Kathleen Turner

Lesermeinung
Geboren
19.06.1954 in Springfield, Missouri, USA
Alter
67 Jahre
Sternzeichen
Biografie
Sie ist die verführerische Blonde, die Männer schwach macht, mit ihnen spielt und sie letztendlich nur für ihre Zwecke nutzt: Kathleen Turner. Hervorragendes filmisches Beispiel für dieses Image ist die Krimikomödie "Die Ehre der Prizzis" (1985): Auf dem Hochzeitsbankett des mächtigen Industriellen-Clans der Prizzis begegnen sich Charley Partanna und Irene Walker das erste Mal. Als das Patenkind des mächtigen Mafia-Bosses in die Augen der schönen Frau blickt, durchfährt es ihn: die muss er haben. Doch nach der Hochzeit stellt er fest: Sie, eine eiskalte Killerin, ist zugleich seine schärfste Konkurrentin - und dann erhält er auch noch den Auftrag, sie zu töten! Regisseur John Huston setzt in seinem blendenden Alterswerk eine souverän kontrollierte Kathleen Turner gegenüber. Sie ist die ebenso attraktive wie eiskalt berechnende Frau.

Die Schauspielerin hat nicht nur hier etwas von einer Femme Fatale, bereits ihre erste größere Rolle in Lawrence Kasdans Kultfilm "Heißblütig - Kaltblütig" zeigt sie als kaltblütiges Weib an der Seite von William Hurt, den sie zu einem Mord anstiftet. Das ist noch nichts gegen Carl Reiners Steve-Martin-Komödie "Der Mann mit zwei Gehirnen". Da setzt sie dem vom Schicksal hart gebeutelten Gehirnchirurgen, der ihr nach einem Unfall das Leben rettet, arg zu. Die professionelle Mitgiftjägerin hat noch kurz zuvor ein Opfer ins Jenseits befördert. Das verblüffendste an dem Film ist: Steve Martin und Kathleen Turner bewegen sich in den absurdesten Situationen völlig ernst.

Noch irritierender ist sie bei Ken Russell. Ihr Wesen ist aufregend undurchsichtig, als Modedesignerin Joanna Crain ist sie elegant gekleidet, fast ein wenig maskulin, doch von vibrierender Weiblichkeit. Sie lebt zurückgezogen, Männer hält sie sich vom Leib. Doch nichts ist so wie es scheint: diese Joanna spielt in ihrem Doppelleben eine Edelhure. Russell nutzt die ganze Bandbreite der Schauspielerin. Sie bestreitet den ganzen Film, macht das Grelle, Schrille ertragbar, die Emotionen glaubwürdig und löst beim Zuschauer Empfindungen für die unglückliche Heldin aus, die den ganzen Scherbenhaufen frustrierter Gefühle und Erniedrigung hinter Masken versteckt ("China Blue bei Tag und Nacht").

Zwar gelingt Kathleen Turner an der Seite des smarten Michael Douglas 1983 mit dem Kinohit "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" der große Durchbruch in Hollywood, doch auch in dieser Rolle, einer Schriftstellerin auf Abenteuertrip, zeigt sie sich keineswegs nur von der sanften Seite. Mit Douglas stand sie nicht nur in der Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil von 1985 des Erfolgsfilms, sondern auch in Danny De Vitos brillantem Ehekrieg "Der Rosenkrieg" (1989) vor der Kamera - wieder eine Geschichte, die nach satirischer Zuspitzung mit Mord und Totschlag endet. Zu den wunderschönen Monstern, die Kathleen Turner im US-Film verkörpert, gehört schließlich auch John Waters "Serial Mom - Warum lässt Mama das Morden nicht" (1993). Hier spielt sie eine ganz normale Hausfrau mit Putztick und Perfektionswahn: Jeder, der gegen die Regeln von Anstand und Normalität verstößt, muss dran glauben.

Die selbstbewusste Schauspielerin studierte in Springfield und Maryland, bevor sie die "Central School of Speech and Drama" in London besuchte. Später war sie Mitglied der "Manitoba Theatre Company", der "Baltimore Arena Players", bis sie in Off-Broadway-Theatern auftritt. Ihr Broadway-Debut gab Kathleen Turner mit "Gemini". Über die Fernseh-Soap "The Doctors" kam sie schließlich zum Film. Für ihre Hauptrolle in "Peggy Sue hat geheiratet" (1986) wurde sie sogar für den Oscar nominiert.

Weitere Filme mit Kathleen Turner: "Die Brut des Adlers" (1984), "Julia und Julia" (1987), "Die Reisen des Mr. Leary", "Eine Frau steht ihren Mann" (beide 1988), "V.I. Warshawski - Detektiv in Seidenstrümpfen" (1990), "Das Kartenhaus", "Naked in New York", "Undercover Blues - Ein absolut cooles Trio" (alle 1993), ""Liebe bis in den Tod", "Moonlight & Valentino" (beide 1995), "Der Zauberwunsch", "Echt blond" (beide 1997), "Legalese" (1998), "Chicago - Bis dass der Tod entscheidet", "Cinderella", "Baby Geniuses", "The Virgin Suicides" (alle 1999), "Beautiful" (2000), "Monster House" (2006, Sprecherin), "Marley & Ich" (2008).

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