Der 14-jährige Einzelgänger Billy, der mit seiner Mutter im tristen Milieu eines englischen Kohlenreviers lebt, beweist beim Abrichten des Falken Kes eine erstaunliche Ausdauer und Geschicklichkeit, die seinen mit Blindheit und Vorurteilen geschlagenen Lehrern zumeist verborgen bleibt. Nun hat Billy endlich die Anerkennung seiner Klassenkameraden. Aber dann unterläuft dem Jungen ein verhängnisvoller Fehler...

Regisseur Ken Loach gilt als einer der wichtigsten Mitbegründer des so genannten britischen Arbeiterfilms, der in den Sechziger- und Siebzigerjahren seinen Siegeszug in den Kinos antrat. Wie auch in seinen späteren Filmen ist Loach ein unsentimentaler Parteigänger für die Belange der Arbeiter, deren Milieu er genau und realistisch zeichnet, wofür "Kes" ein prägnantes Beispiel ist. Der Einsatz von Laiendarstellern - einzig die Rolle des Lehrers Farthing mit einem professionellen Schauspieler besetzt - verleiht auch dieser frühen Regiearbeit von Loach ihre Glaubhaftigkeit und zornige Vitalität. Hauptdarsteller David Bradley wurde für seine Verkörperung des jungen Billy 1971 mit dem BAFTA Film Award als bester Newcomer ausgezeichnet, Colin Welland erhielt die Auszeichnung als bester Nebendarsteller für seine Rolle des Lehrers Mr. Farthing.

Foto: ARD/Degeto