Die Jahre des beginnenden Wirtschaftswunders, ein kleines oberbayerisches Dorf unter alliierter Kontrolle: Während die Bevölkerung wieder zur Tagesordnung übergangen ist, wartet Hanna Forster noch immer auf die Rückkehr ihres Mannes Karl, der sich seit sieben Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft befindet. Als Karl zur Wehrmacht musste, war Hanna gezwungen, ihre Familie und die eigene Schreinerei allein durch Kriegs- und Nachkriegsnot zu bringen. Sie ist stolz darauf, den Betrieb aus eigener Kraft über die schwierigen Zeiten gerettet zu haben. Doch ihr fehlt die Ausbildung - und die Schreinerei braucht dringend einen Meister, sonst droht die Schließung. Auch wenn es ihr inzwischen gelungen ist, Kundschaft und Kollegen von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen: Die Konkurrenz schläft nicht. Als Karl schließlich nach Hause zurückkehrt, ist Hanna überglücklich. Aber dem stark traumatisierten, verletzten Ehemann und Vater fällt es nicht leicht, sich wieder an das normale Alltags- und Familienleben zu gewöhnen; zumal seine Frau sich nicht mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter zurückdrängen lässt …

Der mehrfach preisgekrönte Regisseur Friedemann Fromm ("Die Wölfe - Nichts kann uns trennen", "Weißensee", "Nacht über Berlin") setzte nach dem Drehbuch von Benedikt Röskau ("Die Frau des Schläfers", "Das Tattoo - Tödliche Zeichen") dieses gute besetzte wie gespielte Gesellschaftsdrama in Szene, das allerdings nicht klischeefrei daherkommt. Christine Neubauer gibt hier wieder einmal eine wohl proportionierte Trümmerfrau mit unbändigem Willen und viel Selbstbewußtsein, doch der eigentliche Star des Films ist Edgar Selge in seiner glänzenden Verkörperung eines verbitterten wie desorientierten Kriegsheimkehrers.

Foto: ARD/Degeto/Toni Muhr