Unser Baby soll leben
14.04.2020 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Die 40-jährige Loredana aus Gelnhausen erfährt im dritten Schwangerschaftsmonat, dass ihr drittes Kind einen Gendefekt hat. Welche Ausprägung das sogenannte Noonan-Syndrom haben wird, darüber lassen die vorgeburtlichen Untersuchungen keine Rückschlüsse zu.
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Vanessa (36), mit ihrer kleinen Tochter Luisa. Im dritten Schwangerschaftsmonat hat die Lehrerin aus Düsseldorf erfahren, dass ihr Kind das Down-Syndrom hat.
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Vanessa (37) mit ihrer kleinen Tochter Luisa. Im dritten Schwangerschaftsmonat hat die Lehrerin aus Düsseldorf erfahren, dass ihr Kind das Down-Syndrom hat.
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Uschi (34) und Dominik (37) aus Würzburg haben einen Verein für Eltern gegründet, deren Kinder vorgeburtlich erkrankt sind. Ihr eigener Sohn Paul lebt - trotz einer starken Nierenschädigung.
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Originaltitel
Unser Baby soll leben
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

Bewusste Entscheidung für die Ungewissheit

Von Christopher Schmitt

Wie mit der Nachricht umgehen, dass das ungeborene Kind behindert auf die Welt kommen wird? Die pränatale Diagnostik ist fortschrittlich, kann aber auch für moralische Dilemmata bei den werdenden Eltern sorgen.

"Ich habe euch noch mal ein Mutmachpaket mitgebracht", präsentiert Dominik stolz die mit Tieren verzierte Box, die wie ein Geschenk designt ist. Das Mutmachpaket enthält unter anderem ein Mobile aus Glattholz, weil dieses Material desinfizierbar ist. Das ist besonders wichtig, da sich das Mutmachpaket an Familien mit vorgeburtlich erkrankten Kindern richtet. Gemeinsam mit seiner Frau Uschi hat er einen Verein mitgegründet, der genau solche Familien informiert, aufklärt und unterstützt. Die beiden wissen, wovon sie sprechen: Ihrem Sohn Paul wurden kaum Chancen eingeräumt, die Geburt zu überleben, inzwischen ist er zwei Jahre alt. "Man kennt keinen eigentlich, der in der gleichen Situation ist", so Dominik über den Sinn seiner Organisation.

Zumindest in vergleichbaren Situationen befinden sich zwei weitere Paare, die die Reportage "37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist" (Dienstag, 7. April, 22.15 Uhr, ZDF) von Nadja Kölling über ein Jahr hinweg begleitet. Die Lehrerin Vanessa wird zum dritten Mal Mutter, erfährt durch die Pränataldiagnostik aber, dass ihr Kind mit Trisomie 21 auf die Welt kommen wird. Nur eines von zehn Paaren entscheidet sich für ein Kind mit Down-Syndrom. "Da ist natürlich der Gedanke an eine Abtreibung, der erste den man hat", gibt sie unumwunden zu. Allerdings entscheidet sie sich dafür, das Wunschkind auszutragen, was ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.

Zwischen Tragik und Hoffnung

"Wir haben uns dieses Baby so sehr gewünscht, wir gehen jetzt Schritt für Schritt weiter", sind sich auch Loredana und Marco sicher, als ein Gendefekt bei ihrem ungeborenen Säugling festgestellt wird. Später treten weitere Komplikationen auf. Die Schicksale schwanken zwischen Tragik und Hoffnung. Es wird deutlich, dass der enorme Fortschritt der vorgeburtlichen Diagnostik aus medizinischer Sicht grandios ist, aber Eltern auch ins moralische Dilemma stürzen kann. Dabei bleibt der Zuschauer mit der Frage zurück, wie er wohl selbst in diesen komplizierten Situationen entschieden hätte.

37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist – Di. 14.04. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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