In den Siebziger Jahren waren sie Rockstars, doch die Recken von früher sind alt geworden. Keyboarder Tony Costello zum Beispiel füllt Kondom-Automaten wieder auf, und darin sieht er eines Tages denn doch nicht die Perspektive für sein restliches Leben. Er sucht die Mitstreiter von damals auf; sie sind jetzt Dachdecker oder Gärtner. die Managerin von einst ist eine graue Büromaus. Sie wollen sich noch einmal zusammenraffen und ihre alte Band "Strange Fruit" reaktivieren. Eine Test-Tour durch Holland beginnt als Totalkatastrophe: Der von Minderwertigkeitskomplexen geplagte Leadsänger begrüßt die Menge in Amsterdam glatt mit "Hello, Belgium!" Und schon bald brechen innerhalb der Gruppe alte Rivalitäten wieder aus. Dass es am Ende dennoch ein Triumph wird, dafür sorgt ein totgeglaubtes Ex-Mitglied der Band, das die Managerin in einem Irrenhaus auftreibt...

Nach Vorbildern für diesen Musik-Film von Brian Gibson ("Nicht schuldig") muss man nicht lange suchen: Alan Parkers "Die Commitments" meets Peter Cattaneos "Ganz oder gar nicht". Und das ist auch kein Wunder, denn die Drehbuchautoren hatten bereits bei "The Commitments" ihre Finger im Spiel. Die Story an sich gibt nicht viel her, aber das gesamte Darsteller-Ensemble ist perfekt aufeinander abgestimmt und durchweg klasse. Da stimmen die Nuancen, die kleinen Gesten, die Details in der Mimik. Sicher macht das Drehbuch es den Darstellern insofern leicht, als es die Charaktere mit reichlich dankbaren Manierismen und Spleens ausstattet. Manch ein Schauspieler hätte das zum Anlass genommen, kräftig die Sau rauszulassen, doch Regisseur Gibson hat seine Truppe voll im Griff: Das Spiel hat das nötige Understatement, Witze zünden hier oft gerade deshalb, weil sie untertrieben werden. Fazit: Eine tolle Komödie aus England!