Anekdoten

Stefan Mross und Mary Roos: Dieser Spruch über ihren Auftritt sorgt für Gesprächsstoff

18.08.2026, 09.08 Uhr
Nach 22 Jahren endet die Ära von Stefan Mross bei "Immer wieder sonntags". Eine Anekdote mit Mary Roos und unbeständigem Wetter bleibt in Erinnerung.
Mary Roos und Stefan Mross treten bei der Carmen Nebel Show zu einem Oster-Spiel an. Sie sitzen nebeneinander an einem Tisch und tragen blickdichte Brillen mit aufgeklebten Eiern. Mross küsst blind die Hand von Roos.
Zwei, bei denen es einfach menschelt: Stefan Mross und Mary Roos pflegen einen respektvollen und vertrauten Umgang - mit einer ordentlichen Prise Humor.  Fotoquelle: picture alliance / Geisler-Fotopress | Sebastian Gabsch/Geisler-Fotopress

Als Moderator einer Open-Air-Show gehört Chaos durch unbeständiges Wetter für Stefan Mross (50) sozusagen zum Konzept. In den 22 Jahren seiner Moderation der ARD-Sendung "Immer wieder sonntags" im Europa-Park in Rust fuhr Petrus sämtliche Geschütze auf: Hitze, Kälte, Unwetter und durchnässte Künstler. Eine Episode mit Mary Roos (77) ist Mross bis heute im Gedächtnis geblieben. Die Sängerin erschien nach einem heftigen Regenguss ohne ihre Pumps und mit verlaufenem Make-up auf der Bühne. Mross reagierte mit einem fiesen Spruch, den er nun in seinem Podcast "Schlagertalk" erneut zum Besten gab.

Stefan Mross erinnert sich an Regen-Auftritt bei "Immer wieder sonntags"

Eine der vielen Besonderheiten von "Immer wieder sonntags" stellt zweifelsohne die Kulisse dar. Die Sendung wird unter freiem Himmel im Europa-Park in Rust produziert. Für Stefan Mross war das Wetter daher über mehr als zwei Jahrzehnte ein durchaus ernstzunehmender Parameter. In seinem Podcast berichtet der 50-Jährige, dass es in 22 Jahren keine Staffel gegeben hätte, die vollständig trocken über die Bühne gegangen sei. Extreme Hitze habe die Moderatoren und Künstler gleichwohl vor große Herausforderungen gestellt.

Mross erinnert sich an eine Ausgabe, bei der der Regen einen musikalischen Gast erbarmungslos erwischt habe. Die Rede ist von Mary Roos, die damals völlig durchnässt auf der Bühne stand. Ihre klatschnassen Pumps hatte sie ausgezogen, Wimperntusche und Lippenstift waren durch den Wolkenbruch verlaufen. Beim Moderator hat der Anblick offenbar einen so tiefen Eindruck hinterlassen, dass er sich an seine Reaktion bis heute erinnern kann.

"Arbeitet die in der Geisterbahn im Europa-Park?"

Mross schildert die Szene mit einem Lachen. Sein erster Gedanke angesichts der völlig veränderten Erscheinung von Mary Roos: "Wer kommt da? Arbeitet die in der Geisterbahn im Europa-Park?" Er bezog sich hierbei auf den Veranstaltungsort der Sendung und auf die im Freizeitpark betriebene Geisterbahn.

Die Aussage wird in aktuellen Berichten oft als Spott oder Lästerei aufgefasst. Die Informationen aus Mross´ Podcast zeichnen jedoch ein anderes Bild der Situation. Nach seiner eigenen Schilderung nahm Mary Roos den unfreiwilligen Bühnenmoment mit Humor. Hinweise auf einen Streit zwischen den beiden lassen sich in keiner der vorliegenden Quellen finden.

Mary Roos beweist Humor

Für Mross ist die Anekdote offenbar weniger ein Angriff auf seine Kollegin, als eine Erinnerung an einen ungewöhnlichen Live-Moment. Er betont selbst, dass Mary Roos Spaß an der Situation gehabt habe. "Da sieht man mal wieder: es menschelt einfach. Das ist ganz, ganz wichtig", so der Moderator rückblickend.

Damit bekommt die Geschichte eine andere Färbung als die reißerische Schlagzeile "Stefan Mross zieht über Mary Roos her" vermuten lässt. Der Spruch über die Geisterbahn steht zweifelsohne im Mittelpunkt der Berichte, im Podcast erzählt Mross die Episode jedoch als Beispiel dafür, was eine Live-Sendung ausmacht: Nicht alles lässt sich planen, und manchmal entstehen aus Pannen die Geschichten, an die sich Zuschauer und Beteiligte lange erinnern.

Wetterchaos gehört für Stefan Mross zu "Immer wieder sonntags" einfach mit dazu

In 22 Jahren vor der Kamera hat Mross zahlreiche Kapriolen des Wetters erlebt. Regen markiert dabei keine Ausnahme. Nach seinen eigenen Schilderungen existiert keine Staffel, in der nicht zumindest ein Tropfen vom Himmel gefallen sei. Auch Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius nennt er als Herausforderung. Bei großer Hitze könne die Schminke bis in den Nacken laufen, wohingegen eine verregnete Sendung ihre ganz eigenen Probleme mit sich bringe.

Für die laufende Staffel zeigte sich Mross gemeinsam mit seiner Partnerin Eva Luginger (38) optimistisch. Luginger hofft auf sonniges Wetter, während Mross die Wetterlage mit seinem gewohnt humorvollen Blick kommentierte. Die letzten Wochen der Staffel konfrontieren den Moderator mit einem Abschied, der deutlich schwerer wiegt als jede vorherige Laune des Wetters.

"Immer wieder sonntags" endet nach 22 Jahren mit Stefan Mross

Am 6. September 2026 soll die letzte Ausgabe von "Immer wieder sonntags" ausgestrahlt werden. Damit endet für Stefan Mross eine 22 Jahre lange Ära. Er hat in dieser Zeit mehr als 250 Ausgaben moderiert und die Sendung als einen festen Bestandteil des deutschen Schlager-Sommers etabliert.

Die Nachricht von der Absetzung der Sendung hat Mross sehr getroffen. Er verweist auf die hohe Resonanz des Publikums, die positiven Rückmeldungen und die guten Quoten. Und doch fällt das Format dem Sparkurs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Opfer.

Ausgerechnet in der Abschiedssaison erfährt eine alte Geschichte aus dem Nähkästchen neue Aufmerksamkeit. Der Auftritt von Mary Roos symbolisiert eine Zeit, in der bei "Immer wieder sonntags" nicht immer alles nach Plan lief. Regen, verlaufenes Make-up und ein spontaner Spruch erschufen eine Anekdote, die Mross problemlos mehr als einmal erzählen kann.

Mary Roos: Eine lange Karriere im deutschen Schlager

Mary Roos verkörpert eine Sängerin, die sich durch eine außergewöhnlich lange Laufbahn auszeichnet. Ihre Karriere begann bereits in ihrer Kindheit: 1958 nahm sie im Alter von neun Jahren ihre erste Schallplatte auf. Ihren großen Durchbruch feierte sie 1970 mit "Arizona Man", einem von Giorgio Moroder (86) komponierten Titel.

Roos war auch international erfolgreich. 1972 vertrat sie Deutschland beim "Eurovision Song Contest" und erreichte mit "Nur die Liebe lässt uns leben" den dritten Platz. 1984 trat sie erneut für Deutschland an und kam mit "Aufrecht geh´n" auf Platz 13. In Frankreich baute sie sich parallel eine zweite Karriere auf und trat unter anderem in der Pariser Music-Hall "Olympia" auf.

2019 beendete Mary Roos ihre aktive Schlagerkarriere. Bis Ende 2024 stand sie gemeinsam mit dem Kabarettisten Wolfgang Trepper (65) auf der Theaterbühne. Dadurch blieb sie dem Publikum verbunden – wenn auch in einer anderen Rolle als zu den Zeiten ihrer jahrzehntelangen Solokarriere.

Ein Geisterbahn-Spruch als Erinnerung an unberechenbare Live-Momente

Der Spruch von Stefan Mross über Mary Roos klingt isoliert betrachtet härter, als sich die von den Quellen geschilderte Situation tatsächlich zugetragen haben soll. Entscheidend ist der Kontext. Die Sängerin war von einem Unwetter überrascht worden, nahm ihren missglückten Bühnenlook laut Mross mit Humor und ließ sich die Freude an ihrem Auftritt nicht verderben.

In die Historie von "Immer wieder sonntags" passt die Geschichte deshalb unfreiwillig gut. Die Macher einer Live-Sendung unter freiem Himmel können nicht kontrollieren, was der Himmel für sie bereithält. Wenn dann eine Sängerin barfuß, durchnässt und mit verlaufenem Make-up auf der Bühne steht, bleibt am Ende nicht nur das Wetter in Erinnerung, sondern auch der Umgang mit Pannen. Mary Roos habe, so Mross, genau das gezeigt: Humor, gepaart mit Menschlichkeit kann aus einem verregneten Auftritt eine unvergessliche Geschichte schreiben.

Am 6. September 2026 wird Stefan Mross zum letzten Mal regulär durch "Immer wieder sonntags" führen. Was nach 22 Jahren bleibt, sind mehr als 250 Sendungen, zahllose prominente Schlagergäste und viele Geschichten rund um eine Open-Air-Bühne, auf der sich das Wetter nie um den Ablaufplan geschert hat. Der Geisterbahn-Spruch über Mary Roos ist ein Teil dieser ungewöhnlichen Sendungsgeschichte – und zeigt, dass Live-Fernsehen vor allem dann im Gedächtnis bleibt, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

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