Wie stehen die Chancen?

Diesen Film schickt Deutschland ins große Oscar-Rennen

07.09.2026, 13.52 Uhr
Auch Deutschland schickt in diesem Jahr mit "Everytime" wieder einen Film-Beitrag ins große Rennen um den Oscar. Zudem könnten zwei weitere deutsche Produktionen in der Kategorie "Bester internationaler Film" ein Wörtchen mitreden.
Oscarverleihung
Backstage während der 98. Oscar-Verleihung im März 2026  Fotoquelle: picture alliance / Photoshot | -

Wie German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films in München kürzlich bekanntgab, wird das Drama "Everytime" der österreichischen Regisseurin Sandra Wollner in der Kategorie "Bester internationaler Film" für Deutschland ins Rennen um den Oscar geschickt.

Die Begründung lieferte die Jury von German Films gleich mit: Wollner gelinge es auf eine künstlerische Art und Weise, "mit rein filmischen Mitteln und einer überraschenden Leichtigkeit Trauer als Zustand einer aus den Fugen geratenen Welt erlebbar zu machen."

Darüber hinaus wird die herausragende Kameraarbeit gelobt: "Die herausragende Kameraarbeit erzeugt eine flirrende, bisweilen entrückte Atmosphäre, ohne sich vor die Figuren zu drängen."

"Everytime" als deutsche Filmvertretung für den Oscar: Darum geht es

In dem Drama "Everytime" geht es um Ella und ihre jüngere Tochter Melli, die ein Jahr nach dem unvorhergesehenen Tod der älteren Tochter und großen Schwester Jessie irgendwie versuchen, ihren Alltag zu bestreiten und ihr Leben weiterzuführen.

Die Trauerverarbeitung und Bewältigung erfolgt durch alte Botschaften und Videoaufnahmen, sowie kleinerer Aufmerksamkeiten. Eine gemeinsame Reise mit Jessies Freund Lux nach Teneriffa wühlt die Vergangenheit zunehmend auf und lässt verdrängte Gefühle und alte Erinnerungen wieder aus dem Unterbewusstsein hochkommen.

Die Protagonisten des Films sind Birgit Minichmayr, Carla Hüttermann und Tristan Lopez. Mit dem Film konnte Regisseurin Wollner bei den Filmfestspielen in Cannes bereits den Hauptpreis der Sektion "Un Certain Regard" gewinnen.

Erstmals drei deutsche Produktionen im Oscar-Rennen

Erstmalig ist es in diesem Jahr auch möglich, dass drei deutsche Produktionen ins Rennen um den heiß begehrten Titel bei den Oscars gehen, was durch eine neue Regeländerung herbeigeführt wurde. Von nun an sind Werke, die bei gewissen Filmfestivals Hauptpreise gewinnen konnten, direkt für die Einreichung als "Bester internationaler Film" qualifiziert.

2026 ist das zum einen der Film "Gelbe Briefe" von Ilker Catak, welcher den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann und zum anderen der Film "Von Scham und Geld" von Visar Morina. Dieses Werk erlangte den World Cinema Grand Jury Prize beim Sundance Festival.

Bekanntgabe der Shortlist im Dezember

Die Shortlist für den "Besten internationalen Film" wird final am 15. Dezember 2026 veröffentlicht. Aus dieser werden dann fünf Filme ausgewählt, die für einen Oscar nominiert werden. Diese werden dann am 21. Januar 2027 publik gemacht, während die eigentliche Oscarverleihung am 14. März (Ortszeit) in Los Angeles stattfindet.

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