Stefan Gubser

Stefan Gubser als Kantonspolizist Reto Flückiger
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Stefan Gubser als Kantonspolizist Reto Flückiger in "Tatort - Der Polizistinnenmörder"
Fotoquelle: SWR/Peter Hollenbach
Stefan Gubser
Geboren: 01.08.1957 in Winterthur, Schweiz

Mit ihm stieg das Schweizer Fernsehen nach neun Jahren Tatort-Abstinenz wieder in die Kultreihe ein. Stefan Gubser, der schon mehrfach in die Rolle des Thurgauer Kantonspolizisten Reto Flückiger schlüpfte und als Gast an der Seite der Bodensee-Kommissarin Klara Blum (gespielt von Eva Mattes) ermitteln durfte, übernahm den Part des sympathischen Schweizer Chefermittlers in Festanstellung. "Tatort - Wunschdenken (2011) hieß der erste Fall, den Stefan Gubser löste und dabei nicht nur für Begeisterungsstürme sorgte. Das Gesamtkonzept "Schweizer Tatort" wurde aufgrund der Episode rund um die Entführung eines Politikers, dessen Leiche später gefunden wird, mehrfach in Frage gestellt.

Stefan Gubser zählt zu den bekanntesten Schweizer Schauspielern und ist auch im deutschen Fernsehen sehr präsent. Man kennt ihn als Episodendarsteller aus verschiedenen TV-Produktionen wie "Der Alte", "Der Bergdoktor", "SOKO 5113", "In aller Freundschaft", "Küstenwache", "Die Rosenheim-Cops" oder "Im Namen des Gesetzes". Aber auch als Serienhauptdarsteller hat er in Deutschland von sich reden gemacht. Bekannt wurde er als Miguel Bernauer in der Krimi-Serie "Eurocops" (1989 bis 1992), er zog einen weißen Arztkittel an und gab Dr. Klaus Tannert in der Krankenhausserie "Kurklinik Rosenau" (1996/1997), mimte den charmanten Ex-Astronauten Erik Hilgers in der Vorabendserie "Sternenfänger" (2002) und agierte in gewohnter Manier als Schuldirektor Dr. Frank Leitmeyer in der Lehrerserie "Sabine!" (2004/2005).

Viele Serien und viele unterschiedliche Rollen. Die, so ist er überzeugt, dafür sorgen, dass er nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt werden kann. Ob Arzt, Polizist oder Lehrer - er erfüllt jede Vorgabe mit Bravour. Dabei wird schnell deutlich, dass er auf eine fundierte Ausbildung zum Schauspieler zurückblicken kann. 1980 absolvierte er das Max-Reinhardt-Seminar in Wien und hatte anschließend zahlreiche Engagements am Burgtheater Wien, Residenztheater München, Staatstheater Wiesbaden und vielen anderen Theatern durchlaufen. Nach sechs Jahren war zunächst einmal Schluss mit der Bühnenarbeit und er widmete sich verstärkt der Arbeit bei Film und Fernsehen. Sein Debüt vor der Kamera gab er 1986 in Jaime Chávarris "El río de oro" neben Ángela Molina und Bruno Ganz, ein Jahr später sah man ihn in Bernhard Gigers Fernsehfilm "Kampf ums Glück". Es folgten zwei Arbeiten mit dem Schweizer Regisseur Thomas Koerfer: "Die Dollarfalle" (1988) und "Noch ein Wunsch" (1989). Nachdem er 1990 wieder auf die Theaterbühne zurückkehrte und eine Engagement in Essen angenommen hatte, spielte er gemeinsam mit Rüdiger Vogler und Dominique Horwitz in Gertrud Pinkus' Historienfilm "Anna Göldin - Letzte Hexe" (1991) und stand zeitgleich für die bereits erwähnte Krimi-Serie "Eurocops" vor der Kamera. In Hans W. Geissendörfers Gerichtsdrama "Justiz" übernahm Stefan Gubser ebenso einen kleinen Part wie auch in Markus Fischers Kriminalfilm "Brandnacht" (beide 1993).

Der braunäugige 1,82 Meter große Schauspieler spricht neben verschiedenen Schweizer Dialekten Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch und kann ohne Probleme auch in internatioalen Produktionen punkten. Nach dem deutsch-italienischen Melodram "Sehnsucht der Herzen" (1994) überzeugte er auch gemeinsam mit Claudia Cardinale und Mathieu Carrière in der deutsch-französisch-italienischen Miniserie "Prinzessin Amina - Das Geheimnis einer Liebe" (1997). International besetzt und produziert war auch Roger Youngs Bibelverfilmung "Die Bibel - Salomon" (ebenfalls 1997). Den Arztkittel, der Stefan Gubser schon in der "Kurklinik Rosenau" kleidete, zog er auch für das Schweizer Gesellschaftsdrama "Das Mädchen aus der Fremde" (1999) über. Im gleichen Jahr sah man ihn noch im Medien-Thriller "Exklusiv" und in der Schmonzette "Rosamunde Pilcher - Möwen im Wind". Weitere zahlreiche Hauptrollen in Kino- und Fernsehfilmen folgten: In Walter Webers Kriminalfilm "Spuren im Eis - Eine Frau sucht die Wahrheit", an der Seite von Sabine Orleàns und Max von Thun in "Gesteinigt - Der Tod der Luxuslady" (beide 2000), in Christian Kohlunds Thriller "Tod durch Entlassung" (2001) und in dem durchaus sehenswerten Kriminalfilm "Spital in Angst" (2001). Darüber hinaus war er auch in einer "Tatort"-Episode zu sehen - allerdings noch nicht als Reto Flückiger. In dem - vor der neunjährigen Pause - letzten Schweizer "Tatort - Time-Out" (2001) mimte er den Arsène Renweg, den ehrgeizigen Manager des Berner Eishockeyvereins SCB.

So abwechslungsreich seine Rollen sind, so vielfältig sind auch die Genres der Filme, für die er engagiert wird. Nach der Liebeskomödie "Füür oder Flamme" (2002) folgte die Komödie "Dann kamst du", während er mit "November" die locker-leichte Unterhaltung hinter sich ließ und ein Familiendrama par exellence präsentierte. Mit Martin Enlens "Gefährliche Gefühle" (alle 2003) schließlich agierte er erneut für einen Kriminalfilm und auch vor Fantasyfilmen schreckt der Darsteller nicht zurück: 2005 nahm er neben Anatole Taubman ein Engagement für "Anjas Engel" an. Im gleichen Jahr stand er schließlich auch noch für Samirs experimentelles Drama "Snow White" und der nostalgischen Kinderbuchverfilmung "Mein Name ist Eugen" vor der Kamera. Bereits 1998 war Stefan Gubser an der Gründung der Produktionsfirma "handsUP" beteiligt, aus der 2007 die "tellfilm" wurde. Der Schauspieler hatte sich hier mit der Produzentin Katrin Renz und dem Regisseur Stefan Jäger zusammengefunden. Mit dem Gesellschaftsdrama "Hello Goodbye" lieferte das Team 2007 den ersten von "tellfilm" produzierten Kino-Film ab. Stefan Gubser war nicht nur an der Produktion und dem Drehbuch beteiligt, sondern übernahm auch die Hauptrolle des krebskranken Michael Berger.

In der heiteren Almschmonzette "Nur ein Sommer" (2007) mimte der Winterthurer einen griesgrämigen Senner, der seiner Aushilfe (gespielt von Anna Loos) das Almleben schwer macht und auch für Mike Eschmanns Komödie "Eine bärenstarke Liebe" (2008) zog es ihn in die Schweizer Berge. Danach folgte sein erster Auftritt als charmanter Kantonspolizist Reto Flückiger in der Konstanzer "Tatort"-Episode "Tatort - Seenot" (ebenfalls 2008). Zudem sah man ihn neben Maja Maranow und Florian Martens in "Ein starkes Team - Die Schöne vom Beckenrand" als das Mordopfer Mathias Berger, während er in "Rosamunde Pilcher: Eine Liebe im Herbst" den gesamten, altbekannten Schmalzfilm-Plot erleben durfte. In "Tatort - Der Polizistinnenmörder" schlüpfte er schließlich erneut in die Rolle des Reto Flückiger und nicht nur Klara Blum war sich sicher, dass sie von ihm gern mehr sehen würde.

Weitere Filme und Serien mit Stefan Gubser: "Schneller als das Auge" (1989), "Dreißig Jahre", "Las huellas del lince", "Piano panier" (alle 1990), "Ein unvergeßliches Wochenende - An der Nordsee", "Fatale Mutterliebe", "Schwarz Rot Gold - Geld stinkt" (alle 1995), "Für Liebe und Gerechtigkeit", "Beichtstuhl der Begierde" (beide 1996), "Laura" (1997), "Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen" (TV-Serie, 1999), "Tatort - Der Schwarze Skorpion" (2000), "Caravan", "Kilimanjaro: How to Spell Love", "Sommer und Bolten: Gute Ärzte, keine Engel" (TV-Serie), "Studers erster Fall", "Sinan Toprak ist der Unbestechliche" (TV-Serie, alle 2001), "Paul und Lila" (Kurzfilm), "Mit Herz und Handschellen" (TV-Serie, alle 2002), "Herbst" (Kurzfilm, 2003), "Utta Danella - Der Mond im See", "Lilo & Fredi", "Fremde im Paradies" (alle 2004), "Im Namen des Gesetzes" (TV-Serie, 2005), "Grounding" (2006), "Im Tal der wilden Rosen - Verzicht aus Liebe" (2006), "Millionenschwer verliebt" (2006), "Il pugno di Gesù", "Marmorera", "Hudson & Rome" (Kurzfilm, alle 2007).

Die "Tatort"-Krimis mit Stefan Gubser: "Tatort - Der schöne Schein" (2011), "Tatort - Skalpell", "Tatort - Hanglage mit Aussicht" (beide 2012), "Tatort - Schmutziger Donnerstag" (2013).


Zur Filmografie von Stefan Gubser
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