Die Buddenbrooks sind Mitte des 19. Jahrhunderts eine der angesehensten Handelsdynastien in Lübeck. Noch lenkt Jean Buddenbrook (Armin Mueller-Stahl, Foto mit Jessica Schwarz) die Geschicke der Familie. Doch seine drei Kinder Thomas, Christian und Tony wollen sich immer weniger den Bedürfnissen des Vaters unterordnen. So muss die hübsche Tony ihre große Liebe fallen lassen und eine standesgemäße Zweckheirat eingehen. Das kann nicht gut gehen, zumal ihr Ehemann fest mit dem Geld des Schwiegervaters gerechnet hat. Als Jean stirbt, übernimmt Thomas die Firma. Doch das Familienimperium zerfällt mehr und mehr...

Regisseur Heinrich Breloer, sonst als Macher aufwändiger Doku-Dramen ("Todesspiel", "Die Manns - Ein Jahrhundertroman") bekannt, wollte hier wohl einen Zeitbilderbogen à la "Der Leopard" kreieren. Dies ist ihm zumindest mit den Bildern gelungen. Die Geschichte jedoch strapaziert die Nerven und die Geduld der Zuschauer aufs ärgste. Hier werden aufwändig Szenen aufgebaut, um sie dann sprunghaft zu verlassen. Nur schwer lässt sich nachvollziehen, wie viel Zeit vergangen sein soll (die Männer altern, die Frauen kaum), die Charaktere werden kaum verdichtet, die Stringenz scheint ins Bodenlose zu laufen. Ebenso langweilig wie die überschätzte Vorlage von Thomas Mann plätschert auch hier alles gemächlich ohne nennenswerte Höhepunkte dahin und lässt den Zuschauer merkwürdig kalt. Wer allerdings nur in Dekor und Kostümen schwelgen will, ist hier richtig.

Foto: Bavaria Pictures/Stefan Falke