Vater der Atombombe

"Oppenheimer": Kritik zum Oscar-Drama mit Cillian Murphy

03.10.2026, 09.52 Uhr
Christopher Nolans "Oppenheimer" beleuchtet die Geschichte des Physikers J. Robert Oppenheimer, der das Manhattan-Projekt leitete, und zeigt die Folgen seiner Erfindung.

Christopher Nolans "Oppenheimer" erzählt die Lebensgeschichte des theoretischen Physikers Julius Robert Oppenheimer (Cillian Murphy), der in den 1940er-Jahren das Manhattan-Projekt leitete – das geheime Atombomben-Programm der USA. Die vermeintliche Wunderwaffe sollte den Zweiten Weltkrieg zugunsten der Alliierten entscheiden. Oppenheimers Erfolg als "Vater der Atombombe" wurde zu seinem größten Fluch: Als der geniale Wissenschaftler sah, was seine Forschung in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki anrichtete, sprach er sich gegen weitere Einsätze und ein nukleares Wettrüsten aus.

Der dreistündige Biopic, das SAT.1 am 3. Oktober um 20.15 Uhr wiederholt, stützt sich vor allem auf die Oppenheimer-Biografie "American Prometheus" von Kai Bird und Martin J. Sherwin. Mit Cillian Murphy in der oscargekrönten Titelrolle ist das größtenteils in Schwarz-Weiß gedrehte Drama auch in den Nebenrollen unter anderem mit Matt Damon, Emily Blunt, Robert Downey Jr., Kenneth Branagh, Florence Pugh und Matthias Schweighöfer hochgradig prominent besetzt.

"Oppenheimer": Oscars, Einspielergebnis und prominente Besetzung

Der Aufwand lohnte sich – auch der finanzielle: "Oppenheimer" kostete in der Produktion rund 100 Millionen US-Dollar. Weltweite Einnahmen von mehr als 975 Millionen US-Dollar machten das Drama zum zwischenzeitlich erfolgreichsten Biopic aller Zeiten (mittlerweile nimmt "Michael" den Spitzenplatz ein. Bei den Oscars zeigte sich die Strahlkraft des Meisterwerks in voller Größe: Mit 13 Nominierungen ins Rennen gegangen, konnte "Oppenheimer" schließlich sieben Trophäen für sich verbuchen – Gipfel ein Triumph.

Christopher Nolans Erzählstil prägt das Biopic

Schon in "Memento" bis hin zu "Inception" spielte der Nolan gerne mit den Grenzen des filmischen Erzählens. Für sein bislang wohl anspruchsvollstes Projekt ist er zwangsläufig an historische Zwänge gebunden. Seine eigene Handschrift bleibt dennoch klar erkennbar: Nolan teilt den Film in drei wechselnde, miteinander verwobene Erzählstränge ein.

Das Manhattan-Projekt im Zentrum von "Oppenheimer"

Insgesamt will die Mischung aus Kriegsdrama und Biopic 45 Jahre abdecken, im Fokus steht aber dieses eine Projekt in der Wüste New Mexicos, das die Welt für immer verändern sollte (Stichwort "Atomzeitalter"). Die tödlichste Waffe aller Zeiten bauen, um für Frieden zu sorgen: Oppenheimer wusste um die Bedeutung seiner Arbeit und um die großen Gefahren, die damit einhergingen. Und ihm war nicht immer wohl dabei. In einem Interview bezeichnete er sich selbst einmal als "Zerstörer der Welten". Und im Film sinniert er: "Ich weiß nicht, ob man uns eine solche Waffe anvertrauen kann. Aber wir haben keine Wahl."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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