Im München des Jahres 1955 lernt der Sportreporter Robert Krohn die attraktive Veronika Voss kennen, einen ehemaligen UFA-Star. Robert wird der Geliebte der rätselhaften Frau und versucht das Gheimnis ihres Lebens zu entwirren.Von ihrem früheren Mann erfährt er, wie es um Veronika Voss wirklich steht: Nach dem Ende ihrer glanzvollen Filmkarriere und der zerrütteten Ehe fing sie an zu trinken. Filmangebote blieben aus. Dann wurde Veronika morphiumsüchtig und geriet in die Hände der skrupellosen Ärztin Dr. Katz, die die depressive und alleinstehende Menschen in die Drogenabhängigkeit treibt, um sich dann Zugang zum Vermögen ihrer Patienten zu verschaffen. Später fallen sie dann einem perfekt ausgedachten Tod zum Opfer. Robert und seine Freundin Henriette versuchen, der Ärztin eine Falle zu stellen. Aber das Unternehmen scheitert, Henriette wird ermordet. Einige Tage später wird auch Veronika in dem kleinen Zimmer neben der Praxis ihrer Ärztin tot aufgefunden. Eine Überdosis Schlaftabletten. Ohne Morphium hat Veronika Voss ihr Leben nicht mehr ausgehalten.

Rainer Werner Fassbinders später Film bildet zwischen "Die Ehe der Maria Braun" und "Lola" das Mittelstück seiner grandiosen Fünfzigerjahre-Trilogie, die sich mit dem kulturellen und politischen Erbe der Nazizeit auseinander setzt. Virtuos verkörpert Rosl Zech eine alternde, am Rauschgift zu Grunde gehende Filmschauspielerin, deren Figur an das Schicksal des aus Düren stammenden UFA-Stars Sybille Schmitz (1909-1955, "F.P. 1 antwortet nicht", "Vampyr") angelehnt ist. Der wirkungssicher erzählte, in kühle, elegante Schwarzweiß-Bilder getauchte Film überzeugt - bis in die grafischen Überblendungen hinein - als stilistische Imitation eines typischen Ufa-Melodrams. Nur vier Monate vor dem Tod des Autorenfilmers im Juni 1982 kam der mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Film in die deutschen Kinos. In der Eingangssequenz, in der Veronika Voss sich im Kino einen ihrer alten Filme ansieht, sitzt im Publikum schräg hinter ihr Fassbinder. Es war sein letzter Auftritt in einem eigenen Film.

Foto: ZDF/Kinowelt/Xaver Schwarzenberger