Eigentlich ist die 17-jährige Eva glücklich – auch wenn ihre Familie etwas seltsam anmutet. Während Oma ihren alten Staubsauger in die Luft sprengt, sitzt ihr arbeitslos gewordener Vater im Park und schreibt Bewerbungen. Evas Mutter frönt dagegen ihrem Dauer-Kaufrausch und Evas Onkel Bernie landet mit seiner Band - wenn er nicht gerade wieder ein krummes Ding plant - einen Flop nach dem anderen. Und dann ist da noch Evas Tourette-Syndrom, das immer wieder für Probleme und komische Situationen sorgt. Im Kreise ihrer Familie, die ihre Krankheit kennt und akzeptiert, fühlt sich Eva aber geborgen und sicher. Die Situation ändert sich schlagartig, als Evas Vater ein Job in Berlin angeboten wird. Doch nach Berlin will das junge Mädchen auf keinen Fall ...

Auf den Spuren der preisgekrönten Tragikomödie "vincent will meer" nach Florian David Fitz drehte der aus Marl stammende Regisseur und Autor Andi Rogenhagen in seiner Heimatstadt diese Komödie nach eigenem Drehbuch. Schade, dass Rogenhagen seinen Spaß allzu vordergründig aufbaut, allzu viele Nebenplots einbaut und das Tourette-Syndrom seiner Protagonistin meist als einen nicht enden wollenden Strom obszöner Schimpfwörter zeigt. Dagegen überzeugt die sympathische Figurenzeichnung der skurrilen Familie, die wie Eva - wenn auch in anderer Art und Weise - "ein Tick anders" ist und die erfrischenden Darstellerleistungen, allen voran Jasna Fritzi Bauer ("Im Alter von Ellen") in ihrer ersten Kinohauptrolle als Eva.



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