Regisseur Roman Polanski in jungen Jahren

Roman Polanski: Wanted and Desired

KINOSTART: 18.01.2008 • Dokumentarfilm • USA, Großbritannien (2008) • 99 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Roman Polanski: Wanted and Desired
Produktionsdatum
2008
Produktionsland
USA, Großbritannien
Laufzeit
99 Minuten

Am 26. September 2009 wurde der weltbekannte Filmregisseur Roman Polanski in Zürich festgenommen. Zunächst saß er in Abschiebehaft, dann wurde er unter Hausarrest gestellt, bis die Schweizer Behörden am 12. Juli 2010 den Auslieferungsantrag der USA abwiesen und den Hausarrest aufhoben. Der Grund des US-Antrags: Dem Regisseur sollte in den USA der Prozess gemacht werden, weil er 1977 Sex mit einer Minderjährigen hatte.

Der Dokumentarfilm der US-amerikanischen Regisseurin Marina Zenovich wirft ein Licht auf Polanskis traumatisches Leben - ohne sein Verhalten damit entschuldigen zu wollen. Als Kind flieht Polanski vor den Nazis aus dem Krakauer Getto. Seine Mutter verliert er in Auschwitz. Im amerikanischen Exil ereilt ihn der nächste Schicksalsschlag: 1969 ermordet die Manson-Bande seine hochschwangere Frau Sharon Tate. Marina Zenovichs Film beleuchtet aber nicht nur Polanskis persönliche Tragödie. Der Film erinnert auch an den öffentlichen Skandal, den sein sexuelles Vergehen mit einer damals 13-Jährigen 1977 hervorrief. Zenovich zeigt die öffentliche Erregung und das fragwürdige Verhalten der damaligen kalifornischen Justiz. Sie dokumentiert die Details und Hintergründe einer Prozessführung, die geprägt war von einem eitlen und korrupten Richter. Nachdem sich Polanski 1978 entschlossen hatte, die USA für immer zu verlassen, blieb die Akte bis heute offen. "Roman Polanski: Wanted and Desired" lässt an der Schuld des Regisseurs keinen Zweifel doch darüber hinaus zeigt er die Hintergründe eines Falles, der die Öffentlichkeit bis heute polarisiert. Dafür gab's 2009 gleich zwei Emmy Awards: Marina Zenovich wurde für die beste Regie ausgezeichnet, zusammen mit den Ko-Autoren erhielt sie auch die Trophäe für das beste Drehbuch.

Foto: Kinowelt

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