Ralph Siegel ist nach 18 Tagen im Koma zurück zu Hause: Jetzt muss er wieder laufen lernen
Ralph Siegel (80) ist endlich wieder zu Hause, seine Ehefrau Laura (43) holte ihn aus der Klinik ab. Nach einer schweren Lungenentzündung, einem langen Krankenhausaufenthalt und 18 Tagen im künstlichen Koma beginnt für den 80-jährigen Komponisten bald die nächste Etappe. Viel Zeit für Erholung in den eigenen vier Wänden bleibt dem ESC-Veteranen jedoch nicht. Obwohl er als genesen gilt, bereitet ihm unter anderem das Laufen noch Schwierigkeiten.
Die unmittelbar bevorstehende Anschluss-Heilbehandlung soll ihn dabei unterstützen, die noch verbliebenen Einschränkungen zu überwinden. "Mir geht es gut. Ich muss jetzt aber wieder richtig laufen lernen", sagte Siegel nach seiner Entlassung. Der 80-Jährige sitzt derzeit im Rollstuhl. Die lange Zeit im künstlichen Koma hat seinen Körper stark geschwächt, seine bereits bestehende Nervenerkrankung Polyneuropathie erschwert die Rückkehr zu früherer Form. Nach eigener Aussage hätten sich diese Beschwerden während des Komas verschlimmert. Der Weg zurück in den Alltag wird deshalb für den Komponisten zu einer großen Herausforderung.
Ralph Siegel nach dem Koma: Die Reha am Tegernsee beginnt
Ralph Siegel begann am 17. August eine Rehabilitationsmaßnahme in der Klinik "Jägerwinkel" am Tegernsee. Dort soll der Komponist wieder zu Kräften kommen und seine Beweglichkeit zurückgewinnen. Das Ziel ist klar gesteckt: Siegel möchte wieder laufen können und selbstbestimmt leben. Die Zeit im künstlichen Koma hat deutliche Spuren hinterlassen.
Neben der eingeschränkten Gehfähigkeit machen ihm vor allem starke Schmerzen zu schaffen. Trotz aller Schwierigkeiten beschreibt der Musiker seine aktuelle Situation mit einer Mischung aus Ernst und Humor. "18 Tage Koma machen die Beine schwer wie Oma", sagte er. Hinter dem lockeren Spruch steckt eine Realität, die ihn im Alltag stark einschränkt.
Gegenüber der "Abendzeitung" sprach er von Schmerzen, die ihn "22 Stunden am Tag" begleiteten. "Es ist die Hölle", schilderte der Komponist seinen Zustand. Auch Schmerzen in Hüfte und Beinen machten ihm zu schaffen. Für Siegel bedeutet die Reha deshalb mehr als ein Routinetermin nach dem Ende des Krankenhausaufenthaltes. Sie markiert den Beginn eines mühsamen Weges zurück zu mehr Selbstständigkeit. Er selbst formuliert seine Hoffnung dahingehend, dass er wieder laufen, Kraft gewinnen und weniger Schmerzen haben möchte.
18 Tage im künstlichen Koma: Ralph Siegel berichtet von erschreckenden Erlebnissen
Der Musiker blickt auf schwere Wochen zurück. Insbesondere das künstliche Koma habe Siegel nachhaltig belastet. Die Erfahrungen, an die er sich erinnern könne, beschreibt er als grauenhaft und verstörender als gewöhnliche Albträume. Siegel berichtet von Situationen, die während des Komas für ihn völlig real wirkten, obwohl sie niemals stattgefunden hatten.
Es fielen Worte wie Gefangenschaft, Erpressung und Gewalt. Menschen seien vor seinen Augen gefoltert und ermordet worden - diese Bilder würden ihn bis heute verfolgen. "Ich kann mich nicht an Details erinnern, aber ich hatte Angst", so der Komponist. Die Zeit im künstlichen Koma bezeichnete er als das Schrecklichste, was er je erlebt habe. Für Siegel habe es sich wie ein dauerhafter Albtraum angefühlt. Die Erlebnisse gehören damit zu den belastenden Erinnerungen, die er aus den vergangenen Wochen mitnimmt.
Ralph Siegel: Familie und Freunde bangen um sein Leben
Wie dramatisch seine gesundheitliche Lage war, verdeutlicht auch die Schilderung einer Situation, die seine Familie in Angst und Schrecken versetzt habe: Eine Krankenschwester soll seiner Tochter Giulia Siegel (51) mitgeteilt haben, dass sie dringend in die Klinik kommen müsse, wenn sie ihren Vater noch einmal sehen und sich von ihm verabschieden wolle. Als Siegel wieder zu sich gekommen sei, hätten zahlreiche Menschen an seinem Krankenbett gestanden - seine drei Töchter, seine Ehefrau Laura, sein bester Freund mit dessen Frau sowie Sängerin Angela Wiedl (59) mit ihrem Ehemann.
Tochter Giulia betonte, wie erleichtert die Familie über diesen Moment gewesen wäre. Ende Juli teilte sie mit, dass sich ihr Vater in Rehabilitation begeben würde, um intensiv daran zu arbeiten, nach dem langen Krankenhausaufenthalt zu Kräften zu kommen. Verlorene Muskulatur müsse wieder aufgebaut werden. Die Familie werde ihn dabei bestmöglich unterstützen.
Ralph Siegel denkt trotz Krankheit schon wieder an den ESC
Während sein Körper nach dem langen Klinikaufenthalt viel Erholung braucht, arbeitet Siegels Kopf auf Hochtouren. Die Liebe zur Musik hat ihn auch während des künstlichen Komas nicht losgelassen. Nach eigener Aussage entstand in dieser Zeit die Idee für einen neuen Song für den "Eurovision Song Contest". Dieser Song ist für Siegel nicht nur eine musikalische Skizze. Er möchte den Titel nach seiner Fertigstellung beim deutschen Vorentscheid für den "Eurovision Song Contest 2027" einreichen. Die Frist für neue Beiträge endet am 21. September. Dieser Plan ist eng mit seiner Genesung verbunden: Er will möglichst schnell wieder fit werden, um die im Koma geborene Idee zu einem fertigen Song auszuarbeiten.
Dass während dieser schweren Zeit ein neuer ESC-Song in seinem Kopf entstand, unterstreicht Siegels tiefe Verbindung mit dem Wettbewerb. 1982 gewann Deutschland mit Nicole (61) und "Ein bisschen Frieden" den "Eurovision Song Contest". Die Musik stammte von Ralph Siegel. Insgesamt war er 25-mal am ESC beteiligt. Sein Blick richtet sich erneut auf den Wettbewerb. Zehn Jahre nach der letzten Teilnahme am deutschen Vorentscheid möchte Siegel wieder antreten. Die gesundheitliche Krise hat diesen Plan auf wundersame Weise befeuert: Der neue Song ist für ihn ein konkretes Ziel, auf das er hinarbeitet.
Ralph Siegel und Musik gehören zusammen
Damit ist die Musik untrennbar mit seinem persönlichen Neustart verbunden. Siegel steht nach seiner Krankenhausentlassung nicht nur vor der Herausforderung, seinen Körper wieder aufzubauen, sondern hat sich darüber hinaus mit der Fertigstellung des neuen ESC-Beitrags ein Ziel gesetzt, das ihm Orientierung gibt. Daneben existiert noch ein weiteres Projekt: Im Oktober soll sein Musical "Zeppelin" im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen Premiere feiern. Auch dieses Vorhaben zeigt, welchen Stellenwert seine Arbeit besitzt.
Der Komponist beschäftigt sich bereits wieder mit kommenden Aufgaben. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass die vergangenen Wochen belastend waren. Seine Schilderungen der Schmerzen und Erlebnisse während des Komas vermitteln eine differenzierte Betrachtungsweise, die weit über den bloßen Wunsch nach einem schnellen Comeback hinausgeht. Seine Familie bildet für Siegel einen wichtigen Rückhalt.
Nach dem künstlichen Koma: Ralph Siegel kämpft sich schrittweise ins Leben zurück
Ralph Siegel ist zwar nicht mehr im Krankenhaus, doch ein normaler Alltag liegt noch in weiter Ferne. Ohne Rollstuhl ist sein Leben derzeit nicht vorstellbar. Das Laufen muss er neu erlernen, die Muskulatur muss wieder aufgebaut werden - die Polyneuropathie erschwert dies zusätzlich durch starke Schmerzen. Ungeachtet dieser Belastungen richtet Siegel seinen Blick nach vorne.
Er will wieder auf die Beine kommen, seine Musik weiterführen und einen neuen Song für den "Eurovision Song Contest 2027" einreichen. Ralph Siegel stehen zweifelsohne anstrengende Wochen bevor, die ihm einiges an Geduld abverlangen dürften. Seine Gedanken bezüglich des Laufen-Lernens und der Schmerzen drücken Siegels Bewusstsein darüber aus, dass ihm die Rückkehr ins normale Leben nicht von heute auf morgen gelingen wird.
Der 80-Jährige hat schwere Zeiten hinter sich, doch nun beginnt mit der Reha am Tegernsee ein neuer Abschnitt. Obwohl sein Körper erst wieder lernen muss, was für die meisten anderen Menschen selbstverständlich ist, arbeitet sein Kopf bereits intensiv an der nächsten Komposition. Ralph Siegel möchte wieder laufen. Kraft haben. Musik machen. Sein neuer ESC-Beitrag wartet bereits auf ihn.
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