Souschef im "Résidence" (zwei Sterne). Der nächste große Schritt wäre die Selbstständigkeit. "Mir ist es sehr wichtig, dass das eigentliche Lebensmittel bei einem Gericht im Vordergrund steht und von anderen Sachen perfekt in Szene gesetzt und unterstützt wird", so der junge Koch.

RAUS:

Hou Hua (36), Willich: Die 36-Jährige mit chinesischen Wurzeln kochte schon im "Achterath’s Restaurant" (14 Punkte Gault & Millau) und im "Gasthof Brendel" (15 Punkte Gault & Millau), arbeitete auch als Chef de Rang und stellvertrende Restaurantleiterin. 2014 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und ist als Event-Show-Köchin mit ihrem "Hou-Seg Fine Cooking" unterwegs. "Meine Küche ist ehrlich, einfach und lecker mit wenig Schnickschnack", meint sie.

Johannes Sommer (26), Lübeck-Travemünde: Im "A-Rosa Resort" in Travemünde startete er seine klassische Koch-Ausbildung. Erweitert hat er sein Koch-Portfolio mit einer Sushi-Koch Ausbildung. Aktuell bekocht er als Souschef die Gäste im Restaurant "Horizont" in Timmendorfer Strand. "Meine Küche steht für wahre Liebe zu dem Beruf Koch", sagt er.

Christopher Knippschild (27), Rüthen im Sauerland: Das Talent fürs Kochen hat er von seinem Vater, der unter Star-Koch und "Top Chef Germany"-Juror Eckart Witzigmann arbeitete. Heute ist er Chef de Partie Entremetier im Restaurant "Mesa" (ein Stern) in Zürich. "Meine Küche ist frisch und modern. Sie zeichnet aus, dass ich sehr produktbezogen arbeite und immer das Bestmögliche versuche aus den Produkten rauszuholen."

Sonja Baumann (34), Köln: Ihre Lehre machte sie im Bonner "Halbedel's Gasthaus" (ein Stern) und war mehrere Jahre Teil einer Doppelspitze in der Küche des "Restaurants Gut Lärchenhof" in Pulheim bei Köln (ein Stern). Seit Mitte 2018 ist sie gemeinsam mit Erik Scheffler Inhaberin und Küchenchef im Kölner Restaurant "NeoBiota" (ein Stern). "Mein Motto ist: Einfach mal lecker machen."

Die Jury von "Top Chef Germany"

Eckart Witzigmann ist eine absolute Koch-Legende. Der Östereicher wurde 1994 sogar als "Koch des Jahrhunderts" ausgezeichnet. Ein großer Coup also für SAT.1, ihn als Juror zu gewinnen. "Es gab die Jahre über immer wieder zahlreiche Angebote, aber diese Formate haben mich nicht überzeugt. Koch ist für mich nicht Entertainment, sondern kreative Arbeit", sagt Witzigmann.

Foodkritikerin Alexandra Kilian und Sternekoch Peter Maria Schnurr nehmen die weiteren Plätze in der Jury ein. "Keine andere Kochshow im deutschen Fernsehen im Wettkampf-Format arbeitet ausschließlich mit Profi-Köchen, das verspricht Tempo, Spannung und Niveau", erklärt Kilian. "Und Legende Eckart Witzigmann und Querdenker Schnurr in einer Jury? Da bin ich doch gerne die Dritte im Bunde."

Moderiert wird die Show von Daniel Boschmann.