Fred Zinnemann

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Regisseur Fred Zinnemann
Fred Zinnemann
Geboren: 29.04.1907 in Wien, Österreich
Gestorben: 14.03.1997 in London, England, Großbritannien

Wenn sich, wie im Fall Zinnemann, der Nachruhm vor allem auf zwei Filme konzentriert, wird einem Regisseur fast immer Unrecht getan. Jeder kennt "Zwölf Uhr mittags", der etwas andere Western von 1952 mit Gary Cooper und Grace Kelly: Für 12 Uhr mittags hat ein Mörder seine Ankunft in Hadleyville angekündigt, um mit Sheriff Will Kane abzurechnen. Von seinen Mitbürgern im Stich gelassen, tritt Kane allein zum Showdown an ... Der Klassiker des Humanisten Zinnemann wurde mit vier Oscars prämiert. Bemerkenswert ist vor allem, dass die 90 Minuten des Films gleichzeitig eine 90-minütige Geschichte erzählen, die wiederum den Widerspruch von Westerner und harmlosen Bürgern offenbart. Für Grace Kelly, die spätere Gracia Patricia von Monaco, war es der Durchbruch. Für Cooper, der für die Rolle des Sheriff Kane seinen zweiten Oscar erhielt, Glück, denn Gregory Peck hatte die Rolle abgelehnt.

Und jeder kennt auch "Verdammt in alle Ewigkeit". Vor dem Hintergrund des japanischen Luftangriffs auf den Hafen von Pearl Harbour, der die Weltmacht USA fast an den Rand einer Kriegsniederlage brachte, spielt dieses Kriegsdrama von Fred Zinnemann, der seinerzeit mit acht Oscars (untern anderem auch Zinnemann als bester Regisseur) ausgezeichnet wurde. Neben Montogmery Clift, der erst durch die Intervention von Zinnemann zu seiner Rolle kam, vorgesehen war eigentlich Aldo Ray, beeindrucken besonders Burt Lancaster und Deborah Kerr. Für Frank Sinatra war die Rolle des Maggio die erste große Rolle nach einer langen Durststrecke. Wo heute hunderttausende Dollar bezahlt werden, bekam Sinatra seinerzeit nur 8500 Dollar. Trotzdem nahm "Frankie" die Rolle an. Sein verdienter Lohn: der erste und einzige Oscar seiner langen Hollywood-Karriere. Unvergessen bleibt eine der längsten Liebesszenen der Filmgeschichte, als Burt Lancaster und Deborah Kerr, von den Wellen des Ozeans umspült, die Welt um sich herum vergessen. Achten Sie auch auf George Reeves, der in den Fünfzigerjahren als Superman-Darsteller bekannt war. Als die Zuschauer ihn in Zinnemanns Film erkannten, schlugen sie sich nur auf die Schenkel und riefen: "Da ist Superman!". "Verdammt in alle Ewigkeit" diente auch als Vorlage für eine TV-Serie, die 1979 abgedreht wurde.

Dabei hat Zinnemann über diese beiden Meisterwerke hinaus eine Reihe weitaus vielschichtigerer Filme gedreht. So wurde bereits sein hierzulande so gut wie unbekannter Kurzfilm "That Mothers Might Live" 1939 mit einem Oscar ausgezeichnet. Sein Langfilmdebüt gab Zinnemann schließlich drei Jahre später mit dem solide inszenierten Kriminalfilm "Der Gentleman-Killer", die Geschichte eines Anwaltes, der einerseits öffentlich gegen das Verbrechen wettert, andererseits aber Kontakt zu einem Gangsterboss hält. Der junge Kriminalist Gordon McKay - er ist eigentlich Polizeichemiker - versucht, den Anwalt zu überführen ... Recht überraschend sind die vielen komödiantischen Einlagen und besonders interessant ein Kurzauftritt des späteren Hollywood-Stars Ava Gardner.

1944 drehte Zinnemann nach dem berühmten Roman von Anna Seghers mit Spencer Tracy und Jessica Tandy "Das siebte Kreuz". Sieben Häftlinge flüchten aus einem KZ. Ihre Flucht wird jedoch rasch entdeckt, unter Sirenengeheul machen sich die Wachmannschaften der SA mit Bluthunden an die Verfolgung. Um die anderen Häftlinge abzuschrecken, lässt der KZ-Kommandant Kreuze an sieben gekappte Platanen auf dem Lagergelände nageln: An diesen Kreuzen sollen die wieder eingefangenen Männer enden ... "Wir fühlen alle, wie tief und furchtbar die äußeren Mächte in den Menschen hineingreifen können bis in sein Innerstes, aber wir fühlten auch, daß es im Innersten etwas gab, was unangreifbar war und unverletzbar." So endet der Roman von Anna Seghers, der 1942 im mexikanischen Exil erschien. Zinnemann, der selbst Familienmitglieder in den Konzentrationslagern der Nazis verloren hatte, schuf aus der literarischen Vorlage ein beeindruckendes Drama, großartig gespielt und stimmig in seiner anti-faschistischen und humanistischen Botschaft.

Wieder mit Montgomery Clift drehte Zinnemann 1948 das Drama "Die Gezeichneten", in dem sich der Regisseur halb-dokumentarisch mit dem weitgehend unbeachtet gebliebenen Schicksal verschleppter Kinder beschäftigt, die ebenfalls unter dem Wahn des deutschen Faschismus zu leiden hatten. Im besetzten Prag entreißen Nazis den kleinen Karel seinen Eltern und verschleppen ihn zur "Arisierung" in ein Lager. Nach Kriegsende in der Trümmerwüste einer deutschen Stadt der Verwahrlosung preisgegeben, entdeckt ein amerikanischer GI den Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Zur gleichen Zeit sucht Karels Mutter verzweifelt nach ihrem Kind. Hervorragende Darsteller und ein subtiler Erzählstil - Clift wurde für einen Oscar nominiert, das Drehbuch mit einem Oscar ausgezeichnet - machen dieses Drama zu einem nach wie vor erschütterndem Dokument.

Ebenfalls 1948 entstand der Psychothriller "Akt der Gewalt": Frank R. Enley, ein ehemaliger Captain der US Air Force, hat sich in der kleinen Stadt Santa Lisa als erfolgreicher Bauunternehmer etabliert. Nicht nur sein Ruf als Kriegsheld gerät in Gefahr, als ihn eines Tages ein früherer Frontkamerad aufspürt. Dieser weiß, welch folgenschweren Verrat Enley in deutscher Gefangenschaft an ihm und anderen Kameraden beging. Deshalb will er Rache nehmen. Die düstere Regiearbeit von Zinnemann überzeugt trotz schwachen Plots, denn starke Darsteller und packende Bilder ziehen den Betrachter in ihren Bann. Besonders Van Heflin und Robert Ryan machen als erbitterte Gegenspieler aus dem dramatischen Stoff einen psychologischen Thriller.

Ein packend inszeniertes Drama gelingt Zinnemann 1950 auch mit "Die Männer". Der junge Marlon Brando ist in seiner ersten Kinohauptrolle zu bewundern, in der er Zuschauer wie Kritiker sofort mit seiner lebensnahen und körperbetonten Art der Darstellung überzeugte. Brando gibt den verbitterten und gelähmten Leutnant Bud Wilozek, der jede Freundlichkeit und jedes Mitleid ablehnt. Er weigert sich sogar, seine Verlobte Ellen wiederzusehen. Chefarzt Dr. Brock lässt den Einzelgänger in einen großen Saal verlegen, damit sein seelisches Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Und nach einem heftigen Krach mit seinen Bettnachbarn Norm, Leo und Angel bemüht sich Bud tatsächlich, gymnastische Übungen zu machen. Doch Ellens erster Besuch im Lazarett wird zum Misserfolg. Zinnemann drehte hier nach dem Drehbuch des vielfach preisgekrönten Autors Carl Foreman, der unter anderem die Vorlagen zu Klassikern wie Zinnemanns oben bereits erwähnten Western "Zwölf Uhr mittags]", David Leans "Die Brücke am Kwai" oder J. Lee Thompsons "MacKennas Gold" lieferte.

Ein großer Erfolg wird 1958 die Hemingway-Verfilmung "Der alte Mann und das Meer" mit Spencer Tracy. Für die Regie zeichnete neben Zinnemann, der ebenso wie sein Kollege Henry King unerwähnt blieb, John Sturges ("Die glorreichen Sieben") verantwortlich. Zwar hapert es nach heutigen Maßstäben ein wenig mit der Tricktechnik (auffällig: der Papp-Fisch und die Studio-See), doch dafür entschädigt Hollywood-Star Spencer Tray mit einer überzeugenden schauspielerischen Leistung, die mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde. Im Jahr darauf drehte Zinnemann das Drama "Geschichte einer Nonne". Die wunderbare Audrey Hepburn gibt die belgische Arzttochter Gabrielle, die sich gegen den Willen ihres Vater dazu entschliesst, ein Leben im Kloster zu führen. Allerdings hat sie sich das Leben hinter Mauern leichter vorgestellt. Umso lieber tritt sie deshalb eine Missionsstelle im Kongo an. Doch auch dort lauern Versuchungen in Person des Arztes Dr. Fortunati, der sich vor Ort um die Eingeborenen kümmert. Zinnemann setzte den autobiographischen Roman von Kathryn C. Hulme in beinahe dokumentarischen Bildern in Szene. Die brillant aufspielende Hepburn stand bei den beschwerlichen Dreharbeiten im Kongo in ihrem schweren Nonnenkostüm des öfteren am Rande eines Hitzschlags. Für ihre überragende darstellerische Leistung gab's seinerzeit den BAFTA-Preis, den Preis der New Yorker Filmkritik und die dritte Oscar-Nominierung.

Nach dem mit sechs Oscars prämierten Historiendrama "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" (1966), für den Zinnemann erneut mit dem Regie-Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, folgte 1973 der mit großem Aufwand in Szene gesetzte Thriller "Der Schakal", eine präzise und spannende Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Romans von Frederick Forsyth. Edward Fox gibt einen englischer Profikiller, der Anfang 1963 von einer rechtsextremistischen Terrororganisation den Auftrag erhält, Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle umzubringen. Mit eiskalter Präzision bereitet der geheimnisvolle Gentleman, der unter dem Decknamen "Schakal" arbeitet, das Attentat vor. Als die französische Polizei Wind von der Sache bekommt, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit. Denn der Schakal entpuppt sich als außergewöhnlich gerissen ...

Fred Zinnemanns letzte Regiearbeit war schließlich 1982 das Drama "Am Rande des Abgrunds". Im Sommer 1932 folgt der schottische Arzt Dr. Douglas Meredith (Sean Connery) dem Ruf der Berge. Zum Krackseln nimmt er die junge Kate mit in die Schweizer Alpen. In ihrer Unterkunft mimen sie das Ehepaar, obwohl der Altersunterschied der beiden unglaubwürdige Blicke erntet. Als sich der fesche Bergführer Johann in Kate verliebt, kann er schließlich in Erfahrung bringen, dass sie lediglich die Nichte des Arztes ist, der die Schöne vor Nachstellungen schützen will. Dann bricht Johann mit dem Doktor zu einer Bergtour auf, von der nur einer wieder zurückkehren wird. Zinnemann gelang mit diesem Alterswerk ein durchaus spannender, wenn auch zu Beginn recht betulicher Bergfilm, der eher durch die Darsteller - allen voran Connery - und wunderbare Landschaftsaufnahmen, denn durch eine packende Inszenierung auffällt.

Zinnemann, der 1997 an den Folgen eines Herzinfarkts starb, wollte in seiner Jugend eigentlich Violonist werden, studierte dann aber Jura an der Wiener Universität. Doch schon seinerzeit interessierte sich der enge Freund von Billy Wilder bald vermehrt für die Film und begann schließlich 1927 eine Ausbildung als Kameramann an der Ecole Technique de Photographie et de Cinématographie in Paris. nach seinem Abschluss arbeitete er noch ein zeitlang als Kameraassistent in Berlin, bevor er 1929 nach Hollywood übersiedelte. Sieben Jahre später nahm Zinnemann die US-Staatsbürgerschaft an und startete kurz darauf seine Regiekarriere mit ersten Kurzfilm-Arbeiten.

Weitere Filme von Fred Zinnemann: "Die Spur im Dunkel" (1942), "Little Mister Jim" (1946), "My Brother Talks to Horses" (1947), "Die Männer" (1950), "Teresa - Die Geschichte einer Braut" (1951), "Das Mädchen Frankie" (1952), "Oklahoma" (1955), "Der endlose Horizont" (1959) mit Robert Mitchum und Deborah Kerr, "Deine Zeit ist um" (1963) mit Gregory Peck, Omar Sharif und Anthony Quinn, "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" (1966), "Julia" (1977) mit Jane Fonda und Vanessa Redgrave.

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