Nicolas Cage

Nicolas Cage sammelt leidenschaftlich Comics. Vergrößern
Nicolas Cage sammelt leidenschaftlich Comics.
Fotoquelle: LaCameraChiara/shutterstock.com
Nicholas Kim Coppola
Geboren: 07.01.1964 in Long Beach, Kalifornien, USA

In seiner Jugend steht Nicholas Kim Coppola, Sohn eines Universitätsprofessors, vor der Frage, ob er Theaterautor oder Schauspieler werden will. Auch Boxer, Meeresbiologe und Zauberer stehen auf der Wunschliste, doch dann entscheidet sich der Neffe von Francis Ford Coppola für die Schauspielerei und sein Onkel verhilft ihm nach dem TV-Auftritt in "Rocket Man" (1981) und belanglosen Filmen wie "Ich glaub' ich steh' im Wald" (1982) und "Valley Girl" (1983) zu den ersten wichtigen Rollen in "Rumble Fish" (1983) und "Cotton Club" (1984).

"Als ich mich mit 17 für andere Rollen bewarb, wurde ich immer wieder nach Francis befragt. Ich musste erzählen, was er gerade macht, und vergaß dabei meinen Text", sagt Cage. "Deshalb änderte ich meinen Namen", erinnert er sich. Das junge Talent will keine Karriere als Coppolas Neffe starten und nimmt den Künstlernamen Nicolas Cage an.

In Alan Parkers "Birdy" (1984) spielt er die eigentliche Hauptrolle als Erzähler, der versucht, seinen besten Freund, der durch Kriegserlebnisse am Rande des Wahnsinns steht, zu retten. Danach folgte der wenig intelligente Film "Die Zeit verrinnt - Die Navy ruft" (1984) und "Peggy Sue hat geheiratet" (wieder unter der Regie seines Onkels) sowie "Finish - Endspurt zum Sieg" (beide 1986). In Norman Jewisons "Mondsüchtig" (1987) betört er als Ronny Loretta alias Cher, die Braut seines Bruders, und anschließend als Gangster eine Polizistin (Holly Hunter) in "Arizona Junior" (1987) von den Coen-Brüdern. Nach einem ungenannten Kurzauftritt in "Das Highway-Trio" überzeugt Cage in "Vampire's Kiss - Ein beißendes Vergnügen" (1988) als leidender Vampir, ebenso wie in dem italienischen Film "Tempo di uccidere" ("Time To Kill") von 1990.

"Airborne - Flügel aus Stahl" (1990) wirkt dagegen eher wie ein Werbefilm für die US-Luftwaffe. Dagegen prägt eine Mischung aus Sex, Gewalt und Faszination die Rolle des Sailor Ripley in David Lynchs Kultfilm "Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula" (1990), der nur in seiner Schlangenhautjacke er selbst ist. Und in der wilden Dreiecksgeschichte "Zandalee" (1991) im heißen New Orleans ist Johnny Collins/Cage ein sehr differenziert gezeichneter Liebhaber der faszinierend aufregenden Erika "Zandalee" Anderson und Rivale von Judge Reinhold.

In dem Thriller "Red Rock West" (1992) überzeugt Cage an der Seite von Dennis Hopper, und im gleichen Jahr spielt er in der Beziehungskomödie "Honeymoon in Vegas". 1993 arbeitet er in dem Thriller "Deadfall" unter der Regie seines Bruders Christopher Coppola. Im gleichen Jahr folgt die Typen-Komödie "Amos & Andrew - Zwei fast perfekte Chaoten". In "Tess und ihr Bodyguard" (1994) ist Cage zwar neben Shirley MacLaine zu sehen, trotzdem wirkt der Film zu sehr wie eine Variante von "Miss Daisy und ihr Chauffeur".

In "Zwei Millionen Dollar Trinkgeld" (1994) ist Cage der nette Cop von nebenan, der einer Kellnerin zwei Millionen Dollar schenkt, weil er ihr tags zuvor kein Trinkgeld geben konnte und versprochen hatte, stattdessen seinen Lottogewinn mit ihr zu teilen. Ebenfalls 1994 entstand die dämliche Deppen-Komödie "Schneesturm im Paradies". In Mike Figgis' "Leaving Las Vegas" ist Cage 1995 dann der abgehalfterte Drehbuchautor, der sich im Spielerparadies zu Tode trinken will. Diese Rolle brachte ihm den Oscar und den Golden Globe ein. Überzeugend agierte Cage noch in dem Thriller "Kiss of Death" (1995) als Gegenspieler von David Caruso. In dem starbesetzten, völlig überzogenen Action-Reißer "The Rock - Fels der Entscheidung" (1996) spielt Cage unglaubwürdig den FBI-Beamten Stanley Goodspeed an der Seite von Sean Connery, ebenso wie in "Con Air" (1997) den harten Sträfling, der eigentlich nur endlich nach Hause will.

1997 war Nicolas Cage das böse Spiegelbild des FBI-Agenten Sean Archer alias John Travolta in John Woos Hollywood-Film "Face/Off - Im Körper des Feindes" (1997). In "Willkommen in Hollywood" (1998) war er in einer Gastrolle zu sehen. In "Stadt der Engel" (1998) ist Cage der lakonische Engel Seth, in Brian De Palmas "Spiel auf Zeit" wird er von einem Kollegen (Gary Sinise) hereingelegt und in "8 mm" (1998) ermittelt er als Privatschnüffler im Porno-Milieu. 1999 standen die Leinwandadaption von "The Courtship Of Eddie's Father" und unter der Regie von Martin Scorsese das Drama "Bringing Out The Dead - Nächte der Erinnerung" auf dem Programm.

Im Jahr 2000 folgten die Filme "Family Man" und "Nur noch 60 Sekunden". 2001 entstanden so unterschiedliche Werke wie John Maddens Drama "Corellis Mandoline" und "Windtalkers", "Adaptation" (2002) hielt eine sehenswerte Doppelrolle für Cage bereit, ebenso Ridley Scotts Komödie "Tricks" (2003). 2004 folgte das belanglose Abenteuer "Das Vermächtnis der Tempelritter" und 2005 der spannende Actioner "Lord of War - Händler des Todes" sowie "The Weather Man". 2006 schließlich besetzte ihn Oliver Stone in der Rolle eines Polizisten in seinem Drama "World Trade Center", in "Lucas, der Ameisenschreck" übernahm er eine Sprechrolle und in dem Mystery-Streifen "Wicker Man" (2006) verkörperte er einen Ermittler.

Nicolas Cage lebte mit seiner Frau, der Schauspiel-Kollegin Patricia Arquette - mittlerweile ist er in dritter Ehe mit Alice Kim verheiratet - in einem falschen Schloss außerhalb von Los Angeles. Lange Zeit wollte Cage ein echtes Schloss aus Europa importieren, bis Frühjahr 2009 war er sogar Besitzer von Schloss Neidstein in der Oberpfalz. Cage sammelt leidenschaftlich Comics, die für ihn das heutige Äquivalent einer Mythologie darstellen.

Weitere Filme mit Nicolas Cage: "Ghost Rider", "Next", "Das Vermächtnis des geheimen Buches" (alle 2007), "Knowing" (2008), "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen" (2009),"Kick-Ass", "Duell der Magier", "Der letzte Tempelritter" (alle 2010), "Drive Angry", "Ghost Rider: Spirit of Vengeance" (beide 2011).


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