Psychiater Simon Cavegn stammt aus dem Bündnerland, lebt und arbeitet aber mittlerweile in Zürich. Als er dem Land seiner Väter zusammen mit seiner deutschen Frau Paula auf einer kurzen Hochzeitsreise einen Besuch abstattet, taucht im Marmorera-Stausee der Körper einer leblosen, jungen Frau auf. Simon kann nur noch ihren Tod feststellen. Umso erstaunter ist er, als dieselbe Frau - wieder quicklebendig, aber ohne Sprache und Identität - in die Psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli in Zürich eingeliefert wird, in der er arbeitet. Dies ist der Auftakt zu ungeheuerlichen Vorgängen ...

Regisseur Markus Fischer nutzt in diesem Mix aus Mystery-, Heimatfilm und Thriller die Geschichte des historischen Schweizer Dorfes Marmorera, das 1954 zugunsten eines Staudamm-Projektes abgerissen und geflutet wurde, um die Stadt Zürich mit Energie zu versorgen. Auf dieser Grundlage spinnt er eine spannende wie mitunter etwas schräge Geschichte, die Kameramann Jörg Schmidt-Reitwein in atmosphärisch dichten Bildern eingefangen hat. Zwar wirkt Anatole Taubman in der Rolle des Psychiaters zum Teil recht hölzern, doch dafür entschädigt das Spiel der ausgebildeten Balletttänzerin und Choreografin Eva Dewaele in ihrem ersten Filmauftritt als namenloses Mädchen aus dem See. Allerdings wären an manchen Stellen Untertitel angebracht, da die Mundart einiger Nebendarsteller kaum zu verstehen ist. "Marmorera" feierte 2007 auf den Internationalen Hofer Filmtagen Deutschland-Premiere und wurde im Herbst 2007 beim Internationalen Filmfestival in Malaga mit dem Preis für den Besten Film ausgezeichnet.



Foto: ZDF/SRF