Als Fritjof Huber, der in einem Münchner Architekturbüro arbeitet, für ein Aufmaß in ein Sterbehospiz geschickt wird, schlottern ihm die Knie. Er hat Angst vor der Begegnung mit Menschen, die kurz vor dem Tod stehen. Dabei hat Fritjof selbst noch nicht richtig angefangen zu leben. Zu seiner Freundin steht er nicht und seine Wäsche sowie die kleinen Alltagssorgen trägt er immer noch zu seinen Eltern. Im Hospiz begegnet Fritjof Hannes, einem ehemaligen Mitschüler, der Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium hat. Hannes war zu Schulzeiten der "tolle Typ", der Fritjof nie war. Zu allem Überfluss läuft ihm Hannes' Schwester Sabine im Hospiz über den Weg, in die er damals richtig verknallt war ...

Regisseur ­Rainer Kaufmann ("Marias letzte Reise") setzte das Tabuthema Sterbehospiz nach dem Drehbuch von Beate Langmaak ("Willkommen im Westerwald", "Neger, Neger, Schornsteinfeger") eigenwillig und mitunter etwas zäh in Szene. Aber vielleicht passt das zum Thema. Devid Striesow stellt einen unsympathischen Charakter des Fritjof in der von ihm gewohnten Meisterschaft dar, Stipe Erceg wurde für seine Darstellung des totkranken Hannes mit dem Hessischen Fernsehpreis als bester Darsteller prämiert. "Wer das Sterben so spielen kann, dass es wirkt wie das Leben, gehört zu den ganz Großen", urteilte die Fernsehpreis-Jury über seine schauspielerische Leistung.

Foto: MDR/BR/POLYPHON/Jürgen Olczyk