Pit Handlos hat's nicht einfach, als Vertreter für Schönheitsprodukte fristet er in einer niederbayerischen Kleinstadt an der Donau ein eher bescheidenes Dasein. Da der Vertrieb seiner Produkte eher flau läuft, versucht er sie Frauen anzudrehen, die er von früher kennt. Doch der hoffnungslos verschuldete Pit hat noch einen Trumpf im Ärmel. Auf einer rauschenden Werbeveranstaltung protzt er mit seiner erschwindelten Erfolgsgeschichte, um für seinen Chef weitere Vertreter zu ködern. Und tatsächlich lässt sich der einsame Hermann von der Lügengeschichte überzeugen. Für Pit selbst allerdings geht es immer weiter den Bach runter, er verliert seine Wohnung und nistet sich unter einem Vorwand in die Wohnung seines Sohnes ein. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, als Pit seine Jugendliebe Christiane reaktiviert. Doch dann will er auch sie als Kundin gewinnen. Ein fataler Fehler ...

"Die Hummel" ist das Kinodebüt von Sebastian Stein und gleichzeitig sein Diplomfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München. Stein lässt seinen lakonischen Reigen während eines Volksfests in seiner niederbayerischen Heimatstadt Deggendorf spielen. Mit viel Lokalkolorit eingefangen und von Augen zwinkerndem Humor getragen, ist Jürgen Tonkel als Pit hier in seiner ersten Kinohauptrolle zu sehen. Und die meistert er mit Bravour: Einerseits gibt er überzeugend den Hochstapler, der nicht davor zurückschreckt, alte Freundinnen und Bekannte über den Tisch zu ziehen, anderseits fällt diese Hülle in stillen Momenten wie selbstverständlich von ihm ab. Dann ist er nur noch der verletzliche Mensch in der Midlife-Krise, der vor den Trümmern seines Lebens steht und mit dem man sogar Mitleid haben kann.



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