In einem Altersheim erzählt der 121-jährige Jack Crabb einem Journalisten sein wechselvolles Leben. Als Junge bei den Cheyenne-Indianern aufgewachsen, gerät er bei einem Gefecht wieder in die Hände der Weißen und wird einer bigotten Pfarrersfamilie zur Erziehung überlassen. Später schlägt er sich unter anderem als Gehilfe eines Quacksalbers, als Revolverheld wider Willen, Trinker und Kundschafter durchs Leben. Er wird zum Wanderer zwischen zwei Kulturen und nur mit Mühe gelingt es ihm immer wieder, die eigene Haut zu retten. Schließlich überredet er General Custer, in die verhängnisvolle Schlacht am Little Big Horn zu ziehen, bei der Custer und all seine Männer den Tod finden. Die Frage, ob Jack Crabb wirklich der am wenigsten beachtete Held des Wilden Westens oder aber ein grandioser Lügner ist, bleibt offen ...

Arthur Penns Film, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Berger, schildert die Geschichte der amerikanischen Pionierzeit einmal nicht als glorifizierendes Abenteuer, sondern aus der Sicht der Verlierer, der Indianer. Wie er drei Jahre zuvor schon den Mythos des Gangsterpärchens "Bonnie und Clyde" (mit Faye Dunaway und Warren Beatty) entzauberte, so stellte Penn hier die Schablonen des Genres auf den Kopf und schuf einen spannenden Anti-Western voller Ironie, brillant fotografiert und exzellent erzählt. Dustin Hoffman gibt als Jack Crabb eine Glanzleistung seines schauspielerischen Könnens. Der 1981 verstorbene Chief Dan George, der hier als Old Lodge (Skins/Crabbs Mentor) zu sehen ist, war lange Zeit Chief der kanadischen Squamish-Indianer und Präsident des Stammesrates in Vancouver. Für sein Spiel wurde er 1971 mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller geehrt.

Foto: ZDF/© Mel Traxel/Ernst Haas