Die aufreizend schöne Fabrikarbeiterin Carmen ist Näherin in einer Fallschirmfabrik der US-Air-Force. Die meisten der Soldaten begehren sie. Sie jedoch hat es auf den jungen Soldaten Joe abgesehen, der sie nach einer Körperverletzung in ein Gefägnis transportieren soll. Carmen hat leichtes Spiel und verführt ihr Opfer, danach verschwindet sie. Nun ist es am Joe, den Weg in den Knast anzutreten, da er versagt hat ...

Das Musical zeigt einmal mehr Otto Premingers Vielfalt: Von all den vielen Versionen des Carmen-Stoffs war sein Cinemascope-Film einer der originellsten. Er hat den Prosper-Merimée-Stoff aktualisiert und in den amerikanischen Süden verlegt und damit gleichzeitig ein Stück Rassenpolitik betrieben, indem er die Hauptrollen von Schwarzen spielen ließ. Damit war "Carmen Jones" einer der ersten Hollywoodfilme überhaupt, der nur mit Schwarzen gedreht wurde. Die Rolle des Joe machte den jungen Harry Belafonte seinerzeit über Nacht zum Star, seine Partnerin erhielt sogar eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Es sollte einer ihrer letzten großen Auftritte bleiben. Zwar besetzte sie Preminger noch einmal in seinem Film "Porgy und Bess" (1959), doch 1965 fand man die attraktive Darstellerin tot in ihrem Appartement in West-Hollywood. Sie hatte es Zeit ihres Lebens nie verwunden, dass ihr aufgrund der Hautfarbe und des in den USA latent vorhandenen Rassismus eine große Hollywoodkarriere verwehrt blieb. Dorothy Dandridge starb im Alter von nur 41 Jahren an den Folgen einer Medikamentenvergiftung.

Foto: Fox