Dr. Jekyll will das Gute vom Bösen in der menschlichen Seele trennen. Um seine Theorie zu beweisen, nimmt er die von ihm selbst enwickelten Mittel ein. Doch die Wirkung ist fatal, für einige Stunden verwandelt sich Jekyll in den teuflischen Mr. Hyde, eine gewaltvolles und triebhaftes Ungetüm. Schließlich entwickelt er ein Gegenmittel, dass ihm hilft, wieder zu Jeykll zu werden, aber er verliert mehr und mehr die Kontrolle über seinen Versuch ...

Bis heute diente die Erzählung "The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" von Robert L. Stevenson als Vorlage für über 20 Spielfilme, Plagiate und Bearbeitungen nicht mitgerechnet. Die erste vertonte Variante nach Friedrich Wilhelm Murnaus stummer Adaption "Der Januskopf - Eine Tragödie am Rand der Wirklichkeit" (1920) schuf Rouben Mamoulian 1931. Fredric March, der für diese Rolle einen Oscar erhielt, spielte seinerzeit den begnadeten und rechtschaffenden Wissenschaftler Dr. Henry Jekyll. Jean Renoirs freie Fassung von 1959 ("Dr. Cordelier") mit Jean-Louis Barrault überzeugt ebenso wie die starbesetzte von Victor Fleming ("Vom Winde verweht"). Zwar kommt Spencer Tracy - der die Rolle eigentlich nicht übernehmen wollte - nicht an Frederic Marchs Interpretation der Doppelrolle heran, spielt aber immer noch sehr gut. An Tracys Seite sind die damaligen weiblichen Superstars Hollywoods, Ingrid Berman und Lana Turner, zu sehen. MGM kaufte seinerzeit die Mamoulian-Fassung und zog sie für drei Jahrzehnte aus dem Verkehr, um das Interesse der Zuschauer auf das eigene Produkt zu lenken. Nach Tracy schlüpften unter anderem noch Kirk Douglas (1973), Anthony Perkins (1989), Michael Caine (1989), "Mr. Spock" Leonard Nimoy (1994) und zuletzt John Malkovich in "Mary Reilly" in die Rolle des Wissenschaftlers.

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