Danny DeVito

Trotz unvorteilhaftem Aussehen ein Star: Danny DeVito. Vergrößern
Trotz unvorteilhaftem Aussehen ein Star: Danny DeVito.
Fotoquelle: Helga Esteb/shutterstock.com
Danny DeVito
Geboren: 17.11.1944 in Asbury Park, New Jersey, USA
Sternzeichen: Skorpion

Ein Amerikaner, italienischer Abstammung, ein hochbegabter Off-Broadway-Darsteller mit einer späten, steilen Kino- und TV-Karriere: Danny DeVito. Nach seinem Abschluss an der Catholic Boarding School arbeitete er als Kosmetiker im Schönheitssalon seiner Schwester. Dann ging er auf die American Academy of Dramatic Arts, nicht um Schauspiel zu studieren, sondern um Make-up-Kurse zu besuchen.

Denn DeVito dachte wegen seiner geringen Körpergröße und seines unvorteilhaften Aussehens sowie nicht daran, als Filmschauspieler akzeptiert zu werden. Deshalb dachte er eher daran eine Laufbahn auf der Bühne einzuschlagen. Doch 1968 nahm er schließlich doch eine kleine Rolle in dem Film "Dreams Of Glass" an, um sich anschließend direkt wieder der Bühnenarbeit zu widmen, wobei er auch seine spätere Ehefrau Rhea Perlman kennenlernte.

1970 spielte er in Woody Allens "Bananas", dem etliche Kurzauftritte folgten. Besonders auffallend war er in Milos Formans Oscar-Hit "Einer flog über das Kuckucksnest" (1975), der von seinem langjährigen Kumpel Michael Douglas produziert wurde. 1978 stieg DeVito dann in den TV-Serien-Knüller "Taxi" ein. Hier, so sagt man, kam er er zum Vorsprechen und fragte: "Wer hat denn den Scheiß geschrieben?" und bekam prompt die Rolle.

Auffällige Kino-Rollen hatte er in "Zeit der Zärtlichkeit" (1983) und im gleichen Jahr mit Michael Douglas und Kathleen Turner in "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" (1983) und in dem Nachfolger "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil" (1985), in De Palmas "Zwei Superpflaumen in der Unterwelt" (1986) und in "Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" (1986).

Seit der Grotesk-Komödie "Schmeiß' die Mama aus dem Zug" (1987) gilt DeVito auch als erfolgreicher Filmregisseur, obwohl bereits 1984 "TV - total verrückt" und 1985 eine Episode für die TV-Serie "Unglaubliche Geschichten" inszenierte. "Der Rosenkrieg" (1989) ist eine grelle, facettenreiche Kinosatire, eher fürs vergnügungssüchtige Kinopublikum als für internationale Jurys, obwohl DeVitos Star-Tandem Michael Douglas und Kathleen Turner Bestes vom Besten bieten - wie übrigens auch der Charaktercharge Danny DeVito selbst als Erzähler. Als Regisseur folgte der umstrittene Projekt "Jimmy Hoffa" (1992), die kindgerechte Roald-Dahl-Verfilmung "Matilda" (1996) und die belanglose Komödie "Der Apartment-Schreck" (2003).

Als Produzent finanzierte er so unterschiedliche Filme wie "Reality Bytes - Voll das Leben" (1993), "Pulp Fiction" (1994), "Feeling Minnesota" (1995), "Sunset Park" (1996), "Gattaca" (1997), sowie "Out of Sight" (1998). Als Schauspieler glänzte er als Verkäufer in "Tin Men - Zwei haarsträubende Rivalen" (1986), als missratener Zwillingsbruder von Arnold Schwarzenegger in "Twins - Zwillinge" (1988), neben Gregory Peck als windiger Geschäftemacher in "Das Geld anderer Leute" (1991), als fieser Penguin in "Batmans Rückkehr" (1992), als Star-Schauspieler in "Schnappt Shorty!" (1995), als schmuddeliger Reporter in "L.A. Confidential" (1997), als Unterwelt-Anwalt in "Der Regenmacher" (1997), als Partner von Jim Carrey in "Der Mondmann" (1999) sowie in Sofia Coppolas Drama "The Virgin Suicides" (1999) und als gerissener Sheriff in "Der Fall Mona" (2000).

Außerdem hörte man seine Stimme in den Originalfassungen von zwei Folgen der TV-Serie "Die Simpsons" (1992), "Kuck mal, wer da jetzt spricht" (1993), "Space Jam" (1996) und Disneys "Hercules" (1997) und er hatte TV-Auftritte in Serien und Shows wie "Sesamstraße", "Starsky und Hutch" und "Unglaubliche Geschichten".

Interview mit Danny DeVito zum Start von "Der Rosenkrieg" (1991)

Frage: Wie kommt man auf so makabre Gags, wie jenen, wo Oliver seiner Frau Barbara die Absätze zersägt?

Danny DeVito: Oh, das ließe sich noch ganz schön erweitern, denn es gibt wohl kaum etwas Erfinderischeres in Sachen Perversionen und makabrer Gags als eine altgediente Ehe.

Frage: Heißt das, Sie schöpfen aus eigenen Erfahrungen?

Danny DeVito: Auf keinen Fall, ich bin eine Ausnahme und Rhea, meine Frau auch. Wir sind neun Jahre lang verheiratet und seit 20 Jahren zusammen, meine Frau befindet sich derzeit in völliger Sicherheit. Wir hatten ja Zeit zum Nachdenken und als wir dann Kinder wollten, haben wir es getan.

Frage: Ihre Wurzeln liegen in Italien?

Danny DeVito: Meine Großeltern stammen aus Kalabrien...

Frage: Und doch meinen Sie, daß Ihre Frau in Sicherheit ist!?

Danny DeVito: (lacht) Ein Calabrese!! - Nun,als ich zur Welt kam, waren meine Großeltern schon beide tot und so hatten sie keine Gelegenheit mehr, mich in irgendeiner direkten Weise zu beeinflussen. Und was meine Eltern anbelangt, so waren sie schon sehr amerikanisiert und zivilisiert, obwohl mein Vater - mitten in New York, in Brooklyn geboren - doch eine ganze Menge der alt-italienischen Lebensart bewahrt hat.

Frage: Haben Sie mit ihrer Frau über das Projekt gesprochen und konnte sie Ihnen einige böse Anregungen geben?

Danny DeVito: Ja natürlich. Rhea Perlman ist eine bekannte TV-Schauspielerin und wir sprechen immer über unsere jeweiligen Arbeiten. Sie war auch etwas bei der Geburt von Gavin beteiligt, den ich spiele. Das Stück selbst beginnt als romantische Liebesgeschichte und endet mit der Szene, wenn der Kronleuchter herunterstürzt. Mit der Rückblende wollte ich ein erzählerisches Moment einbringen.

Frage: Das ist im Grunde eine sehr britische Art, eine Geschichte zu erzählen?

Danny DeVito: Das stimmt. Für mich war das eine Gelegenheit, die Geschichte sowohl als Typ wie als Regisseur zu erzählen, dadurch habe ich eine doppelte Annäherung.

Frage: Michael Douglas ist wundervoll. War er von Beginn drin?

Danny DeVito: Nein, keineswegs. Ich bin seit 25 Jahren mit Michael befreundet, ich wollte ihn für die Rolle, habe ihm das aber nicht direkt gesagt, sondern ihn zum Essen eingeladen und gesagt, er möge das Buch mal als Freund lesen, weil ich das inszenieren will, und dann sagte ich, schau Dir das auch als Produzent an - und auch mal als Schauspieler - fügte ich am Ende hinzu. Ich habe gerade die letzten Szenen für Ivan Reitmans "Twins - Zwillinge" (Zwillinge) mit Arnold Schwarzenegger gedreht und kam abends nach Hause, fühlte mich ungeheuer zufrieden, die Sonne ging gerade unter, ein goldener Himmel am Horizont und ich setzte mich zufrieden auf die Veranda und dacht, wie könnte das Leben noch schöner sein? - und da klingelte das Telefon, es war Michael. Und er sagte: Was zur Hölle soll das eigentlich: Lies das als Freund und als Produzent: ich will diese Rolle spielen und wenn Du sie mir nicht gibst, drehe ich Dir den Hals um! - so habe ich ihn in diese Rolle reingeprügelt.

Frage: Diese Art von zerstörerischer Komödie hat eine lange Geschichte im amerikanischen Film - man denke nur an W. C. Fields oder Laurel & Hardy oder auch Jerry Lewis. Was sind die Grundelemente Ihrer eigenen Komödien?

Danny DeVito: Ich mag die Filme all dieser Leute, die Sie erwähnten gerne, ob sie nun mehr romantisch oder mehr realistisch sind. Was ich mich immer versuche: Die Story so realistisch und glaubwürdig wie möglich anzulegen und dann die Personen und Handlungselemente zu konterkarieren. Doch bei aller Komik darf für mich die Glaubwürdigkeit der Charaktere nicht verletzt werden. Das habe ich versucht in der Fernsehserie "Taxi" wie auch bei allen Filmen die ich gemacht habe. Ich möchte die Personen in der Realität wiederfinden. Ich liebe schon kauzige, komische, groteske Geschichten, doch als Macher ist mir schon die Realität wichtig. Ich für meinen Teil liebe Kubrick, de Sica, Fellini, Martin Scorsese und die Filme von Fritz Lang und Orson Welles, auch Woody (Allen) macht großartige Sachen und er hat einen großen Sinn für Humor.

Frage: Wie kommt der Regisseur DeVito mit dem Star DeVito zurecht?

Danny DeVito: Es ist schwierig mit dem Schauspieler zurechtzukommen, weil er ein sehr eigenwilliger Star ist, man weiß nie, was er im nächsten Moment ausheckt. Danny als Regisseur ist o. k. er ist lustig, verbreitet ein sicheres Gefühl. Aber Spaß bei Seite, ich kann mich ganz gut auf die ganze Sache konzentrieren und ich weiß, daß ich ein Stück davon bin. Schwierig ist, du bist immer dran, mußt Dich am Set umziehen, weil Du keinen Moment weg kannst. Und während du durch die Kamera schaust, mußt du dir die Hose anziehen. Da braucht's schon ein bißchen akrobatisches Talent.

Frage: Was war für Sie das Schwierigste und Unangenehmste bei der Arbeit?

Danny DeVito: Das Rauchen. Ich habe mit 20 Jahren das Rauchen sein gelassen und das war sehr sehr schwer. Und jetzt muss ich ja hier ständig rauchen. Das ist zwar Kino-Rauchen, Salat, Papier, aber das hat ganz fürchterlich geschmeckt, schlimmer als jede Zigarette.

Interview: Heiko. R. Blum

Weitere Filme mit Danny DeVito: "Dreams Of Glass" (1969), "Mortadella" (1971), "Hot Dogs For Gauguin" (1972), "Scalawag", "Hurry Up Or I'll Be 30" (beide 1973), "The Money" (1975), "The Van", "Selling Of Vince D'Angelo" (TV), "Deadly Hero", "Car Wash" (alle 1976), "The Wolrd's Greatest Lover" (1977), "Der Galgenstrick" (1978), "Valentine", "Swap Meet" (beide 1979), "Affen, Gangster und Millionen" (1981), "Johnny G. - Gangster wider Willen" (1984), "Männer für jeden Job" (1986), "Money" (1990), "Mein Vater - der Held" (1992), "Mr. Bill - Da steht die ganze Army Kopf", ungenannt in "Last Action Hero" (beide 1993), "Junior" (1994), "Weir Al Yankovic: The Videos", "Mars Attacks!" (beide 1996), "Wachgeküsst" (1998), "The Big Kahuna" (1999), "Dumm gelaufen" (2000), "Schlimmer geht's immer!", "Heist - Der letzte Coup", "Death On Smoochy" (alle 2001), "Austin Powers in Goldständer", "Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht" (2002), "Anything Else" (2003), "Be Cool" (2005), "Blendende Weihnachten" (2006), "Solitary Man" (2009), "When in Rome - Fünf Männer sind vier zuviel", "I'm Still Here" (beide 2010), Wiener Dog, Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht, The Comedian (alle 2016).


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