Filmregisseur Guido Contini hat es aus der italienischen Provinz zu Weltruhm gebracht. Doch sein Erfolg fordert nun – Anfang der 1960er - einen hohen Tribut. Denn kurz vor seinem 40. Geburtstag wird Contini von einer schweren Krise gebeutelt. Nicht nur seine Kreativität scheint darunter extrem zu leiden, sondern auch sein Nervenkostüm. Er kann sich nicht wirklich zwischen den Frauen in seinem Leben entscheiden, flüchtet sich in Affären, sehnt sich aber nach seiner Ehefrau und sucht das geistige Gespräch zu seiner verstorbenen Mutter ...

Aus dem schweren Leben eines Regisseurs erzählt dieses einst am Broadway erfolgreiche Musical. Doch genau da liegt das Problem: Hätte "Chicago"-Regisseur Rob Marshall hier nicht die Form des Musicals gewählt, ihm wäre vielleicht ein fabelhafte Reflexion über das Filmgeschäft gelungen. Denn das Dekor, die Kamera und das Ambiente – Vorbild war kein geringerer als Federico Fellini und dessen Sinnkrise, die er in "Achteinhalb" so meisterhaft behandelte – stimmen. Doch spätestens, wenn knapp bekleidete Damen aus dem Nichts in den Filmstudios auftauchen, um schlecht choreographierte Tanznummer unambitioniert vorzutragen, weiß man: hier stimmt etwas nicht. Daniel Day-Lewis hangelt sich mit der Eleganz eines Walrosses durch Baugerüste, kann zwar singen, hat aber keine gute Stimme. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn Penélope Cruz Gesang offenbar mit Geschrei verwechselt. Auch wenn Marshall hier mit einer namhaften Besetzung aufwarten kann – gute Musicals sehen definitiv anders aus. Was ein Fest für die Sinne hätte werden können, entpuppt sich als weitestgehend sinnfreier Laufsteg der Peinlichkeiten.

Foto: Senator