Wir schicken ein Schiff
15.06.2020 • 23:45 - 00:30 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Jedes ziviles Rettungsschiff braucht ein Bordhospital, denn häufig kommen die Geflüchteten dehydriert und entkräftet an Bord. Sofortige intensivmedizinische Behandlung muss sichergestellt sein. Manchmal bekommen Frauen auch ihr Kind auf dem Rettungsschiff.
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Der Ratspräsident im Gespräch mit den Seenotrettern von Sea Watch, persönliche Begegnungen haben seinen Blick auf die Geschehnisse auf dem Mittelmeer geschärft.
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Am 20. Februar 2020 wird die neue Sea Watch 4 getauft. Nur zweieinhalb Monate nach dem Start des Spendenaufrufs soll das ehemalige Forschungsschiff in wenigen Tagen nach Spanien überführt werden.
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Die Sea Watch 4 auf dem Weg durch die Nord-Ostseekanal. Das Ziel: Der Heimathafen Buriana in Spanien. Etwa zwei Wochen dauert die Überfahrt.
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Originaltitel
Wir schicken ein Schiff
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

Im Einsatz für die Seele Europas

Von Andreas Schoettl

Mit der Sea-Watch 4 kreuzt ein weiteres deutsches Seenotrettungsschiff im Mittelmeer. Es wurde durch einen Anstoß und vor allem Mittel der evangelischen Kirche finanziert. Das sorgte mitunter für Kontroversen.

Die Initiative stammt von den Heinrich Bedford-Strohm. Im Sommer 2019 hatte der Ratspräsident der Evangelischen Kirche den Vorschlag angestoßen, ein ehemaliges Forschungsschiff zu kaufen und es umzubauen. Ziel war, dass es schon bald im Mittelmeer kreuzen und Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten sollte.

Mittlerweile ist die Sea-Watch 4 einsatzbereit. Die umgebaute ehemalige Poseidon soll unter anderem vor der libyschen 24-Seemeilen-Zone patrouillieren. Doch rund um das Projekt unter dem Dach des Bündnisses Bündnis "United4Rescue", dem inzwischen mehr als 370 Institutionen, Vereinen, Firmen und Organisationen angehören, gab es auch Kontroversen. Der Arbeitskreis bekennender Christen etwa erwähnte Seenotrettung sei nicht Kirchenauftrag. Rechte Kritiker setzten ausgerechnet die Kirche mit einer Schlepper-Organisation gleich. In ihrem Visier: Bedford-Strohm.

Im Film von Lara Stratmann, der die Sea-Watch 4 von der ersten Idee bis zum Auslaufen begleitet, steht der Ratspräsident an Deck des Schiffes. Er wehrt sich gegen entsprechende Vorwürfe. Seine Worte klingen wie ein flammender Appell an die Politik. Er sagt: "Europa verliert seine Seele, wenn es an dieser Stelle nicht den eigenen Grundorientierungen gemäß handelt. Und dazu gehört eben, dass man sich nicht einfach abschottet und sagt, die Menschen in Not sollen von ganz anderen Ländern versorgt werden, unabhängig davon, wie dort die Menschenrechtssituation ist. 'Hauptsache nicht bei uns'. Das ist keine christliche Haltung. Das ist unwürdig für Europa."

Wir schicken ein Schiff – Mo. 15.06. – ARD: 23.30 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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