Die schlimmste Chefin der Welt ist zurück: Das sind die Streaming-Tipps der Woche
Herablassend, unnahbar, unglaublich anspruchsvoll und zuweilen richtig fies: Miranda Priestly präsentierte sich 2006 als die schlimmste Chefin, die man sich vorstellen konnte – großartig verkörpert von Meryl Streep, die damals für einen Oscar und auch einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin nominiert war. Was war das für ein bittersüßer Hochgenuss, diese Miranda Priestly dabei zu bestaunen, wie sie alle um sich herum schikaniert, allen voran natürlich ihre arme Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway). 20 Jahre später wird die Geschichte in "Der Teufel trägt Prada 2" endlich weitererzählt. Drei Monate nach dem Kinostart ist der Film nun bei Disney+ abrufbar. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"Der Teufel trägt Prada 2" – Disney+
Wie böse und herablassend Miranda Priestly (Meryl Streep) zwei Jahrzehnte später wirklich ist – man konnte es anhand der spärlich gesäten Vorab-Informationen zu "Der Teufel trägt Prada 2" (ab Mittwoch, 29. Juli, bei Disney+) nur erahnen. Es wurde kaum etwas zum Inhalt preisgegeben, außer dass Miranda mit ihrem Hochglanz-Modemagazin "Runway" in einer grundlegend veränderten Medienwelt ums Überleben kämpft. Und dass sie dabei auch auf alte Bekannte trifft, allen voran ihre ehemalige Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway).
Immerhin, die Trailer deuteten kurz an, dass Miranda Priestly sich selbst weiterhin ganz oben sieht und alle anderen weit darunter. Die Figur ist bekanntlich der ehemaligen "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour nachempfunden, die das alles aber mit Humor nimmt. Zum Kinostart von "Der Teufel trägt Prada 2" posierte Wintour gemeinsam mit Meryl Streep auf dem Cover der "Vogue".
Neben den Hauptdarstellerinnen Meryl Streep und Anne Hathaway schlüpfen Emily Blunt (als Emily Charleton) und Stanley Tucci (als Nigel Kipling) ebenfalls wieder in ihre bekannten Rollen aus dem Vorgängerfilm, der seinerzeit über 300 Millionen Dollar einspielte und bis heute als einer der größten Kultfilme der Nullerjahre gilt. Auch hinter der Kamera ist ein Großteil des alten Teams wieder dabei. David Frankel führte Regie, Aline Brosh McKenna schrieb basierend auf dem Fortsetzungsroman "Revenge Wears Prada" von Lauren Weisberger das Drehbuch, Wendy Finerman fungierte als Produzentin. Sie alle waren auch schon vor 20 Jahren dabei, ebenso wie etwa auch Soundtrack-Komponist Theodore Shapiro und Kameramann Florian Ballhaus. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 688 Millionen US-Dollar hat "Der Teufel trägt Prada 2" die weltweit eingenommene Summe des ersten Films mehr als verdoppelt.
"This Is Not a Murder Mystery" – ZDFmediathek
Hercule Poirot bekommt Konkurrenz als bekanntester belgischer Detektiv – und zwar von René Magritte. In der belgisch-deutschen Krimiserie "This Is Not a Murder Mystery" (Drehbuch: Christophe Dirickx und Paul Baeten Gronda, Regie: Hans Herbots) gerät der Künstler unter Mordverdacht und versucht, seine Unschuld zu beweisen. Der Sechsteiler ist ab Freitag, 31. Juli, im ZDF-Streamingportal zu sehen.
Die Ausgangslage des klassischen "Whodunnit" ist ebenso genial wie skurril, denn die Hauptfiguren sind die aus heutiger Sicht wohl berühmtesten Vertreter des Surrealismus. 1936 sind sie jedoch noch aufstrebende Künstler, die Lord James (Aoibhinn McGinnity) – in der Serie, anders als in der Realität, eine Frau – auf ihren englischen Landsitz einlädt, um ihnen mit einer Ausstellung zu internationalem Renommee zu verhelfen. Zu Gast ist neben Magritte (Pierre Gervais), Salvador Dalí (Iñaki Mur), Max Ernst (Mike Hoffmann), Man Ray (Frank Bourke) und der Kriegsfotografin Lee Miller (Florence Hall) auch die Performance-Künstlerin Sheila Legge (Lauren Versnick).
Nach einer wilden Partynacht wird Sheila tot in ihrem Bett gefunden, neben ihr Magritte. Sie wurden wie das Paar auf Magrittes Gemälde "Die Liebenden" drapiert – der Titel der ersten Episode. Der Maler wird zum Hauptverdächtigen, kann sich jedoch an nichts erinnern und ist überzeugt, dass ihm jemand den Mord anhängen will. Dalí, möchte man sich schnell festlegen. Nicht nur, weil der Exzentriker Magritte beschuldigt, sondern auch weil er Krokodilstränen wegen Sheila vergießt, nachdem er sich zuvor noch über ihre Anwesenheit echauffiert hatte. Dank seines Künstler-Blicks für kleinste Details wird Magritte alsbald in die Ermittlungen der Scotland-Yard-Detectives Thistlethwaite (Stephen Tompkinson) und Quant (Donna Banya) mit einbezogen. Doch es wird nicht bei diesem einen Mord bleiben... "This Is Not a Murder Mystery" ist ein Cosy-Krimi im Künstlermilieu, skurril, temporeich, opulent ausgestattet und reich an Witz sowie Zitaten der Werke der anwesenden Künstler.
"Furious" – Disney+
Eine Frau, die tötet? Statistisch eher unwahrscheinlich. Eine Frau, die gleich mehrere Männer umgebracht hat – und anscheinend noch längst nicht am Ende ist? Die meisten Polizisten des New Yorker Police Departments glauben nicht, dass Alice Black (Emmy Rossum) mit ihrer Theorie richtig liegt. Doch die Ermittlerin, die inzwischen beim FBI arbeitet, ist überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein und beginnt in der neuen Hulu-Serie "Furious" (die ersten drei Folgen ab 27. Juli und fünf weitere Folgen wöchentlich bei Disney+ zu sehen) eine Verbindung zwischen mehren ermordeten Männern zu suchen. Wieso wurden sie umgebracht? "Mörderinnen kennen ihre Opfer. Sie töten für Macht, Kontrolle", sagt Alice' neue Kollegin Nora Washington (Quincy Tyler Bernstine). Und: "Wenn du ein Opfer von Gewalt geworden bist, macht dich das kälter, berechnender, glaubst du nicht?"
Während Alice anfängt zu ermitteln, fasst die zierliche, mysteriöse und absolut tödliche Frau (Lola Petticrew) bereits ihr nächstes Opfer ins Auge und geht damit ihren eigenen, verqueren und gewaltsamen Weg zu scheinbarer Gerechtigkeit weiter. Schon bald ist nicht mehr klar: Wer ist hier wirklich das Monster?
Anhand von Alice und Catherine – so heißt die Mörderin, wie im Verlauf der Serie herauskommt – blickt "Furious" ungeschönt und brutal auf die Folgen von sexueller Ausbeutung und Gewalt. Den Vergleich zum Medusa-Mythos zieht die Geschichte bereits in der ersten Folge – und er könnte nicht passender sein. Mit einem durchweg herausragenden Cast erzählt Serienschöpferin und Drehbuchautorin Elizabeth Meriwether ("New Girl") eine unbequeme Geschichte über eine Gesellschaft, die Täter schützt und Opfer im Stich lässt, und fragt: Gibt es Gerechtigkeit? Und: Wann geht Rache zu weit? "Furious" ist lose vom Thriller "Die schwarze Witwe" (1987) von Regisseur Bob Rafelson und Autor Robald Bass inspiriert.
"Love is Stronger" – ARD Mediathek
Die Subkulturen der 90-er sind in die Jahre gekommen. Wer heute zu einem Konzert von Blumfeld oder Tocotronic geht, sieht viel weißes Haar im Publikum. Auch die Dancekultur der späten 80-er und 90-er ist älter geworden. Die Doku "Love is Stronger" (ab Freitag, 31. Juli, in der ARD Mediathek) zeigt Aufstieg und Fall von Techno – über das intime Porträt des Loveparade-Erfinders Dr. Motte und seiner Frauen, die stets auch Mitstreiterinnen waren.
Die Beobachtung von Filmemacherin Britta Mischer begleitet das Techno-Macher-Paar Dr. Motte und Ellen Dosch-Roeingh über mehrere Jahre. 2022, zwölf Jahre nach der verheerenden Loveparade-Katastrophe von Duisburg mit 21 Toten, wollen sie in Berlin an die Ursprünge der Bewegung anknüpfen. Die Namensrechte der Loveparade hatte man nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Nullerjahren an einen Fitness-Unternehmer verkauft. Der zog schließlich mit dem "Produkt" ins Ruhrgebiet um. Die letzte Loveparade in Berlin fand am 15. Juli 2006 statt. 2022, da setzt der Film ein, wollen Motte und Co. ihren Traum von der ravenden Hauptstadt im Gefühl von Frieden, Toleranz und Freiheit wiederaufleben lassen. Über drei Jahre begleitet "Love is Stronger" das Comeback der Idee – mit allen Höhen und Tiefen. Der 90-Minüter thematisiert die Zeitlosigkeit von Lebensträumen und wie sie sich über die Jahre verändern.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH