Wolfsland - Der steinerne Gast

  • Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) liegen des Öfteren verbal im Clinch. Doch ihre Ermittlungen kommen stets flott voran. Vergrößern
    Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) liegen des Öfteren verbal im Clinch. Doch ihre Ermittlungen kommen stets flott voran.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld), Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert, Mitte) und Uli "Jakob" Böhme (Jan Dose) untersuchen eine Leiche. Es stellt sich alsbald heraus, dass es sich um einen Raubmörder handelt. Vergrößern
    Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld), Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert, Mitte) und Uli "Jakob" Böhme (Jan Dose) untersuchen eine Leiche. Es stellt sich alsbald heraus, dass es sich um einen Raubmörder handelt.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Die ständig verfolgte Görlitzer Kommissarin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) befragt den Hotelrezeptionisten Freddy (Simon Werdelis) nachdrücklich nach ihrem gefährlichen Ex-Mann. Vergrößern
    Die ständig verfolgte Görlitzer Kommissarin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) befragt den Hotelrezeptionisten Freddy (Simon Werdelis) nachdrücklich nach ihrem gefährlichen Ex-Mann.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Vera Holzner (Renate Krößner) und ihre Tochter Susanne (Cornelia Ivancan) sind erschüttert, als sie erfahren, dass die Täter des Raubüberfalls von vor fünf Jahren noch leben. Vergrößern
    Vera Holzner (Renate Krößner) und ihre Tochter Susanne (Cornelia Ivancan) sind erschüttert, als sie erfahren, dass die Täter des Raubüberfalls von vor fünf Jahren noch leben.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Vera Holzner (Renate Krößner, links) und ihre Tochter Susanne (Cornelia Ivancan) bereiten ein Essen vor, das es in sich hat. Vergrößern
    Vera Holzner (Renate Krößner, links) und ihre Tochter Susanne (Cornelia Ivancan) bereiten ein Essen vor, das es in sich hat.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Einmal Stalker, immer Stalker: Björn Delbrück (Johannes Zirner) freundet sich mit Violas Nachbarin an. Er gibt sich als gern gesehener Ex-Ehemann aus. Vergrößern
    Einmal Stalker, immer Stalker: Björn Delbrück (Johannes Zirner) freundet sich mit Violas Nachbarin an. Er gibt sich als gern gesehener Ex-Ehemann aus.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Uli "Jakob" Böhme (Jan Dose) untersuchen den Tatort im Görlitzer Gewölbe. Vergrößern
    Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) und Uli "Jakob" Böhme (Jan Dose) untersuchen den Tatort im Görlitzer Gewölbe.
    Fotoquelle: MDR / MOLINA FILM / Steffen Junghans
  • Bruno Hass (Wolfgang Winkler) ist Wirt im Steinernen Gast. Er kennt die ganze Geschichte von Anfang an. Vergrößern
    Bruno Hass (Wolfgang Winkler) ist Wirt im Steinernen Gast. Er kennt die ganze Geschichte von Anfang an.
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Serie, Krimireihe
Götzi von Görlitz
Von Wilfried Geldner

Infos
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ARD
Do., 24.05.
20:15 - 21:45


In einem alten Keller werden zwei Skelette entdeckt – eines aus dem 16. Jahrhundert und ein noch ziemlich Neues. Für die Kommissare gilt es, einen Raubüberfall aufzuklären.

Was tun, wenn sich der Gebrauchskrimi schwerlich neu erfinden lässt? – Sönke Lars Neuwöhner und Sven S. Poser tauchen mit ihrem Drehbuch tief ins Görlitzer Lokalkolorit ein und lassen ihre Kommissare geradezu psychisch hyperventilieren. In der dritten Folge ihrer "Wolfsland"-Reihe im Ersten (ohne Wölfe, wohlgemerkt) mit dem Titel "Der steinerne Gast" – gemeint ist hier eine Kneipe – herrscht kein Mangel an historischem Lokalwissen und an mentalen Gebrechen der Ermittler Burkhard "Butsch" Schulz (Götz Schubert) und Viola Dellbrück (Yvonne Catterfeld). Unter alten Dielen werden Tote geborgen, die Kommissarin wird immer noch von ihrem stalkenden Ex-Mann behelligt, und Butsch leidet so griesgrämig wie nur erdenklich ausdauernd an den turnusmäßig wiederkehrenden familiären Schicksalsschlägen, die ihn bisher trafen.

So Appetit weckend der Vorspann ist mit den Stummfilm-Altstadtfassaden, den jammernden Türen und der aus dem Schlummer jäh aufschreckenden Kommissarin, so quälend nimmt sich doch die Geschichte der ewig vom durchgeknallten Ex verfolgten Kommissarin aus. Butsch hängt sich immer dermaßen rein, um sie zu schützen, dass er selbst wie ein Stalker wirkt. Dass sich die Kommissarin auch selbst ganz gut verteidigen kann, mittels Judo-Armgriff, nimmt er wahr, als er unter einem Hotelbett versteckt, den unliebsamen Verfolger dort belauscht. Gut, dass der Ex das Badezimmer benutzt – so kann der grimme Kommissar gerade noch entfliehen.

Mehr solcher Szenen täten dem in Görlitz an der Neiße spielenden Sachsen-Krimi sicher gut, allzu stereotyp nämlich gestaltet sich das Psychospiel zwischen dem ungleichen Ermittlerpärchen, bei dem ihr der offene, ihm der über alle Maßen verschlossene Part zukommt.

Humor versucht im dritten Film auch der kumpelhaft sächselnde Spurensicherer Jakob Böhme (Jan Dose) zu verbreiten. Mit einem soeben ausgebuddelten Kochenmann aus der "Tuchmacherverschwörung von 1527" hält er denn auch einen besonderen Trumpf in den Händen. Nicht nur, dass er das Skelett einfallsreich den "Götzi von Görlitz" nennt, er verspricht auch gleich, mithilfe des Knochenhaufens den Stammbaum des Kommissars bis ins späte Mittelalter zurückzuverfolgen.

Doch es gibt neben Götzi noch ein zweites, jüngeres Skelett. Butsch findet heraus, dass es zu einem Gangster gehörte, der vor fünf Jahren mit zwei anderen einen Juwelierladen überfiel. Der Juwelier hatte beim Überfall den Gangster erlegt, zwei weitere waren geflohen, er selbst aber auch verblichen. Wer meint, hier schon wäre Schluss, der irrt. Es gibt eine weitere Leiche – jenen Mittäter, der nun fliehen will, und dann auch noch den Dritten – hier immer etwas hochtrabend "der dritte Mann" genannt, offensichtlich der Drahtzieher des Raubüberfalls. Dass der Zuschauer bald die Perspektive dieses Dritten einnehmen darf, ist sicher ehrenvoll, belebt aber den eher müden Fortgang der Handlung keineswegs.

So bleiben die in der Regie Max Zählers mit langen Pausen durchsetzten Psychospiele zwischen Kommissar und Kommissarin doch der Kern des Ganzen. Die Aufklärungsarbeit fällt besonders Viola geradezu in den Schoß. In den besseren, weil trockenen Momenten werden Yvonne Catterfeld und Götz Schubert zu selbstironisch-plastischen Comicfiguren, die sich selbst und ihren monströsen Fall durchaus auf die Schippe nehmen. All dem aber setzt der eben 75 gewordene Wolfgang Winkler vom 2013 eingestellten Hallenser "Polizeiruf" in einem schönen Cameo-Auftritt noch eins drauf, wenn er als Wirt des "Steinernen Gastes" die recht banale Schurkengeschichte in knappster Form noch mal von hinten her erzählt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst


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