Fernando E. Solanas

Fernando Ezequiel Solanas
Geboren: 16.02.1936 in Buenos Aires, Argentinien
Sternzeichen: Wassermann

Nach Abschluss des Jurastudiums studiert Fernando E. Solanas Musik (Klavier- und Kompositionslehre) und Theater. Als Schauspieler tritt er 1961 in dem Film "Dar la cara" von José Martinez Suarez auf, der eine der großen Hoffnungen des argentinischen Films wurde. Ein Jahr später dreht Solanas seinen ersten Kurzfilm "Seguir andando". 1963 bis 1967 inszeniert er gemeinsam mit anderen engagierten Filmemachern wie Raul de la Torre, Alberto Fischerman, Humberto Rios, Juan José Stagnaro, Gerardo Vellejo und Octavio Getino Werbefilme. 1966 beginnt er mit den Dreharbeiten zu seinem Meisterwerk "Die Stunde der Hochöfen".

1968 stellt er den Film in Italien fertig und zeigt ihm im September auf dem Internationalen Filmfestival in Pesaro. 1971 entsteht der Dokumentarfilm "Peron - la revolucion justicialista", 1972 "Actualizacion politica y doctrinaria para la toma del poder". 1972/76 dreht er an dem Spielfilm "Fierros Söhne". "Die Stunde der Hochöfen" ist ein viereinhalbstündiger Dokumentarfilm, der häufig nur in Kurzfassung gezeigt wird: Ende letzten Jahrhunderts im Krieg gegen die Spanier schrieb der kubanische Dichter-Patriot José Marti: "Es ist die Stunde der Hochöfen und es wird nichts zu sehen sein als Licht". Solanas benannte sein filmische Pamphlet nach ihm. Es geht hier um die Situation in Lateinamerika, um die Gewalt, die als einziges Mittel der Befreiung erscheint. Neokolonialismus, Peronismus, Chronik des Widerstandes und schließlich der Aufruf zur revolutionären Praxis. Ein Meilenstein des lateinamerikanischen Kinos. "Fierros Söhne" ist eine Art Fortsetzung von "Stunde der Hochöfen". Er beschäftigt sich mit der Zeit vom Sturz Perons 1955 bis zu seiner Rückkehr 1973. Es geht um nationale Befreiung, um die Gewerkschaftsbewegung und das revolutionäre Bewusstsein der Bevölkerung.

In "Tangos" (1985) musste eine Gruppe von Argentiniern - wie der Filmemacher Fernando E. Solanas selbst - während der Militärjunta nach Paris fliehen. Mit "Süden" (1988) schuf Solanas ein poetisches Gedicht, das von der Rückkehr in die Heimat nach Jahren des Terrors, der Morde, der Verhaftungen und des Exils handelt. Solanas hatte im französischen Asyl zwei Jahre nach Ende der Diktatur mit "Tangos" die Sehnsucht nach dem fernen, fremd gewordenen Argentinien beschworen, mit "Süden" ist er nach Hause zurückgekehrt und beschreibt auf faszinierend schöne Weise die wiederentdeckte Heimat, mit all ihren Wunden und Tränen, Trümmern und Toten. "Süden" - so sagt Solanas, "ist ein einziger, langanhaltender Tango oder viele Tangos".

In "Die Reise" (1992) führt die Odyssee des Teenager Martin von Feuerland im Süden Argentiniens quer durch den Kontinent nach Mexiko, durch das Amerika der Indios und der Armen, wo sich die Rassen mischen, auf dem sich die finden, die von den Weißen zu Sklaven gemacht und ganz einfach übergeblieben sind beim Massengenozid. Hier geht es um die Suche nach dem Vater, nach den Ursprüngen, den Wurzeln. Für sein Lebenswerk wurde Solanas Im Fabruar 2004 mit dem Goldener Ehrenbären der Filmfestpiele von Berlin ausgezeichnet.

Weitere Filme von Solanas: "Reflexión ciudadana" (Kurzfilm, 1963), "Argentina, mayo de 1969: Los caminos de la liberación" (Dokumentation, 1969), "Le Regard des autres" (1980), "Der letzte Vorhang" (1998), die Allende-Verfilmung "Afrodita, el sabor del amor" (2002) und der Dokumentarfilm "Memoria del saqueo - Chronik einer Plünderung" (2004).


Alle Filme mit Fernando Ezequiel Solanas
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