Mit Anfang 50 entdeckt der charismatische Lehrer Jon Ewermann angeblich die wahre Liebe. Für die schöne, junge und geheimnisvolle Kollegin Julie will er sein bisheriges bequemes Leben aufgeben, sich scheiden lassen und noch einmal ganz neu anfangen. Doch sein Liebeswahn führt in eine Spirale der Gewalt ...

Nachdem Robert Atzorn schon in Bodo Fürneisens Ehedrama "Mein Mann, der Trinker" als Alkoholkranker überzeugte, stellt er nun eindrucksvoll einen rasend Eifersüchtigen dar. Regisseur Kai Wessel ("Die Flucht") balanciert in seiner Inszenierung nach dem gleichnamigen Roman des Autorinnen-Duos Martina Borger und Maria Elisabeth Straub ("Lindenstraße", "Katzenzungen") gekonnt zwischen Drama und Thriller. An Atzorns Seite ist die attraktive Theaterschauspielerin Judith Rosmair (Schauspielhaus Bochum, Thalia-Theater, Schaubühne Berlin) in ihrer ersten Fernsehhauptrolle zu bewundern, zuvor war sie nur vereinzelt in kleineren Rollen (etwa "Donna Roma - Tödliche Kunst") zu sehen. Hauptrollen spielte sie hingegen in aufgezeichneten Theaterinszenierungen wie Moritz Rinkes Neufassung der "Die Nibelungen" in Worms 2002 mit Mario Adorf und Maria Schrader. Einziges Manko: Auch wenn sich Atzorn gut gehalten hat, als 50-jähriger geht der 1945 geborene Schauspieler nicht mehr durch.

Foto: ZDF