Eigentlich sollte Carsten Nielsen mit seinem Leben zufrieden sein: er ist ein angesehener Gymnasiallehrer, Freund, Ehemann und Familienvater. Doch die Fassade trügt, denn seit über einem Jahr hat der Linksintellektuelle, der immer noch seinen revolutionären Idealen nachhängt, ein Verhältnis mit der ehemaligen Schülerin Pil. Während einer Diskussion wirft ihm diese sein gemütliches Nichtstun vor und ruft zum Handeln auf. Tatsächlich bricht sie kurze Zeit später mit zwei Kommilitonen in eine Waffenfabrik ein, überfährt jedoch bei der überstürzten Flucht einen Wachmann und wird bald darauf wegen Totschlags angeklagt. Als sich Carsten öffentlich zu ihr bekennt und sich für Pil einsetzt, seht er bald vor dem Scherbenhaufen seines Lebens ...

Mit dem packend gespielten und inszenierten Gesellschaftsdrama komplettierte Regisseur Per Fly seine so genannte Dänemark-Trilogie, die er den sozialen Klassen widmete. Tauchte Fly in "Die Bank" (2000) noch in die Tiefen der dänischen Arbeiterklasse, erzählte er in "Das Erbe" (2003) eine Geschichte aus dem dänischen Geld- und Industrieadel. "Falsche Entscheidung" beschreibt dagegen den Irrweg eines idealistischen Intellektuellen aus dem gebildeten Mittelstand, der von Jesper Christensen, der auch in den ersten beiden Filmen spielte, hervorragend verkörpert wird. Kino- und Filmliebhaber dürften den dänischen Charakterdarsteller aus Filmen wie "Italienisch für Anfänger", "James Bond 007 - Casino Royale" und "James Bond 007 - Ein Quantum Trost" kennen.

Foto: ARD/Degeto