Provinzrichter Rosario Saracini aus Siena ist gerade pensioniert worden. Auf dem Heimweg von seiner feierlichen Verabschiedung steckt ihm ein Unbekannter einen Super-8-Film zu, der die Entführung des italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro vor 25 Jahren dokumentiert und in ein neues Licht rückt. Gemeinsam mit der Richterin Fernanda und seinem Leibwächter Branco rollt Saracini den Fall neu auf. Nach und nach kommt er einer verzweigten Verschwörung auf die Schliche, bei der die CIA und die Geheimloge P2 eine Schlüsselrolle spielen. Doch bald schon wird es ungemütlich für Saracini. Ein befreundeter Antiquitätenhändler, der einen wertvollen Tipp gab, und Fernandas Ehemann sterben bei vermeintlichen "Unfällen". Trotz dieser Warnungen ermittelt Saracini weiter - und muss am Ende erkennen, dass auch er sich im Gespinst einer Intrige verfangen hat ...

Am 16. März 1978 wurde der populäre Politiker Aldo Moro von den linksterroristischen Roten Brigaden entführt und 55 Tage später tot im Kofferraum eines Autos in der Innenstadt von Rom gefunden. Noch heute ranken sich um dieses dunkle Kapitel der italienischen Nachkriegsgeschichte die verschiedensten Verschwörungstherorien. Doch anders als Marco Bellocchio, der ebenfalls 2003 in seinem Politdrama "Der Tag, an dem die Nacht kam - Der Fall Aldo Moro" mit großer Eindringlichkeit und verstörenden Bildern die innere Zerrissenheit und die Charaktere der Terroristen zeigte, drehte Regisseur Renzo Martinelli hier zwar einen spannenden Thriller, der auf dem realen Ereignis der Entführung und Ermordung basiert, sich dann aber immer weiter von Fakten und Realität entfernt und noch dazu genaue Kenntnisse der italienischen Innenpolitik dieser Zeit voraussetzt.

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