Nach dem Tod seiner Großmutter kommt der 13-jährige Bruno zu seiner Mutter. Sie lebt in einem Wohnsilo der tristen Pariser Vorstadtregionen, ist tagsüber berufstätig und verkehrt mit ihrem Sohn fast nur über Merkzettel an der Pinnwand. Bruno freundet sich rasch mit dem etwas älteren Jean-Roger an, der zu Hause noch übler dran ist. Sein krimineller Vater ballert am liebsten mit einem Gewehr in der Wohnung herum. Das schlechte Beispiel macht Schule: Jean-Roger möchte unbedingt in eine Jugendbande aufgenommen werden, in der Gewaltaktionen zur Gewohnheit geworden sind. Als sich eine junge Lehrerin um Bruno bemüht, weckt das Jean-Rogers Eifersucht ...

Eine beklemmende Studie über junge Menschen, die der Unmenschlichkeit der Großstadt ausgesetzt sind von Regisseur Jean-Claude Brisseau. Der inhumanen Wirklichkeit, in der diese leben müssen, stellt der Regisseur die Tagtäume seiner Protagonisten entgegen, die geprägt sind von Sehnsucht nach menschlicher Wärme und Liebe. Diesen Überhöhungen entspricht eine Übersteigerung in der Realitätsbeschreibung, wenn Brisseau die heillose Welt grauer Pariser Trabantensiedlungen buchstäblich als Vorstadt-Hölle darstellt. Überzeugend auch das Spiel der Schauspieler-Crew um Hauptdarsteller Vincent Gasperitsch.

Foto: Prokino