Der gutmütige Mr. Morris, Inhaber eines großen Kaufhauses, gibt auf Bewährung freigelassenen Ex-Häftlingen Jobs, damit sich diese resozialisieren können. Zu den begünstigten früheren Sträflingen gehören auch Helen Roberts und Joe Dennis, die beide einen Arbeitsplatz als Verkäufer im Unternehmen ergattern. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten, obwohl es für Menschen auf Bewährung verboten ist. Trotz ihres geringen Einkommens führen die beiden ein glückliches Leben, bis Joe ein düsteres Geheimnis in Helens Vergangenheit entdeckt. Desillusioniert und wutentbrannt beschließt er, sich wieder seiner alten Verbrecherbande anzuschließen und das Kaufhaus auszurauben ...

"Du und ich" war die dritte Regiearbeit, die Fritz Lang nach seiner Flucht nach Amerika drehte. Auch in diesem am film noir orientierten Werk blieb er seinem Grundthema vom unerbittlichen Kampf gegen ein gnadenloses Schicksal treu. Allerdings verschrieb sich nicht einfach kritiklos dem Hollywood-Rhythmus, er nutzte ihn für seine Zwecke. War sein Held der Zwanzigerjahre eine Klischeefigur deutscher Kinomythologie, so ist der Protagonist der amerikanischen Filme ein "normaler Bürger", mit dem sich das Publikum identifizieren kann. Dennoch waren die die zuvor gedrehten "Blinde Wut" (1936) - die Geschichte vom braven Amerikaner, den man wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Kidnapper lynchen will -, "Gehetzt" (1936), in dem ein Vorbestrafter am Misstrauen seiner Mitbürger scheitert und eine Variation dieses Themas in "Du und ich" kommerziell unergiebig. Doch das lag an den Themen und ihrer sozialpolitischen Relevanz.

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