"Was machst du eigentlich hier?", so begrüßt Les (Mala Emde) ihren Vater Bert (Christoph Maria Herbst), als der eines Abends plötzlich unangekündigt vor ihrer Tür sitzt. Das Verhältnis der beiden, man merkt es sofort, ist schlecht. Gegenseitige Besuche gibt es normalerweise nicht. Hier allerdings kommt es der jungen Les ganz recht. Sie wird ihren Papa bald brauchen, in mehrerlei Hinsicht. So beginnt in "Sommer auf Asphalt" eine gleichermaßen warmherzige wie lakonisch-brutale Tragikomödie.
Les, eine junge Frau, die großen Wert auf Unabhängigkeit und Selbstständigkeit legt, wird ungewollt schwanger. Für sie ist das erst einmal alles andere als ein Glücksfall. "Was soll ich denn mit einem Kind? Soll ich rumsitzen und Milch machen oder was? Ich muss fahren!" – Fahren, weil sie Kurierfahrerin ist und ihren Beruf sehr ernst nimmt. Also fährt sie erst einmal weiter, stürzt dann schwer, und ihr Vater Bert übernimmt ihren Job auf zwei Rädern.
Dass Bert, Typ Oberspießer, für Les auf dem Fahrrad einspringt, erweist sich als gute Sache. Er und seine Tochter kommen sich wieder näher. Dann aber nimmt die Geschichte, die Regisseur Simon Ostermann nach einem Drehbuch von Brix Vinzent Koethe inszenierte, eine dramatische Wendung. Wie Bert schon im Trailer verrät, hat er seine Tochter zu Beginn der Geschichte eben doch nicht nur aus einer Laune heraus aufgesucht. "Kennste den: Trägt ein Typ sein Leben lang Helm und kriegt einen Tumor im Kopf."