Jack Nicholson

Gibt den fiesen Typen mit Bravour: Jack Nicholson. Vergrößern
Gibt den fiesen Typen mit Bravour: Jack Nicholson.
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Jack Nicholson
Geboren: 22.04.1937 in Neptune, New Jersey, USA
Sternzeichen: Stier

Keiner kann so widerlich abgrundtief grinsen. Keiner ist so verdorben und so schön charakterlos und psychopatisch. In Bob Rafelsons "Wenn der Postmann zweimal klingelt" (1980) nach dem Krimi-Klassiker von James M. Cain setzt er seiner Angebetenen, der Ehefrau des Tankstellenbesitzers, gespielt von Jessica Lange mit aller Inbrunst zu und nimmt sie sich auf dem Küchentisch, in Stanley Kubricks Stephen-King-Verfilmung "Shining" (1979) geht er mit der Axt auf seine Ehefrau los. Am diabolischsten aber erlebte ihn der Kinogänger als "Joker", dem teuflischen Widersacher des smarten "Batman" (1989) oder als teuflischen Daryl Van Horne in "Die Hexen von Eastwick" (1986).

Der 18-jährige Nicholson war ein kluger College-Absolvent und jobbte als Bote bei Metro Goldwyn Mayer. Viele kleine Rollen spielt er bei Horror-Meister Roger Corman, der auch ein Drehbuch von ihm inszeniert: "Der Trip". Dann springt Nicholson für Kollegen Rip Torn in einem Motorradfilm an der Seite von Peter Fonda ein, und unter der Regie von Dennis Hopper entsteht der Kultfilm "Easy Rider" (1969). Er hat mehr als 30 Millionen Dollar eingespielt, ein vielfaches seiner Produktionskosten. Ebenfalls 1969 entsteht Bob Rafelsons New-HolIywood-Meisterwerk "Five Easy Pieces - Ein Mann sucht sich selbst" mit Nicholson in der Rolle eines hoch begabten Pianisten, der ziellos durchs Leben treibt. Sein brillantes Spiel zwischen Suff und Frauen brachte ihm eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein.

Der nächste große Schritt für Jack kommt durch den tschechoslowakischen Wunderknaben Milos Forman. Der besetzt ihn als Insassen einer Nervenklinik in "Einer flog über das Kuckucksnest" (1975). Nicholson erhielt dafür den Oscar als bester Darsteller. In Roman Polanskis Kultfilm "Chinatown" (1974) ist er Jack J. Gittes, ein mieser kleiner Schnüffler, der ohne sein Zutun in eine finstere Sache gerät: Bei Recherchen wird er mit einem Mord konfrontiert. Je tiefer er in die verwirrende Geschichte eindringt, um so ungemütlicher wird es für ihn und den Zuschauer. Polanski erzählt die Detektivgeschichte im klassischen Stil mit sozialen und romantischen Komponenten. Chandler und sein alter ego Philip Marlowe stehen Pate bei diesem faszinierend schönen Thriller.

Foto: Warner In "Reds", Warren Beattys Film über die russische Revolution, überzeugt er als Schriftsteller Eugene O'Neill, einen weiteren Oscar für die beste Nebenrolle als kauzig-balzender Liebhaber von Shirley MacLaine in "Zeit der Zärtlichkeit" folgt 1983. Zu seinen besten Rollen gehören sein Auftritt als Partner von Kathleen Turner in John Hustons "Die Ehre der Prizzis". Erneut den Oscar als bester Hauptdarsteller und den Golden Globe gewinnt Nicholson 1998 für seine mitreißende schauspielerische Leitung in James L. Brooks' "Besser geht's nicht". Und 2003 gabs erneut einen Golden Globe, dieses Mal für schauspielerische Leistung in einem Drama - Alexander Paynes Tragikomödie "About Schmidt". Nicholson freute sich sehr über diesen Preis, obwohl er anmerkte, er habe immer gedacht in einer Komödie gespielt zu haben.

Einer der berühmtesten Außenseiter des amerikanischen Kinos, Monte Hellman, verdankt Jack Nicholson die Finanzierung seiner frühen Filme "Ritt im Wirbelwind" (1966, auch Buch) und "Das Schießen" (1966). Außerdem versuchte sich Nicholson auch als Regisseur. So arbeitete er erstmals unter Roger Corman - ungenannt - als Regie-Assistent bei "The Terror - Schloss des Schreckens" (1963), lieferte mit "Drive, He Said" 1971 seine erste alleinige Regie-Arbeit, zu der er auch das Drehbuch schrieb, inszenierte 1978 den Western "Der Galgenstrick" und 1989 die "Chinatown"-Fortsetzung "Die Spur führt zurück - The Two Jakes".

Weitere Filme mit Jack Nicholson: "The Cry Baby Killer" (1958), "Too Soon To Love", "Studs Lonigan", "The Wild Ride", "Der kleine Horrorladen" (alle 1960), "The Broken Land" (1962), "Der Rabe - Duell der Zauberer", "Operation Pazifik" (beide 1963), "Flight To Fury" (auch Buch), "Back Door To Hell" (beide 1964), "Das Schießen" (1966, auch Produzent), "Chikago-Massaker", "Die wilden Schläger von San Francisco" (beide 1967), "Head" (auch Buch), "Psych-Out" (beide 1968), "Einst kommt der Tag" (1969), "Terror Vision" (1970), "A Safe Place", "Die Kunst zu lieben" (beide 1971), "Der König von Marvin Gardens" (1972), "Beruf: Reporter", "Das letzte Kommando" (beide 1973), "Mitgiftjäger", "Tommy" (beide 1974), "Der letzte Tycoon", "Duell am Missouri" (beide 1975), "Grenzpatrouille" (1980), "Notre Dame de la Croisette" (1981), "Sodbrennen" (1985), "Wolfsmilch", "Nachrichtenfieber" (beide 1987), "Man Trouble - Auf den Hund gekommen" (1991), "Eine Frage der Ehre", "Jimmy Hoffa" (beide 1992), "Wolf - Das Tier im Manne" (1993), "Crossing Guard - Es geschah auf offener Straße" (1995), "Blood & Wine - Ein tödlicher Cocktail", "Jahre der Zärtlichkeit", "Mars Attacks!" (alle 1996), die Dokumentation "Stanley Kubrick - Ein Leben für den Film", "Das Versprechen" (alle 2000), "Die Wutprobe", "Was das Herz begehrt" (beide 2003), "Departed - Unter Feinden" (2006), "Das Beste kommt zum Schluss" (2007), "Woher weißt du, dass es Liebe ist?", "I'm Still Here" (beide 2010).

Außerdem hat er diverse Gastrollen in TV-Serien und -Shows wie "Mr. Lucky" (1960), "Tales Of Wells Fargo" (1961), "Bronco" (1961), "Hawaiian Eye" (1962), "Dr. Kildare" (1966, vier Folgen), "Andy Griffith Show" (1966) und 1967). Er schrieb darüber hinaus die Drehbücher zu "Thunder Island" (1963) und "The Trip" (1967).


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