Streaming-Highlights

Wo die Jonas Brothers ihren großen Durchbruch feierten: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

08.08.2026, 00.00 Uhr
Disney+ setzt mit "Camp Rock 3" auf Nostalgie, während Apple TV die gefeierte Serie "Women in Blue" in eine zweite Staffel schickt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Die Millennials gelten schon lange als eine besonders nostalgische Generation. Eigentlich kein Wunder, schließlich gab es in ihrer Jugend in den späten 90-ern und frühen 2000-ern zum Beispiel noch keinen Krieg in der Ukraine, und Social Media mit all seinen negativen Seiten steckte zum Glück noch in den Kinderschuhen. Kleine Stücke der alten Unbeschwertheit kehren dieser Tage in Form von alten Trends und Serien zurück: Auf das Streaming-Special zu 20 Jahren "Hannah Montana" im März und die länderübergreifende Rückkehr der Diddl-Maus im Juli folgt nun "Camp Rock 3", die unerwartete Fortsetzung der Musikfilmreihe mit den Jones Brothers auf Disney+. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Camp Rock 3" – Disney+

Was könnte das unbeschwerte Gefühl der frühen 2000-er besser symbolisieren als Disneys bunte Musikfilme? Titel wie "High School Musical", "Hannah Montana" und "Camp Rock" begeisterten nicht nur massenhaft Minderjährige, sich machten auch heutige Stars wie Zac Efron oder Miley Cyrus berühmt. Die bislang zweiteilige Filmreihe "Camp Rock" (2008 und 2010) brachte mit Demi Lovato und den Jonas Brothers ebenfalls aufstrebende Musiktalente groß heraus. Letztere kehren in der späten Fortsetzung nun zurück in das titelgebende fiktive Camp. "Camp Rock 3" ist ab Donnerstag, 13. August, bei Disney+ abrufbar.

Joe, Nick und Kevin Jonas kehren freilich nicht als sie selbst, sondern als Shane, Nate und Jason Gray, die Mitglieder der fiktiven Band Connect 3 zurück. Die Band sucht nach einer Vorgruppe für ihre bestehende Tournee. Ein Talentwettbewerb im Camp Rock, das nach wie vor von Connie Torres (Maria Canals-Barrera) geleitet wird, soll ihnen dabei helfen. Drei Challenges liegen zwischen den antretenden Kandidatinnen und Kandidaten und dem alles entscheidenden "Final Jam". Es dauert nicht lange, da entfacht zwischen der zielstrebigen Sängerin Sage (Liamani Segura) und ihrem Bruder Desi (Hudson Stone), der talentierten Cellistin Rosie (Lumi Pollack), dem Schlagzeuger Cliff (Casey Trotter), der Choreografin Callie (Brooklynn Pitts), der einschüchternden Influencerin Madison (Ava Jean) und dem Bad-Boy Fletch (Malachi Barton) ein erbitterter Konkurrenzkampf.

Demi Lovato wird allem Anschein nach diesmal nicht im Film zu sehen sein. Neben den Jonas Brothers fungiert die heute 33-Jährige aber immerhin als ausführende Produzentin. Die Dreharbeiten zum Film fanden im Herbst 2025 in Vancouver statt.

"Women in Blue", Staffel zwei – Apple TV

Die erste Staffel der mexikanischen Apple-TV-Serie "Women in Blue" über vier Frauen, die Anfang der 70er-Jahre der ersten weiblichen Polizeieinheit des ultrakonservativen Landes beitreten, erhielt auf dem Bewertungsportal "Rotten Tomatoes" eine seltene 100-Prozent-Wertung. Die acht Folgen der zweiten Staffel sind ab Mittwoch, 12. August, wöchentlich abrufbar.

Zu Beginn der ersten Staffel traten die zweifache Mutter María (Bárbara Mori), die Polizistentochter Gabina (Amorita Rasgado), die kluge Ángeles (Ximena Sariñana) und Marías rebellische Schwester Valentina (Natalia Téllez) mit großen Ambitionen ihren Dienst bei der Polizei in Mexiko-Stadt an. Doch schnell mussten sie erkennen, dass die Fraueneinheit lediglich als PR-Gag geplant war, um die Medien davon abzulenken, dass die Männer in einem Serienmord-Fall nicht weiterkamen. Erst nachdem die "Women in Blue" heimlich ermittelten und den entscheidenden Beitrag zur Lösung leisteten, wurde der Täter gefasst. Die Lorbeeren ernteten jedoch die Herren – und der Serienkiller Goyo Cadenas, der die Ermittlungen mit seinem Wissen unterstützt hatte und zum Dank nach 34 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde. Auch in der neuen Staffel wird er sich in die Ermittlungen der vier Frauen einmischen.

Nachdem der homosexuelle Student Lucio ermordet wurde, haben die männlichen Ermittler nur Abscheu und Hohn für das Opfer übrig. Gabina und Valentina, abgestoßen davon, sind entschlossen, den Täter zu finden. María, die eben erst befördert wurde, gerät in eine Zwickmühle: Sie möchte Gerechtigkeit, dabei aber keine Regeln brechen. Und so stellen die anderen Nachforschungen an und erfahren, dass Lucio ein Verhältnis mit dem Familienvater Mauricio hatte. War es ein Mord aus Leidenschaft? In diese Richtung gehen die offiziellen Ermittlungen. Doch die Frauen verfolgen eine andere Spur: Rache. Das scheint sich zu bestätigen, als weitere Männer ermordet werden, die alle einer marxistischen Gruppierung angehörten ...

Auch die zweite Staffel besticht durch einen interessanten Fall, der wahre Ereignisse wie das "Halconazo"-Massaker mit fiktionalisierten Themen verbindet.

"Mein bester Freund, seine Freundin und ich" – Netflix

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Bei "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" handelt es sich nicht um die angekündigte Fortsetzung des US-amerikanischen Rom-Com-Klassikers "Meine Braut, ihr Vater und ich" mit Ben Stiller. Diese trägt den deutschen Titel "Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich" und wird erst am 25. November 2026 im Kino starten. "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" hingegen ist ein deutscher Film, der ab Freitag, 14. August, bei Netflix abrufbar ist.

Und darum geht's: Olli (Kostja Ullmann) und Matze (David Kross) sind seit ihrer Kindheit beste Freunde. Auch im Erwachsenenalter passt zwischen die beiden Männer kein Blatt. Sie wohnen zusammen, sie arbeiten zusammen und sie tüfteln an der Erfüllung eines großen Traums: einer gemeinsamen Weltreise. Doch all das steht plötzlich auf der Kippe, als Makler Matze bei einem Besichtigungstermin auf Rebecca (Janina Uhse) trifft und sich verliebt. Noch bevor Olli kapiert, wie ihm geschieht, ist Rebecca ständig in der Männer-WG zu Gast. Gleichzeitig beginnt Matze sich zu verändern: Statt zu flippern geht er plötzlich joggen und isst Porridge anstatt Konterbier zu trinken.

Olli gefällt das alles gar nicht. Immerhin ist Matze nicht der erste Kumpel, der von seiner Freundin offenbar einer Gehirnwäsche unterzogen wurde. Ähnlich war es auch bei Schmitti (Ferdinand Hofer). Als Rebecca dann auch noch offiziell bei Matze und Olli einzieht, ist der Bogen überspannt: Fortan setzen sowohl Rebecca als auch Olli alles daran, sich gegenseitig aus der Wohnung zu ekeln – mit fatalen Folgen ...

Wer auf turbulente, aber klassisch gestrickte Beziehungskomödien mit vorhersehbaren Gags und einer Prise Fäkalhumor steht, der wird an "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" sicher ebenso Gefallen finden wie an der 2024 veröffentlichten Netflix-Komödie "Spieleabend" (ebenfalls mit Janina Uhse in einer Hauptrolle). Allzu große Innovationen sollte man allerdings nicht erwarten.

"Hooligans" – ARD Mediathek

Der 20-jährige Meni Azulai (Ben Sultan) ist vom israelischen Militär desertiert und als Getränkeverkäufer in der Straßen Jerusalems untergetaucht. Während eines Fußballspiels gerät er in die blutige Auseinandersetzung zweier Hooligan-Gruppen. Dabei verdient er sich den Respekt von Ovad Hamami (Sean Softi), dem mächtigen Anführer des radikalen Fanclubs "Wächter der Mauern". Im Polizeiarrest setzt Kommissarin Eli Madmoni (Dikla Dori) Meni unter Druck, für sie als Spitzel aus der Szene zu berichten. Dabei hatte er, der aus schwierigen Verhältnissen stammt, bisher nichts mit Fußball am Hut. Die achtteilige Serie "Hooligans" von Autorin und Regisseurin Lee Gilat ("Girls Like Us") steht ab Mittwoch, 12. August, in der ARD-Mediathek.

Die Serie spielt – für Insider erkennbar – auf die reale Fanszene rund um Jerusalem an – auch wenn "Wächter der Mauern" ein fiktionaler Gruppenname ist. Reales Vorbild dürfte die berüchtigte La Familia sein, Fangruppe von Beitar Jerusalem, dem Verein, an dessen Teddy-Stadion die Serie auch spielt. La Familia existiert seit 2005 und ist bekannt für eine rechtsextreme, nationalistische Ausrichtung und anti-arabischen Rassismus. Beitar ist bis heute der einzige prominente israelische Verein, der noch nie einen arabischen Spieler verpflichtet hat. Versuche der Vereinsführung scheiterten wiederholt an massivem Druck und Gewaltandrohungen aus der Fanbasis, insbesondere von La Familia.

Auch die rivalisierende Jerusalem-Fangruppe in der Serie dürfte ein reales Vorbild aufweisen: den lokalen Rivalen und historisch linken Verein Hapoel Jerusalem. Hapoel ist vollständig Fan-eigen. Der Verein steht programmatisch für Koexistenz und Solidarität zwischen Muslimen und Juden in Jerusalem. Hapoel-Fans sehen sich selbst als Antithese zu La Familia. Auch die in der Serie erzählten Verstrickungen der Hooligan-Szene mit Politik und Organisiertem Verbrechen entsprechen wohl leider der Wahrheit, wie investigative Recherchen unter anderem der Washington Post und des Guardian zeigten.

Bedauerlich ist, dass die Serie viele interessante Szene-Einblicke hinter einer etwas klischeehaften Thrillerhandlung versteckt. Wobei sicher viel Authentizität hinter der etwas flach geratenen deutschen Synchronisation verloren geht. Dennoch bietet "Hooligans" für mitteleuropäische Fußball- und Gesellschaftsinteressierte einen interessanten Einblick in die ungewöhnliche radikale Fanszene Israels.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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