Karl May

Karl May
Geboren: 25.02.1842 in Hohenstein-Ernstthal, Sachsen, Deutschland
Gestorben: 30.03.1912 in Radebeul, Deutschland

Mit seinen exotischen Geschichten vom "Schatz im Silbersee", den edlen Indianerhäuptlingen, verwegen Beduinen und aufrechten deutschen Helden brachte er Farbe in sein tristes Leben - und traf damit den Nerv von Millionen Menschen. Karl May stammt aus allerärmsten Verhältnissen, und in seinen Romanen spiegelt sich jenes aufregende Leben, dass sich der arme Sachse immer gewünscht hat.

Karl May kommt als Sohn bettelarmer Webersleute zur Welt. Wegen der mangelhaften und vitaminarmen Ernährung ist er die ersten vier Lebensjahre blind. Er verbringt eine trübe Jugend. Dennoch schafft er es mit viel Ehrgeiz, sich eine gute Ausbildung zu sichern. Doch die Armut hat ihre Spuren hinterlassen, immer wieder kommt May seine Kleinkriminalität in den Weg.

Anfang 1860 fliegt er aus seinem Seminar, weil er fünf Kerzen gestohlen hat, um seiner Familie zu Weihnachten eine Freude zu machen. Trotzdem bekommt er am 1861 einen Job als Hilfslehrer an einer Armenschule, wo er aber nicht lange bleibt, weil er beim Klavierunterricht mit der Frau seines Vermieters anbändelt, was dieser dem Superintendenten meldet. Worauf May schon wenige Tage später fristlos gefeuert wird. Zu allem Überfluss "leiht" er sich von einem Kumpel eine Uhr und anderen Kleimkram (freilich ohne dem Besitzer davon etwas zu sagen), weshalb er 1862 für sechs Wochen hinter Gitter wandert.

Die Lehrerkarriere war ihm damit verbaut. Auch das Militär wollte ihn nicht: Nach der Haftstrafe wird May bei der Musterung als "untüchtig" eingestuft, worauf er sich zwei Jahre lang mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält (Leitung eines Gesangvereins, Sprach- und Musikunterricht). Dann wird es kriminell...

Mitte 1864 kreuzt May als Dr. med. Heilig (!) in Penig bei Ernstthal auf, lässt sich fünf Kleidungsstücke maßanfertigen, untersucht auch einen augenkranken Mann, dem er sogar ein Rezept schreibt, und verschwindet mit den Maßanzügen unter dem Vorwand, er habe zu Hause ein ärztliches Instrument vergessen.

Gegen Ende des Jahres taucht in Chemnitz ein Seminarlehrer Lohse (May) auf, der sich in einem Hotelzimmer mit Pelzmänteln und ähnlichem austatten lässt, um diese dann dem angeblich im Nachbarzimmer befindlichen Herrn Direktor zur Kenntnisnahme vorzulegen. Und weg war er.

Als "Notenstecher Hermin" erschwindelt er sich im März 1865 auf ähnliche Weise einen Biberpelz. Kurze Zeit später wird er geschnappt und muss für viereinhalb Monate in ein Arbeitshaus, wo er schwer arbeiten muss. Kaum draußen, macht er allerdings munter weiter.

Im März 1869 spricht beim Krämer Reimann in Wiederau ein "Polizeileutnant aus Wolframsdorf" vor, der Falschgeld zu beschlagnahmen hätte. May lässt zehn Taler und die Uhr des Krämers mitgehen. Ein "Mitglied der geheimen Polizei" scheitert zwei Wochen später bei dem Versuch, nochmals 30 Taler als angebliches Falschgeld einzusacken. Und nun wird's langsam skurril.

Ende Mai klaut May fünf Billardkugeln, die er im Nachbarort für fünf Taler versilbert. Wenige Tage danach stiehlt er ein Pferd, das er für 15 Taler praktisch schon verhökert hat, als ihm der Besitzer auf die Pelle rückt und ihn zur Flucht nötigt. Schließlich bekommt es der sächsische Bäcker und Weber Wappler mit einem hochoffiziellen Boten (May) eines Dresdner Advokaten zu tun, der den braven Familien-Vater auf irgendein Amt schickt, weil jener angeblich eine "Erbschaft" aus Amerika erhalten habe. Kaum war der gute Mann zur Tür hinaus, konfisziert May 28 Taler "Falschgeld" und verschwindet.

Im Juli 1869 wird der künftige "Old Shatterhand" dann wieder einmal verhaftet. Doch auf einem Gefangenentransport sprengt der kleine, schmächtige May auf bislang ungeklärte Weise und ohne nachweisbare Hilfsmittel seine eisernen Ketten (!) und entwischt. In Plößnitz findet er Unterschlupf bei einer Malwine Wadenbach, bei der er sich als "Schriftsteller Heichel, natürlicher Sohn des Prinzen von Wadenburg" ausgibt. Nebenbei hat er wahrscheinlich ein Verhältnis mit Malwine.

Erst im Januar 1870 wird May in Böhmen im Schlaf überrascht und festgenommen. Er gibt sich aus als "Albin Wadenbach aus Martinique", wohin er auch einen Brief schreibt, um die Polizei von der Echtheit seiner Angaben zu überzeugen. Das bringt natürlich nichts, da der Steckbrief schnell gefunden wird. Vier Jahre lang fristet May sein Dasein im Zuchthaus, bei 13 Arbeitsstunden täglich. Danach ist er geläutert. Und jetzt erst beginnt er ernsthaft zu schreiben.

Ab 1875 ist May Redakteur beim Münchmeyer-Verlag. Er schreibt erste exotische Geschichten, wie "Old Firehand", "Der Gitano" oder "Wanda". Ab 1877 lebt er als freier Schriftsteller. Ab 1879 ist er Mitarbeiter bei der Zeitschrift "Deutscher Hausschatz", für die er die Urfassungen seiner später berühmten Reiseerzählungen verfasst. Allerdings muss er wegen Amtsanmaßung ("von der Regierung eingesetzt, höher als ein Staatsanwalt!") ein letztes Mal für 20 Tage in den Bau.

1880 heiratet er Emma Pollmer, mit der er nicht klarkommt, und die auch nicht ganz dicht ist (sie stirbt 1917 in einem Irrenhaus). Zwischen 1882 und 1887 entstehen die fünf berüchtigten "Münchmeyer-Romane", Kolportage-Schinken von grotesken Ausmaßen, die ihm später noch eine Menge Ärger einbringen werden. "Das Waldröschen" heißt einer, ist mehrere tausend Seiten lang und kommt auf beinahe ebenso viele Gewalttaten. Die Szenen mit eher luftig gekleideten Damen brachten May später gar in Pornographie-Verdacht. In dem Roman "Der verlorene Sohn" beschreibt er immerhin eindringlich die Not sächsischer Weber.



Parallel dazu hat er großen Erfolg mit den Winnetou-Geschichten. Als Erzählungen für die Jugend erscheinen unter anderem "Der Schatz im Silbersee", "Die Sklavenkarawane" und "Das Vermächtnis des Inka". In den 90er Jahren folgen die Buchausgaben der berühmten Reiseerzählungen. "Durch die Wüste", "Der Schut" oder "Winnetou" werden riesige Verkaufserfolge und machen May reich. Nun kann er es sich leisten, die Schauplätze seiner Romane zu besuchen.

Doch die große Orientreise 1899/1900 bringt den Riss ins Werk. May muss einsehen, dass sein fabulöser Orient mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Von nun an versteht er sein Werk als verschlüsselte Allegorie.

Anfang 1903 lässt er sich von Emma May scheiden und setzt gerichtlich durch, dass sie nicht im Umkreis von 100 km wohnen darf, und heiratet Klara Plöhn. Danach schreibt er nur noch symbolisch-mystische Altersromane wie "Ardistan und Dschinnistan" (1907), der auf dem Planeten Sitara spielt. Gerade der "Ardistan"-Roman wird heute von vielen Literaturwissenschaftlern als bedeutendes Werk und Vorläufer des Surrealismus gesehen, doch beim Lesepublikum kamen diese Werke nicht mehr an. Gleichzeitig gibt es Prozesse über Prozesse und viel Ärger wegen der ungefragt wieder nachgedruckten Münchmeyer-Schund-Romane, die Mays Ruf nachhaltig zerstörten.

1908 macht May eine große Amerika-Reise, danach schreibt er nur noch wenige Texte, darunter "Winnetou IV" (1909) und seine Autobiographie "Mein Leben und Streben" (1910). Von den Prozessen und dem Rufmord arg mitgenommen, verfällt seine Gesundheit rasch. Seine letzten Worte waren angeblich "Sieg! Großer Sieg! Rosen... rosenrot!"

Filme nach Vorlagen bzw. Motiven von Karl May: "Auf den Trümmern des Paradieses", "Die Todeskarawane" (beide 1920), "Die Teufelsanbeter"(1921), "Durch die Wüste" (1936), "Die Sklavenkarawane" (1958), "Der Löwe von Babylon" (1959), "Der Schatz im Silbersee" (1962), "Mit Karl May im Orient" (TV-Mehrteiler), "Winnetou I", "Old Shatterhand" (beide 1963), "Der Schut", "Unter Geiern", "Winnetou II" (alle 1964), "Der Schatz der Azteken", "Die Pyramide des Sonnengottes", "Old Surehand", "Freispruch für Old Shatterhand " (TV), "Durchs wilde Kurdistan", "Im Reich des Silbernen Löwen", "Der Ölprinz", "Winnetou III" (alle 1965), "Winnetou und sein Freund Old Firehand", "Winnetou und das Halbblut Apanatschi", "Das Vermächtnis des Inka" (alle 1966), "Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten" (1968), "Kara Ben Nemsi Effendi" (TV-Serie, 1973/75), "Karl May" (1974), "Mein Freund Winnetou" (TV-Serie, 1980), "Das Buschgespenst" (TV, 1986), "Präriejäger in Mexiko" (TV-Mehrteiler, 1988), "Die Spur führt zum Silbersee" (TV, 1989), "Karl May" (TV-Mehrteiler, 1992), "Winnetous Rückkehr" und "Karl May reist zu den lieben Haddedihn" (beide TV, 1998).

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